Photo of Günter Ludwig Einfach nur Zeichner

Günter LUDWIG's Blog

  • Ich weiß, ich spüre dich... Roland Schreyer über Günter Ludwig

    Roland Schreyer über Günter Ludwig
    Harenberg, 7.1.01.


    Ich weiß, ich spüre dich...

    Günter Ludwig ist annähernd so alt wie die Bundesrepublik Deutschland. In
    seinen eigenwilligen Werken spiegelt sich auch immer wieder die deutsche
    Zeitgeschichte. Allerdings nicht historiografisch, sondern eher sensibel
    unterlegt und in gegenläufigem Zweifel abgebildet. Seine Kunst ist ihm
    Möglichkeit, sich den Ereignissen der Zeit zu stellen, den öffentlichen wie
    den sehr privaten, als scharfsichtiger Beobachter, als verschlüsselnder
    Kommentator, als Wütender und als Liebender - oder sich diesen Ereignissen
    radikal zu entziehen.


    Man kann den Künstler Günter Ludwig nur schwerlich einer bestimmten
    Stilrichtung oder Schule zuordnen. Kritisch-realistische und surrealistische
    Elemente bestimmen sein Zeichnen, sein Malen, seine Radierungen in den
    siebziger und in den frühen achtziger Jahren. Diese Jahre sind in Deutschland
    eine Phase des allgemeinen geistigen Umbruchs, weg von der Erstarrung im
    Kriegs- und Nachkriegstrauma, hin zur konstruktiv gelebten Reform-Demokratie.
    In dieser Epoche sucht auch Günter Ludwig nach seinem Standort. Sein Schaffen
    konzentriert sich auf Arbeiten in Öl und auf die Zeichnung. Berauschend schön
    sind sie oft - und romantisch verklärend-, die An- und Ausblicke, die der
    Zeichner gibt. Hier sieht man zum Beispiel des Gesicht einer geliebten Frau,
    das nichts anderes ist als Hingabe, das in einem Kuss zur Apotheose von sich
    verströmender Liebe wird. Dort wieder zerbricht das Miteinander zweier
    Liebenden ins destruktive Groteske. Der gnadenlose Blick des Zeichners kann
    erschrecken. Doch schon die frühen Zeichnungen Günter Ludwigs beinhalten, wie
    diejenigen der späteren Zeit, sein Sehnen nach unverfälschtem und fast
    elysischem Dasein, sie bergen aber auch die Furcht, dieses verklärte und
    ästhetisierte Dasein als Illusion sich auflösen zu sehen. Sie zeigen den
    beschwörenden Versuch, den geahnten Zerfall aufzuhalten.
    Das setzt sich nahtlos fort in den Radierungen Ende der siebziger, Anfang
    der achtziger Jahre. Nicht von ungefähr kreisen die Motive des öfteren um
    Vincent van Gogh. Diese Hommage-Bilder sind auch ein Mittel, die eigene
    Position aufzuspüren. Wie van Gogh sieht er Erscheinungen seiner eigenen Welt
    - und stellt sie entsprechend dar - in überbordender Lust und nicht selten in
    tiefer Betroffenheit, ja Verletztheit. Es wundert nicht, dass sich diese
    Arbeiten zuletzt auflösen zu wollen scheinen. Immer abstraktere Formen machen
    sich bemerkbar.


    Schließlich legt Günter Ludwig beiseite, womit er begonnen hat: Papier,
    Leinwand, Pinsel, Stift, Farbe... Die achtziger Jahre, die in Deutschland
    überwiegend eine Phase der politischen Stagnation, wenn nicht
    Rückwärtsbewegung sind, verlangen dem Künstler hohe persönliche Opfer ab. Er
    ist gezwungen, sein Leben neu zu orientieren. Er zieht sich zurück, er
    verschließt sich. Die einzige Möglichkeit, sich zu äußern, ist für ihn ebenso
    ungewöhnlich wie naheliegend. Er entdeckt für sich die Potentiale der
    Technik; er versucht sich in immer neuen Lichtexperimenten. Gerade als ob er
    damit die Dunkelheit seines persönlichen Erlebens, in die er eingetaucht war,
    zu tilgen vermöchte. Zu den Lichtexperimenten tritt fast zeitgleich die
    Fotografie.


