that you never felt befor!
Nicht alle Schmerzen sind heilbar
Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.
Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.
Ein Lächeln vielleicht
Meine Beine können nicht laufen, sie liegen ganz still.
Meine Hände nicht greifen, auch nicht wenn ich will.
Meinen Kopf kann ich nicht halten, die Stütze hält ihn für mich.
Doch meine Augen können sehen, sie sehen auch dich.
Ich frage mich, was du im Augenblick denkst,
ob du weg schaust, oder ein Lächeln mir schenkst.
Bleibst du jetzt stumm, oder sprichst du mit mir?
Ich unterhalte mich gerne, auch mit dir.
Wenn ich dann spüre, dass du mich magst
und nicht nach meiner Behinderung fragst,
bekommt auch mein Leben einen Sinn,
es fällt mir leichter, dass behindert ich bin.
Björn Stommel, 24 Jahre, Rollstuhlfahrer aus seinem Buch: Ein Lächeln vielleicht
Welke Blätter
Plötzlich hallt mein
Schritt nicht mehr,
sondern rauscht leise,
leise
wie die tränenvolle
Weise,
die ich sing', vor
Sehnsucht schwer.
Unter meinen müden
Beinen,
die ich hebe wie im
Traum,
liegen tot und voll von
Weinen
Blätter von dem grossen
Baum.
(Selma Meerbaum-Eisinger mit 15 Jahren...3 Jahre bevor sie im SS - Arbeitslager Michailowska starb)
Sozusagen ein Mailied (1938)
Manchmal, mitten in jenen Nächten,
Die ein jeglicher von uns kennt,
Wartend auf den Schlaf des Gerechten,
Wie man ihn seltsamerweise nennt,
Denke ich an den Rhein und die Elbe,
Und kleiner, aber meiner, die Spree.
Und immer wieder ist es das selbe:
Das Denken tut verteufelt weh.
Manchmal, mitten im freien Manhattan,
Unterwegs auf der Jagd nach dem Glück,
Hör ich auf einmal das Rasseln von Ketten.
Und das bringt mich wieder auf Preussen zurück.
Ob dort die Vögel zu singen wagen?
Gibts das noch: Werder im Blütenschnee...
Wie mag die Havel das alles ertragen,
Und was sagt der alte Grunewaldsee?
Manchmal, angesichts neuer Bekanntschaft
Mit üppiger Flora, - glad to see -
Sehnt sichs in mir nach magerer Landschaft,
Sandiger Kiefer, weiss nicht wie.
Was wissen Primeln und Geranien
Von Rassenkunde und Medizin...
Ob Ecke Uhland die Kastanien
Wohl blühn?
Einer Negerin im Harlem - Express
Dunkles Mädchen eines fremden Stammes,
Tief im Dschungel dieser fremden Stadt,
Sagt mir, was dein Herz gelitten hat.
Immer möchte ich dich leise fragen:
Weisst du, dass wir heimlich Schwestern sind?
Du, des Kongo dunkelbraune Tochter,
Ich, Europas blasses Judenkind.
Vor der Schmach, die Abkunft zu verstecken,
Schützt dich, allen sichtbar, deine Haut.
- Vor der andern Hass, da sie entdecken,
Dass sie dir >>versehentlich<< vertraut.
Der kleine Unterschied
Es sprach zum Mister Goodwill
ein deutscher Emigrant:
>>Gewiss, es bleibt dasselbe,
sag ich nun land statt Land,
sag ich für Heimat homeland
und poem für Gedicht.
Gewiss, ich bin sehr happy:
Doch glücklich bin ich nicht.<<


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