Wenn Werra und Fulda zusammenfliessen, sie ihren Namen büssen müssen, denn durch diesen schönen Kuss entsteht der schöne Weserfluss.
In einem von Max Goldt begleiteten Reisebus schrammelt Franz Josef Degenhardt für Karl Valentin und leider auch Gerd Wendland (alias Freddy Breck bzw. Gunter Gabriel), um heimlich Peter Alexander-Conny Froebess-Patenschafts-Lieder über Bill Ramsey und für Konstantin Wecker bzw. den drogenfreien Herman van Veen zu verbessern, als Parallel-Universum-Hits zu denen von UNOS UNITED, Ernst Jandl, The Smiths, Depeche Mode und Jimmy Somerville, Tracey Chapman, Wham, Soft Cell, Dan Johnston, Caetano Veloso, Helge Schneider und Peter Licht, und wie se alle heissen...
Sounds Like
Das pädopräzise Radiofetischspiel Andi All Müllers aus den Siebzigern. Das Cellozeug vom Kollegen Wiget, Bodock, und der dazugeelektronischte Kram, den wir dann halt wieder auf Audio-Kompakt-Kassetten (AKK-Verfahren) brennen müssen, klingt nur wie Bo Dog Wiget und Cello und Elektrothrash von Bo.doc Wiget, und wenn er singt, und Andi el Andy singt, klingts eigentlich ausschliesslich nach BEIDE MESSIES. Manchmal klingts auch einfach nur wie die Jungs von REMIFASO, als sie sich - wie sie es in ihren besten Zeiten getan haben - hauptsächlich auf die Nebengeräusche konzentrierten.
Bo Dog Wiget und Andreas All Müller lernen sich während der Produktion und Tournee eines berühmten zeitgenössischen Tanzstückes kennen.
Dann engagiert Müller als Choreograf Wiget als Musiker zu einer schönen Produktion mit Namen "Migräne zum Mitmachen (migraine for beginners) (l'état c'est moi)".
Und dann gehen beide in ein Gymnastikstudio und wollen an der ordentlichen Tanzoperette "The Messies" herumprobieren, treten aber vernünftigerweise bereits nach zwei strapaziösen Proben am 15. Juni 2007 im Lichtblickkino in der Kastanienallee 77, Berlin, auf. Der Saal tobt.
Ich singe nicht für euch, ihr, die ihr eure Riemen enger schnallt, wenn es um Höheres geht. Ihr, bis zum Rand voller Gefühlsmatsch, ihr, die ihr nichts so hasst wie eure eigenen verschwärten Leiber, die ihr euch noch in Fahnen wickelt, Hymnen singt, wenn euch der Strahlengürtel schnürt. Und nicht für euch, ihr high-life Spießer mit der Architektenideologie, ihr frankophilen Käselutscher, ihr, die ihr nichts so liebt wie eure eigenen parfümierten Pöter, ihr, die ihr euch nicht schämt den Biermann aufzulegen, weil der so herrlich revolutionär ist. Nein, für euch nicht.
Ich singe nicht für euch, ihr vollgestopften Allesfresser mit der Tischfeuerzeugkultur. Ihr, die ihr eure Frauen so wie Steaks behandelt und vor Rührung schluchzt, wenn eure fetten Köter sterben . Die ihr grinst, wenn ihr an damals denkt, wie über einen Herrenwitz. Und nicht für euch, die ihr nur lebt, weil hier zuviel und anderswo zuwenig Brot herumliegt. Tempelstufenhocker, ihr, die ihr nichts so liebt wie eure eigenen bemalten Bäuche, die ihr mit blöden Haschisch-Lächeln eure gesetzlosen Gesetze vor euch hin lallt. Nein, für euch nicht.
Ich sing für euch, die ihr die feige Weisheit eurer Heldenväter vom sogenannten Lauf der Welt in alle Winde schlagt und einfach ausprobiert, was richtig läuft. Die ihr den Lack, mit dem die Architekten überpinseln, runterbrennt von allem rissigen Gebälk. Für euch, die ihr die fetten Köter in die Sümpfe jagt, nicht schlafen könnt, wenn ihr an damals denkt, und alle Allesfresser schnarchen hört und nicht auf Tempelstufen hocken wollt, solang der Schlagstock noch die weiße Freiheit regelt, Napalm noch die Speise für die Armen ist, ich sing für euch.
DU gehörst jetzt zu meinen... Freunden/friends/d'amis/venner pic. 654f
Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris) and Ólafur Ragnar Grímsson (President of Iceland) talking about politics, punkmusic and hot elve sex under the midnight sun; Reykjavík 1996.
Mehr in Wolfgang Müller's aktuellem Buch: NEUES VON DER ELFENFRONT - Die Wahrheit über Island (edition suhrkamp).