    Vom Licht, das in die Tiefe des menschlichen Herzens geht hat einmal der
    Musiker Robert Schumann gesprochen, als er über den Beruf und die
    Wirkungsmöglichkeit des Künstlers nachdachte. Das Licht ist jetzt für lange
    Zeit der Mittelpunkt von Günter Ludwigs Schaffen. Dazu gehört für ihn aber
    auch dessen Gegenwelt, der dunklere Raum. Oft ist es nur eine höchstens
    punktuelle Erhellung, die ihm anziehend erscheint. Seine Fotos demonstrieren
    das nachhaltig. Sie leben fast ausschließlich von dieser Dissonanz, seltener
    vom Zusammenklingen des Lichtes und der Dunkelheit, der Farben Schwarz und
    Weiß, und sie legen so das Ineinanderlaufen alles Erfahrenen nahe.
    Die mittleren und späten achtziger, in Deutschland überwiegend kulturell
    stagnativen, aber von einer technisch-ökonomischen Progression geprägten
    Jahre zeigen Günter Ludwig offenbar voller Misstrauen gegen alles dem Blick
    Schmeichelnde, gegen das einer gefälligen Ästhetik Verpflichtete, gegen das
    Vordergründige überhaupt. So verschärft er das bereits in den frühen
    achtziger Jahren begonnene Verfahren, seine zunächst subjektiv-realistischen
    Abbildungen in einem anschließenden Arbeitsschritt wieder dem Zugriff des
    Zweifels preiszugeben - in anarchischer, aggressiver, vielleicht manchmal
    auch verspielter Entzauberungslust - und das zuerst Entstandene so zu
    zerstören, dass sich der anfängliche gestalterische Ansatz und die danach
    aufkommende ratlose Distanz schließlich zu neuen, oftmals geradezu
    erschreckenden Bildern fügen.


    Das hört sich nach Schema, nach starrer Methode - und auch nach leichter
    Erklärbarkeit an. Doch Günter Ludwigs Bilder bleiben im Grunde immer offen
    und lassen sich schwerlich erklären. Oft mögen sie spontan-meditativen
    Ursprungs sein, dem Unbewussten abgewonnen. Das vordergründig Erfasste, rein
    fotografisch oder zusätzlich zeichnerisch bearbeitet, passt sich dem im
    Künstler selbst oft ganz anders präsenten Bild an - durch die nicht selten
    gewalttätig wirkende Retuschierung bei den Arbeiten seiner sogenannten freien
    Fotografie ab 1985, so dass hier zeichnerische, malerische und auch schon
    verbale Elemente in das fotografische Motiv eingreifen, korrespondierend und
    vielfach zersetzend.


    Die Wende zu den neunziger Jahren, die für Deutschland eine Epoche des
    nationalen Zusammenschlusses beginnen, der dabei teilweise auch einer
    rückwärts gewandten (rechts)nationalen Borniertheit das Wort spricht,
    vielleicht aus Furcht vor der grenzenlosen globalen Digitalisierung, die
    gleichfalls eintritt, sehen Günter Ludwig sowohl bei einer restaurativen
    Erneuerung seines früheren zeichnerischen Schaffens, wie zuletzt auch, davon
    wird noch die Rede sein, bei einem völligen Neubeginn auf dem Gebiet des
    Virtuellen.


