ALARMSIGNAL UND DER VORWURF DER VERUNGLIMPFUNG DES
STAATES UND SEINER SYMBOLE
Eine lächerliche Geschichte oder ein
Drama in 4 Akten,
allerdings mit einem Akt Happy End
Akt 1: Die Anzeige
Anfang April stöbert ein aufmerksamer Bürger auf den
Internetseiten von Amazon.de und anderen Onlinekaufhäusern und wird dabei auf
ein CD Cover der Celler Punkrockgruppe Alarmsignal aufmerksam. Das Titelbild
der CD mit Namen “Fahneneid“ zeigt 3 Personen, die angeblich vor der deutschen
Nationalfahne stehen und auf diese urinieren. Für den Internetsurfer stellt
dieses Coverbild ganz klar eine Straftat im Sinne der Verunglimpfung des
Staates und seiner Symbole dar und so erstatt er Anzeige gegen die Band.
Akt 2: Die Polizei
Die Polizei versucht zunächst herauszufinden, welche
Personen der Band angehören, da ihr nur die Kürzel der Bandmitglieder
vorliegen. Ein aktenkundiger Gitarrist der Band kann wenig später ermittelt
werden. Dieser stieß aber erst nach Veröffentlichung des umstrittenen Albums
zur besagten Musikgruppe, weshalb er als Zeuge vorgeladen wird, um Angaben zur
Sache und den anderen Bandmitgliedern zu machen. Da er die Einladung der
Polizei allerdings nicht annimmt, muss eine andere Vorgehensweise her. So
versuchen die Ermittelnden mit Hilfe der auf der Bandhomepage veröffentlichten
Fotos, die angeklagten Musiker an bekannten Szenetreffpunkten ausfindig zu
machen. Bei der alljährlichen 1.Mai Kundgebung auf dem Celler Brandplatz,
bemerken die Beamten schließlich den Bassisten der Gruppe. Nach einer kleinen
Diskussion können sie einem der Beschuldigten schließlich persönlich
überbringen, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der
Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole gegen drei Bandmitglieder
vorliegt. Der Versuch der Beamten, Angaben über die weiteren Bandmitglieder zu
bekommen, bleibt jedoch erfolglos. Der Bassist macht weder Angaben zu den
weiteren beiden Bandmitgliedern, noch zum Tatvorwurf und beauftragt umgehend
den Anwalt der Band mit der Wahrnehmung der Interessen.
Akt 3: Die Wartezeit
Während der ermittelnde Kriminaloberkommissar eine
Identifizierung der verbleibenden Bandmitglieder zum aktuellen Zeitpunkt als
wenig Erfolg versprechend ansieht, überreicht er den Ermittlungsvorgang, mit
dem bis hierhin bekannten Sachstand, der Staatsanwaltschaft. Der Anwalt der
Musikgruppe Alarmsignal leitet zeitgleich, Anfang Mai, alle nötigen Schritte
zur Verteidigung der Band ein. Während des folgenden Schriftverkehrs setzt man
sich Bandintern auch mit den möglichen Folgen im Falle einer Niederlage, wie Geldstrafe,
Index, u.s.w. auseinander, ist aber stets zuversichtlich. Trotzdem wird die 4montige
Wartezeit bis zur Ergebnisverkündung des Ermittlungsverfahrens ein Sommer der
Ungewissheit.
Akt 4: Das Ergebnis
Für die Staatsanwaltschaft Lüneburg bestand ein
unüberwindliches Verfahrenshindernis, weshalb das Ermittlungsverfahren mangels
hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde.
Außerdem konnte ein Teil der Bandmitglieder nicht ausfindig
gemacht werden. Soweit Aufmachung/Inhalt der CD strafrechtlich relevant sind,
ist inzwischen Verfolgungsverjährung eingetreten. Wie bei Büchern, greift auch
bei Tonträgern, sollten diese einen strafbaren Inhalt, bzw. eine strafbare
Aufmachung aufweisen, die kurze Presseverjährung von sechs Monaten und zwar ab
dem ersten Verbreitungsakt. Polizeiliche Ermittlungen haben ergeben, dass der
beanstandete Tonträger bereits einige Jahre alt ist, weshalb davon auszugehen
war, das er sich schon ebenso lange Zeit im Handel befand und die kurze
sechsmonatige presserechtliche Verjährungsfrist bereits abgelaufen war.
ich trau denen eher zu dass sie das zeug zum wohle des staates saugen damit kein verlusst entsteht bei der suche nach subversiven elementen vom bodensatz der gesellschaft.Nebenbei wird noch für zu hause die dvd sammlung erweitert um dann nebenbei irgend ne arme socke in die pfanne zu hauen die sich drei folgen MASH runtergeladen hat.Am abendwird dann im biertreff die leistung des tages mit billigem korn aufgewehrtet..
...stell' mir nur gerade vor, wie die Herren Beamten in Ihrem Büro laut Punk CDs hören mit Socken auf'm Schreibtisch, einen Kasten Becks hinterm Papierkorb, dabei sich gegenseitig mit Papierkügelchen bewerfen und wahrscheinlich verdammt viel Spass haben.
Und nebenbei dann: "Ey hier, komm, is gleich Feierabend, wir brauchen noch 'n paar lustige Zitate für unseren Bericht !"
Booklet aufgeklappt, mit dem Textmarker drin rumgewischt und irgendeine Zeile in die Schreibmaschine gehackt.
Dann noch schnell 'ne Kostenabrechnung geschrieben für die ganzen bestellten CDs (ja, die werden sich das Zeug ja wohl nicht illegal saugen ?!!), die Scheiben als Geschenke für den Nachwuchs eingepackt und 5 nach 4 mit'm Opel Kadett ab über die rote Ampel in' Puff . . .
Oigen