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Marcus Staiger's Blog

Kommt verkleidet! Motto: Hip Hop

An Alle. Es war der Lastwagen und das vermeintliche Blut war kein Blut, sondern eine riesige Schürfwunde, von der sich nach und nach großflächig die Kruste abgelöst hat. Zwischendurch sah ich noch wesentlich hübscher aus. Aber jetzt ist alles weg. - Gutes Heilfleisch und ja - ich hatte Glück und bin sehr dankbar.
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So. Jetzt habe ich mir nach meinem Unfall eine kleine Auszeit aus dem Blogger-Gewerbe genommen, obwohl der Unfall wahrscheinlich weniger damit zu tun hatte, als der Umstand, dass das neue Jahr recht schleppend in die Gänge gekommen ist.

Nachdem im letzten Jahr die meisten deutschen Hip Hop Labels dicht gemacht haben, ist die Veröffentlichungsfrequenz auf dem Tonträgermarkt doch deutlich zurück gegangen und wenn man sich die Nominierungen für den Echo anschaut und wie die Kategorie Hip Hop dabei weg kommt, dann möchte man schon ein bisschen trauern.
Nicht, dass ich Peter Fox weitere Auszeichnungen nicht wünschen würde, das tue ich auf jeden Fall, weil ich „Stadtaffe“ tatsächlich für ein kleines Meisterwerk halte, ABER das Album ist vor zwei Jahren erschienen und auch wenn der Großteil der Million erst im letzten Jahr in die Läden geshippt wurde - das Album ist eben trotzdem schon 2008 erschienen und hat offensichtlich alles kaputt gemacht, was danach im Jahr 2009 heraus kam und das ist dann schon wiederum ein Indiz dafür... ja für was eigentlich?

Eine andere Geschichte. Vor fünf Wochen oder so, befand ich mich zu einem kleinen Champagnergelage in einem Berliner Modegeschäft und ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr so genau, wie und warum ich dort war. Trotz allem war es ein bisschen lustig, so mit Blattgold verzierten Decken und einer Kinderschaukel im Verkaufsraum, Freigetränken und Menschen, die sich vor Kleider stellen, die Hüften nach außen knicken, die Hände vor dem Mund zusammenschlagen und schreien: „Oh main Gooooohott. Sieht das abber gaaaaail aus.“
Das ist übrigens definitiv ein Grund, warum ich nach meiner Karriere im Musikgeschäft, definitiv in die Modebranche wechseln möchte. Die Geschichte geht aber noch anders.

Anwesend war auch die junge Verkäuferin, die uns davon erzählte, dass sie im letzten Jahr eine Faschingsparty unter dem Motto Pop gemacht habe. In diesem Jahr habe sie sich aber was ganz besonderes ausgedacht. Dieses Jahr müssten alle als Rapper verkleidet kommen, denn das Motto sei Hip Hop und wenn ich tatsächlich Leute mitbringen könne, die ihr das Klo volltaggen... „Mann, das wäre sooooo gail!“

Oh Mann. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie heiß ich auf diese Party war. Ich stellte mir vor, wie so Leute aus der erweiterten Modewelt als Torch verkleidet hereinkommen. Zwei bullige Blondschöpfe mit festem, kräftigen Haar, verkleiden sich als Stieber Twins. Cordon Sport Jacke, Kantenschnitt und Zahnstocher im Mund. Das muss eindeutig Bushido sein und der Typ mit der Mütze, den Holzketten um den Hals, der ständig einen Finger am Abzug hält und zurückgelehnt, möglichst unbeteiligt von oben nach unten in die Kamera guckt, dass kann nur der King of Rap sein, aber da wird es schon schwieriger mit dem Wiedererkennen. Ich selbst komme als Staiger. Das erkennt dann tatsächlich keiner – Schade leider.

Stattgefunden hat die Party dann leider doch ohne uns. Vielleicht lag es dann doch an der Authenz, die ich ausgestrahlt habe, denn genau so wenig, wie man echte somalische Piraten auf einer Piraten Faschings-Party haben möchte, möchte man echte Hip Hopper auf einem Hip Hop Kostümball haben. Die stehen nur dumm rum, werden sauer, dass man sich über sie lustig macht und fangen Streit an, obwohl das mit Sicherheit erwünscht gewesen wäre, weil das die Atmosphäre ein bisschen aufgepeppt hätte.

Andererseits könnte es aber auch daran gelegen haben, dass man aus einer Champagnerlaune heraus Dinge sagt wie: „Ihr müssst uuuuuuunbedingt kommen. Auf je-den-Fall. René hat Eure Nummer. Ich lade Euch auf jeeeee-den Fall ein. Ver-sprochen.“, und dann sieht man sich hoffentlich NIE wieder. Auch das ein Grund in die Modebranche zu wechseln, schließlich kenne ich dieses Verhalten aus der Musikbranche schon sehr gut und man sucht sich ja dann doch immer wieder Felder aus, in denen man sich zu hause fühlt.

Trotz Allem hätte ich es gerne miterlebt, diese Hip Hop Faschingsgeschichte, auch wenn ich mich des Eindrucks nicht erwehren hätte können, dass damit dann doch so etwas wie das Ende der Fahnenstange erreicht gewesen wäre oder ein weiterer, letzter Tiefpunkt in der Geschichte des Deutschen Hip Hop. Tiefer kann man dann doch nicht mehr sinken, als zum Motto einer Faschingsparty zu verkommen und vielleicht bewahrte mich ein gnädiger Gott davor, dass ich es nicht mit eigenen Augen sehen musste.

So und weil das so schön ist, habe ich mir ein bisschen was Neues überlegt für den Blog. Kürzer, dafür öfter, auch wenn mir jetzt schon schlecht wird, wenn ich daran denke, dass ich nächste Woche an der gleichen Stelle sitze und mir mühsam irgendeine Scheiße aus den Fingern sauge. Aber hey. Warum nicht! Unser aller Lieblingskultur gibt das her.

Auf jeeeee-den Fall. Ihr müsst un-be-dingt wiederkommen, das wäre soooooo gail. 

Bis dahin,

staiger

Comments

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  • Chilla Chris

    ... wie immer Lesegenuss pur!
    Kürzer muss zwar nicht sein, aber öfter finde ich gut.

    1 year ago
  • iMtAkT aba FoxXx - GURU…

    hätte man mal vorher wissen sollen und die Party stürmen müssen....hehe =) soo richtig Hip Hop like!!!^^

    2 years ago
  • Mr. LaFleur

    brüno staiger!

    2 years ago
  • Lea-Won (neue e-mail: k…

    guter blog. kürzer finde ich gut.
    hiphop fasching veranstaltest du ja selbst auf deinem blog, da brauchste keine kostum-party...
    diese drei story-möglichkeiten waren zb so ne faschings-aktion. ich hab halt echt schon zu trainieren angefangen, extra, um dich bei manu L sen rächen zu können (witz).

    komm raus. du bist umzingelt.

    2 years ago
  • Fang

    Back again. Und da ist sie wieder, die Authenz. :)

    2 years ago
  • FlowWw aka Vollker Nabis

    "Tiefer kann man dann doch nicht mehr sinken, als zum Motto einer Faschingsparty zu verkommen" WORD

    2 years ago
  • = GOLEM =

    da bin ich aber so-was-von-da-bei...

    2 years ago

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