    Ende der achtziger, Anfang der 90er Jahre schlägt er privat ein neues
    Kapitel auf, und auch künstlerisch insofern, als er Papier und Stifte wieder
    herausholt und die nun entstehenden Zeichnungen mit zahllosen Hinweisen auf
    die mittlerweile neu gewonnene Ordnung versieht. Ludwig setzt die Bilder,
    kaum ans Tageslicht gelangt, dem schon gewohnten anarchisch verwüstenden
    Zugriff aus, nicht zuletzt auch durch Vorgänge wie Aufweichen, Zerknittern,
    Zerfetzen des Zeichenpapiers und notdürftiges Wieder-Zusammenkleben - so dass
    sie den inneren Bildern noch mehr zu gleichen beginnen. Aufgelöste Formen
    scheinen sich nun zu organischen Mustern zu fügen, sich festen, geometrischen
    Figuren anzupassen oder mit ihnen im Widerstreit zu liegen. Günther Ludwigs
    nach wie vor dissonante Bilder leben in dieser Zeit oft ausschließlich von
    der Suche nach dem geeigneten Ausdruck der inzwischen gemachten Erfahrungen.
    Und er scheut aufgezwungene Beengtheit. Selbst Großformate scheinen ihm
    noch zu wenig Raum zu lassen, so als ob er ausbrechen, sich ausweiten, die
    Umgebung in seine schöpferische Umgestaltung mit einbeziehen wollte. Die
    Botschaft heißt Raum ohne Grenzen - ich weiß, ich spüre dich, heißt es
    indirekt programmatisch einmal (1993) anlässlich der Zeichnung Kontemplativ.
    Immer augenfälliger werden in den Zeichnungen seit Anfang der 90er-Jahre
    die verbalen Zusätze. Mal strophisch, mal in freier Prosa, mal splitterhaft
    kurz, mal ausführlicher - Assoziationen sind es, Erklärungen, flüchtige
    expressive Marginalien, wie zum Beispiel das resignative Doch all das bringt
    mich wenig weit in einer Grafitzeichnung und Collage von 1982. Man kann
    durchaus an Horst Janssen denken, dem sich Ludwig verbunden weiß. Doch anders
    als beim ausufernden Janssen ist Günter Ludwigs Ton von minimalistisch
    einfacher und pointierender Bedenklichkeit: Du hast nichts zu tun, als dein
    Leben, wie du es unter mancherlei Umständen vorfindest, fortzusetzen.
    Bewußtwerdung als persönliches, prozesshaftes Leitmotiv.


    Zunehmend nutzt Günther Ludwig die Sprache als Strukturelement, so als ob
    er Worten mehr Unmissverständlichkeit zutraute und als ob er deren
    akustischen Nachhall im Leser dann erst visuell akzentuieren wollte. Worte,
    die zugleich illustrieren, wenn sie in die Zeichnung eingehen, die in ihrer
    äußeren Textstruktur allerdings manches Mal schon wieder halb gelöscht oder
    überarbeitet sind. Als ob ihn solche Wort-Bilder zu einem weiter gespannten
    Ziel führen sollten. Der Visionär des immer ungefügter Umrissenen scheint
    sich immer stärker an die Wortgestalt anlehnen zu wollen.
    Die Wirklichkeit ist nicht mehr da, stellt er in der Zeichnung
    Zeit-Landschaft vom Februar 1994 fest. Er meint das unanhaltbare Vergehen des
    momentan Empfundenen. Es ist dies wohl ein weiter Hinweis auf das schwindende
    Vertrauen des Künstlers in die zeichnerischen Optionen, in die Möglichkeit,
    den gegenwärtigen glückhaften Augenblick zum Verweilen zu bringen oder die
    Wirklichkeit unvermittelt einzufangen, Erinnerungs- und Erneuerungskraft als
    unbeeinflussbare Eigenheit sicherzustellen.


    Verlässt sich Günther Ludwig deshalb verstärkt auf Worte und hofft er
    so auf unbegrenztere Phantasieräume? Im oben genannten Bild Zeitlandschaft
    ist die Auflösung des bisher noch Erhaltengebliebenen vorangeschritten.
    Selbst das sonst hilfreiche Liniennetz, das Ludwig vereinzelt einarbeitet,
    beginnt hier zu verblassen. Im großflächig überwischten Feld werden Reste des
    Ausgelöschten zum rudimentär-unwirklichen Schemen. Dafür nimmt die in
    früheren Bildern oft ungehemmte Dunkelschraffur gebändigte Form an. Und eine
    einzelne, willkürliche Linie, wie der neugierig tastende Fühler eines
    Fabeltieres, zuckt über das Blatt. Fast gleichzeitig entsteht aber auch die
    Reihe seiner Bilder mit Blumen- und Erdmotiven. Als in den Armen der Natur
    aufgehoben und von einer ruhigen Gewissheit erfüllt erfahren wir den Künstler
    - und das nicht nur hier, sondern durchgängig bis zur Gegenwart: Immer wieder
    ist der Einbezug von Naturelementen tragend, wenn auch manchmal nur noch
    sublim erahnbar.


    Kunst ist, was die Welt wird, können wir bei Karl Kraus lesen. Günter
    Ludwigs Sicht auf die Welt hat mit diesen Zeichnungen, bis in die Mitte der
    neunziger Jahre, längst die abbildende Oberfläche verlassen. Er sucht nach
    einer neuen Wirklichkeit.


