Die Euro 08 wirft ihren gnädigen Schatten auf die Schweiz. Die Diskussion dreht sich um Sitzplatzstadien, Rayonverbot, Sicherheitskosten, Public Viewing, Lizenzen, Fanmeilen, Fernsehformate oder Ticketing im Kreis. Rein kommerziell sind die Interessen der wenigen an der Sonne. Berappen werden der Staat, die Fans und der Konsument. Unzählige Freiwillige maximieren den Ertrag.
Kutti MC, Heidi Happy und Baze sowie Produzent Benfay öffnen jetzt die Schleusen der Befindlichkeiten zu diesem für die Schweiz ungesehenen Grossanlass. Die Drei wagen eine musikalische An- und Vorhersage und verlassen den heiligen Rasen.
Es sei das Katerlied zur Euro 08, gesteht Kutti MC. Er habe nie an eine Euro-Hymmne gedacht, das nähme ihm keiner ab. Kutti MC will und wird im Schatten stehen. „90 Minute für mi“ ist aber nicht das Dagegen oder gar Aufruf zum Boykott. Die Freiheit, zu entscheiden, was der Einzelne zischen dem 7. und 29. Juni 2007 in Bern, Basel, Zürich und sonst wo in der Schweiz tut, ist die gestellte Sinnfrage.
Er fände es schon cool, dass Europa zu Gast in Bern sei, gibt Baze zu. Die Gäste seien ihm willkommen, weniger die Funktionäre. „90 Minute für mi“ rollt wie der Ball und will doch keiner sein. Die völlige Unabhängigkeit dieser Zusammenarbeit und Produktion sichert den ungetrübten Blick auf den anstehenden Europa-Event.
Auch der Wettbewerb um Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit der Euro 08 ist dem Lied zuwider. Gerade deswegen ist „90 Minute für mi“ weniger Denkanstoss denn Prognose. Der Mundarttext liebäugelt mit Verzicht, Rückzug und Wegsehen. Eben der ganz persönlichen (Nicht-)Euphorie abseits des Mainstreams.
wis haut so louft, es zieht aus vor dim oug verbi
du besch e teil drvo, e teil vor euphorie
loufsch ihr meute mit, tröimsch so vor di hi
freusch di mit ine, när ischs oscho verbi
Das Spiel doch sei willkommen. Fussball regt an. „Wer an den Ball will, muss sich öffnen.“ philosophiert Heidi Happy. „Freistellen! Du meinst Freistellen.“ wirft Baze ein. „Der Ball ist rund und ich will eins mit ihm sein.“ fordert Kutti MC.
HEY:wer will hammer BEATS?! und braucht noch prof....aufnahmen?!das
und vieles mehr,bei:DEAD CULTURE PRODUCTIONS:von mo-fr 10.oo bis
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Psychedelische Klänge aus den wilden Sechzigern und Siebziger Jahren, Death Metal, Extreme Noise Core und politischer Hip Hop assoziert man wohl nicht gerade mit der arabischen Welt. Aber genau um diese Musikwelt geht es in der audio-visuellen Lesung & Performance "Sonic Traces From the Arab World" von norient (Thomas Burkhalter, Simon Grab & Michael Spahr). Auf eine besondere Art werden Forschungsergebnisse aus dem Labor von www.norient.com präsentiert: Ungewohnte Töne aus der arabischen Welt werden gemixt, dazu entsteht eine Videocollage aus Eindrücken aus dem arabischen Raum, Found Footage und Video Clips. Das Ganze präsentiert norient als interaktive Live Performance. Die Performance wurde mit dem sitemapping Preis des Bundesamts für Kultur ausgezeichnet.
„Gute Idee. Insbesondere angesichts all der anderen Euro-Songs, von denen die meisten dümmer sind, als es der Schiedsrichter erlaubt.“ (Tina Uhlmann, Berner Zeitung, Ausgabe 7.5. 2008)