Soll man es Pop nennen? Oder Folk? Singer-Songwriter? Oder einen dieser neuen, albernen Begriffe bemühen? Soll man nicht. Will man nicht. Und falsch wäre es auch. Kann nur falsch sein. Denn das hier macht sprachlos. Und wie soll man Sprachlosigkeit beschreiben?
Auf jeden Fall subjektiv. Also vielleicht so: Als ich A Golden Pony Boy zum ersten Mal höre, lehne ich mit einem Bier an einer Säule vor einer Bühne und warte auf etwas ganz anderes. Ich erwarte nichts. Und bin dementsprechend auf nichts gefaßt. Was kommt, ist viel: zwei Jungs mit zwei akustischen Gitarren. Und ein erstes Lied, das mir seltsam fremd vorkommt und zugleich vertraut. Eine Melodie, die ich unbedingt kennen, die sich aber nicht so leicht offenbaren will. Mehr Zeit einfordert. Mehr Zuhören. Und ein Refrain, den ich unbedingt mitsingen will. Der sich aber, so ganz ohne klebrige Reime und allzu geläufige Phrasen, dem Gedächtnis immer wieder entzieht.
Wenig später ein ganz ähnliches Gefühl, nur anders: Wenn der Schluß-Chor schon vor Beginn eines Songs als „schwierig“ angekündigt und trotzdem um zahlreiches Mitsingen gebeten wird – dann der Ehrgeiz wach. Und, verflucht, er ist schwierig. Aber man hat den Eindruck, er muß genau so sein, wie er ist. Und das Gefühl drängt sich auf, daß die „schwierigen“ Melodien allzu oft die besseren sind. Aber warum? Auch dieses Lied läßt mich berührt. Und ratlos.
Was ist das bloß für Musik? Was für eine Band? Was für ein Auftritt? Adjektive, die zur Beschreibung einfallen, sind genau so wahr wie ihr Gegenteil. Schüchtern und selbstbewußt. Dezent und opulent. Direkt und verspielt. Ernst und albern. Entspannt und spannend. Einfach und raffiniert. Süß und bitter. Nüchtern und märchenhaft. Das ist mein erster Eindruck. Und der zweite. Und dritte... Zwei, die vom Finden singen und Verlieren. Vom Berühmtsein und Berührtsein. Vom Wollen und Können. Vom Großwerden und Kleinbleiben. Vom Leben eben. Von Momenten, in denen man sich wiederfindet. Aber sie sprechen mit Worten, Bildern, Tönen, die man so nicht kennt. Und mit einem beeindruckend offenen und verstehenden Blick auf die Welt.
Inzwischen kann ich eine ganze Menge mitsingen. Auch den schwierigen Chor (gut, dass man im Auto so ungestört üben kann...). Und irgendwie bin ich stolz deswegen. Ich kann ichweißnichtwieviele Songs viel lückenloser mitsingen, aber stolz war ich deswegen noch nie. Vielleicht kommt das von diesem unbestimmten Gefühl beim ersten Hören. Daß die Melodien und Worte sich „verweigern“ wollen. Ich habe viel zugehört. Ich habe sie mir erobert.
Eigentlich ist also alles ganz einfach: die Jungs können mit ihren Instrumenten umgehen. Sie können mit dem Publikum umgehen. Und sie schreiben Songs, die es schaffen zu verführen. Den Hörer mitnehmen in ihre ganze eigene Welt. Und das so raffiniert, daß man sich am Ende nicht als Verführter sondern als Eroberer fühlt. Und das läßt sich dann auch ganz leicht in Worte fassen: Man muß sie lieben. Warum? Das fragt man nicht mehr, wenn man sie ein Mal gehört hat.
ich durfte dieses tolle, sehr schauspielerisch nahe lächeln, dank euch oft zeigen. war echt gut mit euch dreien.ich hoffe diejenigen die das lesen verstehen das falsch!!!