    Gibt er deshalb ab 1994 zunehmend auch der Farbe stabilisierenden Raum,
    einem lockenden, vitalen Rot, Grün oder Blau und den aus ihnen sich nährenden
    Verbindungen? Betrachtet man Farbe, formale Anordnung und eingebrachte
    Sprachrudimente im Zusammenwirken, so möchte man immer deutlicher ablesen,
    worauf der Künstler sinnt: Darauf, die Zeichenhaftigkeit alles Erfassbaren
    festzuhalten. Das Zeichen als Grundelement, als Baustein der erfahrenen
    Wirklichkeit, als Chiffre, in der sich das eigene Denken und dessen
    Widerstrahlung aus der Außenwelt decken.


    Nach seinen Erfahrungen mit den ihm begrenzt erscheinenden Möglichkeiten
    manueller Grafik und seinem vermehrten Einbezug der Zeichen wundert es wenig,
    dass Ludwig seit 1995 digitale Ausdrucksmöglichkeiten auszuloten beginnt.
    Nach seiner Überzeugung lässt sich inneres Sehen auch mit digitaler Technik
    ausdrücken, in dieser immer omnipotenteren Variante einer Zeichenwelt, und
    nur scheinbar in virtueller Distanz, in Wirklichkeit aber sehr naherückend
    und mit ganz neuen Bewegungsmöglichkeiten gestalterischer Phantasie.
    Ich verwende für Günter Ludwigs Werke der letzten Jahre den heute
    üblichen Begriff Computergrafik nur mit schlechtem Gewissen. Er drückt wenig
    aus von dem, was im einzelnen als Vorlage digitalisiert worden ist. Betrachte
    ich die synthetisch entstandenen Figuren, Zeichen, Bewegungen etc. in ihren
    virtuellen Räumen, so empfinde ich sie zunächst als verfremdete Konstrukte.
    Gleich aber als höchst aufregend. Diese Grafiken verlangen mir eine
    Neuorientierung von Sensibilität und Rezeptivität ab. Der elektronische
    Schein erfordert und erzeugt neues und subtiles Bewusstsein.
    Schein und Wirklichkeit lösen sich auf, beides wird als simuliert
    erkennbar. Man entdeckt u.a. den übertrieben geglätteten, ironisierenden
    Superrealismus sowie aber auch stark subjektiven Neoexpressionismus - alles
    in Prozesshaftigkeit begriffen, alles weiterdenkbar, alles offen - wie auch
    die eingearbeiteten Wortsegmente Offenheit sind in ihrer Subjektivität. Und
    man entdeckt wieder Günter Ludwigs frühere surrealistische Elemente,
    Phantasien, Traumanrisse, Assoziationen sowie eine geradezu durchscheinende
    und doch eigentümlich vitale figurative Körperlichkeit.


    Vergleichbar den Jahresringen eines Baumes schichten sich in den neuen
    Grafiken mehrere Generationen von Geschaffenem. Frühe Zeichnungen,
    Radierungen, Fotografien finden sich wieder und spannen einen Bogen der
    ästhetischen Fiktion. Mich erinnern diese Arbeiten manchmal an weit
    zurückliegende Wurzeln. An den Pariser Surrealismus der 30er-Jahre. Oder da
    sind die späteren Warhol und Rauschenberg, die die Wirklichkeitstreue der
    Fotos durch ästhetische Manipulation, durch Vergößerung oder Vergröberung
    z.B. aufheben. Auch die Medienkunst Günter Ludwigs überschreitet die einfach
    nur authentische Reproduktion von Wirklichkeit.


    Vor wenigen Monaten noch sah ich Günter Ludwig mit Pinsel und Farbe am
    Werk. Nun türmen sich um ihn CD-Roms, Disketten, Scanner, Tastaturen,
    Monitore, Drucker und dergleichen. Pixel und Bites werden bedeutsam. Es
    könnten einem da die Kritiker alter Schule einfallen, die von der Muse aus
    der Steckdose sprechen, wenn sie an Computerkunst denken.
    Ich fragte mich schon auch, ob nicht das Kreative mit dem Computer
    sozusagen automatisch zu einem Abschluss kommt. Und anfangs, wenn ich ehrlich
    bin, waren mir diese Gerätschaften mit ihren mir meist unbegreifbaren
    Optionen mehr als suspekt. Sie schienen ein Eigenleben zu haben und den
    Benutzer zu degradieren. Doch für Günter Ludwig ist der Computer nicht der
    entmündigende technische Dominus, auch nicht einfach nur der programmierbare
    Automat, sondern gleichsam - wie bisher - Pinsel, Kamera, Feder etc. Der
    Bedienende bleibt Creator, weist an, schafft weiter die Bilder seiner
    Vorstellung. Die so entstehenden Werke leben, sie bewegen, sie fesseln.
    Diese Kunst Günter Ludwigs ist einmal von leuchtender Fabgebung und
    -vielfalt, dann wieder monochron. Ihre Farbkonstruktion scheint mir oft
    Bildgrundlage im Sinne von Goethes Maxime, nach der sich Bilder aus der Farbe
    heraus entwickeln sollen, sie ist aber vor allem auch weiterhin bedingt durch
    die Verbindung von Bild und Text. Diese multimediale, virtuelle Welt hat sich
    zum intellektuellen, von Sprache durchdrungenen Raum erweitert, zur
    literarisierten Cyberwelt, die, meist zentral, vom Individuum beherrscht
    wird, verankert in einem großen Gefühl, wie ich es nennen möchte. Die
    Bildmotive sind eine Imagination der inneren Erlebnisräume.


    Lange Zeit hatte man in Günter Ludwigs Bildern der neunziger Jahre
    vergebens nach dem Menschenbild gesucht. In diesen Computergrafiken der
    letzten Jahre ist ein Wiederaufleben des Porträts, des Figurativen überhaupt
    zu verzeichnen, meist jedoch abstrakt durchbrochen. Aber vor allem, meine
    ich, ist seine digitale Ästhetik geprägt von Anmut.


    Von 1995 bis 1998 entstand die Grafik-Serie Im Windflug Worte zum
    gleichlautenden Gedicht-Zyklus aus meiner Feder. Das Zusammengehen von Bild
    sowie integriertem Gedichtfragment mit meiner lyrischen Intention war für
    mich faszinierend zu sehen. Die zum Bildinhalt gewordenen Wörter und
    Buchstaben zeigen sich in neuer, nicht unbedingt in der von mir gedachten
    Bedeutung. Mir er-staunliche Wortzusammenhänge werden suggeriert. Günter
    Ludwig illustriert die Gedichte aus dem Windflug-Zyklus so, dass er mir dazu
    verhilft, sie neu zu betrachten. Er verdichtet die vorliegenden Sprachbilder
    oder lässt sie zerfallen, Zeilen überspannen das Bild, sie dehnen sich, sie
    flammen auf, sie verlöschen. - Ich nehme diese Grafiken möglichst unabhängig
    von meiner Einbezogenheit auf.


    So sehe ich die späten Werke Günter Ludwigs überhaupt, auch die kürzlich
    entstandenen Bilderreihen, vom Pharaonen-Zyklus, über die Illustrationen meiner
    Harry Voss-Erzählungen bis hin zu dem gewaltigen Vorhaben der Welt
    LICHT MÄRCHEN, durchaus als schöpferischen Kulminationspunk. Immer sind
    diese Bilder auch narrative Auseinandersetzung. Sie setzen die Erzählung fort.
    Licht und Dunkel greifen ineinander. Farben und kalte, befehden sich
    oder geben einander Halt. Ins Auge fallen, nach wie vor, die Schattenseiten, die
    nachtdunklen Schrecken. Aus ihnen bricht aber fast immer ein Suchen nach
    Licht, nach dem Lebensfrohen und Sinnlichen hervor. Solches halbverschüttete,
    skeptische Hoffen auf harmonische Aufhellung zeigen seine Märchenillustrationen.

    Günter Ludwig wird zunehmend Romantiker - auch wenn er sich an Wirklichkeit
    annähert, so geschieht das häufig nur noch verstohlen. Seine Sicht des
    Geschehenden bekennt sich als subjektive Wirklichkeit, als das träumerisch
    Imaginierte. Als das ungestillte Sehnen des an der Welt Leidenden.
    Unaussprechliches und das hinter dem vordergründig sich Vollziehenden Fühlbare
    versucht er sichtbar zu machen. Das Gefühl - so hat es Caspar David Friedrich
    formuliert, und so ist au Günter Ludwig zu übertragen - das Gefühl ist des Künstlers Gesetz.
    ca. 1982 ;-)))
    1982
  • Vita - 2002

    Vita Günter Ludwig

    1950 geboren in Rosenthal - Peine.
    1963 erste Zeichnungen nach Goya und Rembrandt.
    1973-1975 Abitur.
    *Studium zum Maschinenbaukonstrukteur.
    *Ölbilder und Zeichnungen
    1975-1979 Studium zum Industriedesigner.
    *60 großformatige Zeichnungen zum Thema: Mumien, Erotik, Porträts
    1977 erste Einzelausstellung-Galerie Naescher in Goslar, Ölbilder und Zeichnungen.
    1978 erste Radierung.
    1979-1984 freischaffender Maler und Grafiker.
    *Einrichtung einer Radierwerkstatt.
    1982 letztes Ölbild.
    *Zeichnungen, Radierungen
    1983 letzte Radierung.
    *9 monatiges Stipendium im Atelierhaus Worpswede für Handzeichnung und Druckgrafik.
    1984 Auswahl Märkisches Stipendium für Zeichnung und Druckgrafik.
    1984-1987 Designer- und Industriefotograf.
    1985 s/w - Fotoarbeiten loser Objekte.
    *Angie - Zyklus.
    Landschaften.
    1986 vorerst letzte Zeichnung.
    1987 Gründung der Werbeagentur PAN-Design
    1988 Zwischenzeichnungen ( Karezza - animalische Konfrontation mit einer Frau ) - Leidenschaften
    1989 Designer für Werbung und Werbefotografie
    1992 105 großformatige Zeichnungen über den Adrenalinmenschen (Gieren nach Action. Worte aufbrauchen. Mahlen wir zu Staub wie Sex und Tod.).
    1993 Lichtobjekte (Lichttotems)
    1994 100 internationale Fotografen, Wien, Salzburg, Berlin. Der molussische Torso - zu einem topografischen Fotoobjekt von PALME RICHTEX
    *Zusammenarbeit mit dem Autor Roland Schreyer an dem Buch: Im Windflug Worte
    seit 1996 Ausstellung, Kulturtage Barsinghausen, Digitale Bilder.
    Zusammenarbeit mit dem Autor Roland Schreyer an dem Buch: Im Windflug Worte
    200 digital erstellte Illustrationen zu Gedichten
    1997 CD-ROM-Projekt: Digitale Bilder, Illustrationen, Texte Roland Schreyer.
    *3 Digital-Videofilme: Günter Ludwig Illustrationen zu Im Windflug Worte; G. Ludwig Neue Bilder;
    *G. Ludwig Layout zu Im Windflug Worte
    *Plakat zu dem Theaterstück der Deister-Freilichtbühne Barsinghausen:
    Verwerfungen oder nun lache wieder Sophie- von Roland Schreyer. (Aufführungen 1998)
    *2.interaktives CD-ROM-Projekt - über den Künstler Günter Ludwig, von Germund Mielke.
    *Erste Tagebuchnotizen von Roland Schreyer über Günter Ludwig
    *Ausstellung, Friedenskirche Hannover, Zeichnungen, Einzelausstellung.
    *Eröffnung der Wanderausstellung: Verdichtete Sprachbilder durch europäische Städte (digitale Bilder) in Springe
    1998 Digital-Video-Film über den Künstler Andreas Rimkus - Skulpturen-.
    *Digital-Video-Film: Der chinesische Hochzeitsschrank.
    *Illustrationen und Digitale Erstellung des Buches: WELT LICHT MÄRCHEN.
    (Zusammengetragen und kommentiert von Dr. Alfred Schröcker, Herausgeber:
    Paulmann Licht GmbH, Springe).
    *Digital-Video-Film: -Tropfen- nach einem Gedicht von Roland Schreyer.
    *Zweite Tagebuchnotizen von Roland Schreyer über Günter Ludwig
    1999 Digital-Video-Film: Totengespräch zwischen Sethos und Ramses.
    *Bildzyklus: KAFKA-GEORGE.
    *Zweite CD-ROM, bild & show G. Ludwig - Digitale Bilder.
    *Bildzyklus: KAFKA-GEORGE.
    *Zweite Ausstellung -WELT LICHT MÄRCHEN- in der Abtei Wunstorf,
    *Zweite CD-ROM, bild & show G. Ludwig - Digitale Bilder.
    2000 Matthias Schönfeld widmet G. Ludwig : http://www.artgate-online...de,
    ein virtuelles Museum
    *Hannover, Auftrag vom Kommunalverband Großraum Hannover: Denker im Bus,
    Plakat und CI-Projekt.
    *Andreas Rimkus im Internet. WEB-Design G. Ludwig,
    http://www.a-rimkus.de
    *Digitale Druckgrafik zum Thema Märchen
    2001 Homepagedesign: u.a. www.inspiration-yacht.de, www.prov-europe.com
    *Digitale Druckgrafik zum Thema: Im Windflug Worte nach Gedichten von Roland Schreyer
    2002 Kulturtage Barsinghausen ( erste Bekanntschaft mit Jochen Heilmann (Semperoper Dresden) -in Planung: Aufführungen Bild-Musik-Lesungen zum Thema Märchen.
    *Ein Zyklus im Entstehen zum Thema 100 Masken. Zeichnungen zum Kontext: Wegbegleitung, Spiegelbildes, Versteckens und der Charakteristik des Lebens.(aktuelle Präsentation in der www.artgalerie-europe.de)
    *Neue Zeichnungen: Körperliche Landschaften (aktuelle Präsentation in der www.artgalerie-europe.de)
    2003 Der Cargo-Verlag, Braunschweig, plant mit Günter Ludwig ein Buch über die Buschmänner. Erzählungen der Buschmänner mit Bildern zum Thema. Buch und Bilder für eine Wanderausstellung.
    2004 Wilder Mohn, Roter Mohn: Naturinspirierte Pastellzeichnungen vom Mohn. The colours of your energies. Zugeordnet den Texten von Villon, Löns uvm. Gedenken an Kinski und seiner Rezitation vom "Wilden Erdbeermund" nach Villon.
    *Erste Zeichnungen zu den Erzählungen der Buschmänner.
    -

    Einzelausstellungen
    1977 Galerie Naescher in Goslar, Ölbilder und Zeichnungen.
    1978 Galerie Lilo Schmidt, Schneverdingen, Zeichnungen u. Radierungen
    BBK-Niedersachsen, Hannover
    1980 Galerie Blankenese, Hamburg, Zeichnungen, Radierungen
    1986 Fotogalerie The Compagnie, Hamburg, Fotoarbeiten,
    Galerie Lilo Schmidt, Schneverdingen, Zeichnungen u. Radierungen
    1992 Galerie Zörnig+Mock, Hannover, Fotoarbeiten, Zeichnungen
    Fotogalerie Bordenau, Neustadt, Fotoarbeiten,
    Friedenskirche Hannover, Zeichnungen,
    1994 Friedenskirche Hannover, Zeichnungen,
    1997 Eröffnung der Wanderausstellung: Verdichtete Sprachbilder durch europäische Städte (digitale Bilder) in Springe
    1998 Historisches Rathaus Hannover Münden, Digitale Bilder
    Ausstellung zu dem Thema: - WELT LICHT MÄRCHEN - Illustrationen und Variationen in Springe, Paulmann Licht GmbH.
    1999 Zweite Ausstellung -WELT LICHT MÄRCHEN- in der Abtei Wunstorf,
    2000 Hannover, Kommunalverband Großraum Hannover, Digitale Bilder,
    gefördert durch REGIOBUS Hannover
    Galerie Christoph Bechauf, Bielefeld,
    2001 Musée du Donjon, Niort (Frankreich) TOUCHER, Günter Ludwig, peinture
    Galerie im Bahnhof, Springe
    2002 Galerie in der Remise, Halle Westfalen
    Zeichnungen und Digitale Druckgrafik -Kreuzigungen, Kafka-Gregor, Die Verwandlung, Könige (Setos,Ramses,Nefertari), Märchen.
    2002 / 2003 Technologiezentrum Bielefeld.
    2003 Kunstverein Barsinghausen, 40 Zeichnungen

    -

    Gruppenausstellungen
    1978 Ausstellung Schloß Zeist, Uetrecht, Radierungen.
    Galerie Lilo Schmidt, Schneverdingen, Zeichnungen u. Radierungen
    Galerie Kühl, Hannover, Zeichnungen.
    1979 Ausstellung Galerie Jochen Weise, Hannover, (mit Professoren der HbK
    -Braunschweig)
    Landesausstellung des BBK-Niedersachsen, Hannover, Zeichnungen.
    1980 Hannoversche Künstler in Polen-Olztyn, Zeichnungen.
    1982 Münsterlandmuseum Burg Vischering, Lüdinghausen, Radierungen.
    1983 Atelierhaus Worpswede
    1984 Städtische Galerie Lüdenscheid, Zeichner fürs Märkische Stipendium.
    Biennale hannoverscher Künstler, Kubus Hannover, Zeichnungen.
    INTERGRAFIK `84, Ostberlin, Radierungen.
    1986 Kunstverein Hannover, Fotoarbeiten.
    1988 Kunstverein Hannover, Fotoarbeiten
    BBK-Hannover
    1996 Kulturtage Barsinghausen, Digitale Bilder.
    2000 Galerie Christoph Bechauf, Bielefeld, mit Rainer Krause zur
    Neueröffnung der Galerie
    2001 Technologiezentrum Bielefeld: FACETTEN. Eine
    Gemeinschaftsausstellung veranstaltet von www.artistsdirect.de
    2002 Kulturtage Barsinghausen

    -

    Bibliografie
    1983 Katalog INTERGRAFIK `84, Ostberlin, Radierungen.
    1992 105 großformatige Zeichnungen über den Adrenalinmenschen, Katalog G. Hindemitt, R. Schreyer
    1994 100 internationale Fotografen, es erscheint das Buch: Der molussische Torso - zu einem topografischen Fotoobjekt von PALME RICHTEX im
    ExPresse-Verlag, Wien.
    1999 CD-ROM, bild & show G. Ludwig - Von der Zeichnung zur Digitalen Kunst
    2000 Sonderausgabe:Könige: Setos, Ramses und Nefertari (G. Ludwig, Digitale Druckgrafik)
    Artgate- Katalog Günter Ludwig, Digitale Druckgrafik
    WELT LICHT MÄRCHEN, Das Märchenbuch von Dr. Alfred Schröcker u. Günter Ludwig
    Internet:: Matthias Schönfeld widmet G. Ludwig :
    http://www.artgate-online...com -ein virtuelles Museum
    2001 Musée du Donjon, Niort (Frankreich) TOUCHER, Günter Ludwig peinture, Andreas Rimkus sculpture. 114 seitiger Katalog. ISBN 2-911017-23-4


     




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    ISBN: 978-3-9809768-9-3
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    http://www.storia-verlag.d..e











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    Riguardo quest'offerta, devo premettere che quasi tutti i motivi delle mie opere sono disponibili come stampe a pigmenti in taglia originale. Ogni edizione e' di solito stampata fino a 49 pezzi. Le stampe sono firmate a mano e numerate.

    Quando avrete scelto il vostro motivo, non esitate a chiedermelo. I prezzi sono adeguati! La maggior parte dei collezionisti e amanti d'arte preferiscono carta fatta a mano, 310 grammi e con orli lacerati, dunque di qualita' superiore!



    Qualita' assoluta

    Le stampe di Pigment Fine Art Prints sono di qualita' superiore.

    Produciamo le nostre stampe a pigmenti in una procedura a 7 colori Inkjet-Piezo usando inchiostro pigmentato resistente al colore. Questo inchiostro viene in gocce di dimensioni diverse fino a 3 pico-litri e con una risoluzione massima di 1440 dpi.



    Tecnologia di EPSON UltraChrome

    Usiamo la Tecnologia EPSON UltraChrome, la principale tecnologia all'avanguardia. La Stylus Pro 7600/9600 ci dà la possibilità di produrre stampe di alta qualita' su una varieta' di tessuti di stampa diversi: dalla seta delicata naturale alla tela pesante, dalla leggera carta trasparente alla carta fatta a mano e al cartone di acquarelli con uno spessore di 1,5 mm. Una gestione consistente di colori con profili ICC optimizzati per ognuna delle mie carte di ottima qualita' rende possibile riprodurre anche le sfumature piu' delicate di colore e dettagli d'immagine.

    Una edizione limitata di 50 stampe/motivi garantiscono il valore della collezione.



    Lentamente, ma meglio

    Per ottenere l'informazione migliore dalle immagini, usiamo processori Raster Image (RIP) che ci danno ogni linea di stampa su carta con un overlay dalle 4 alle 8 volte. Ci vogliono fino a 2.7 ore per stampare una singola immagine della dimensione di 85x120 centimetri su carta fatta a mano. Questo metodo impiega molto tempo, pero' si ottengono risultati di qualita' assoluta.




    z.B.
    Günter Ludwig
    Spuren
    Autographed prints

    Pigment Print
    Format 100 x 70 cm
    Paper: Hahnemühle,
    Genuine Handmade 310 g
    Limited edition: 49 pieces

    290,00 EUR
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    in tutto il mondo!

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