Die Kavallerie wird nicht kommen. Höchstens zu Fuss.
Das Luzerner Duo-Quintett um Eva Heller (Gesang) und Christov Rolla (Klavier) ging einst aus einer Theatermusik hervor. Das spürt man in den Konzerten, und das hört man auch der Musik an: In den Liedern und in den (mit Vorliebe altmodisch gereimten) Zwischenmonologen trifft eine abgrundtiefe Liebe zur Sprache auf ein ausgeprägtes Händchen für dramaturgische Finesse. Mit einer stupenden Stilsicherheit werden ausgewählte Songs auf deutsch übertragen und nahtlos ins eigene Repertoire eingefügt.
Und was dann kam, war Luftpost ohn’ End und Trost.
Hier ringt der rabiate Charme des Punk mit eleganten kammermusikalischen Arrangements, hier scheinen Gesänge tiefster Melancholie zuweilen doch eher einer leisen, schwarzen Komödie entsprungen zu sein, bisweilen bricht der Mardi Gras aus den Musikanten hervor, und zuletzt wird müde Schönheit zu schierem Sehnen.
Ach, das Leben. Es beisst nicht. Es will nur spielen. (Und es hat noch nie verloren.)
Mit dieser Mélange hat das Ensemble sich nonchalant genau zwischen Rock- und Kleinkunstszene gesetzt, weil ihm diese Trennung herzlich egal ist, und nun ist es ständig just ein bisschen overdressed und just ein bisschen underdressed. Was reizend anzuschauen ist! Mit den drei Feldmusikanten, die sich nichts Modisches zum Anziehen leisten, dafür aber trefflich zum Totentanz aufspielen können, hat sich diese Eigenartigkeit erweitert: Denn Nik Mäder (Bassklarinette), Marc Moscatelli (Tenorsaxofon) und Beda Troxler (Trompete), die auch mitsummen und viel zu viel rauchen, prägen nicht nur die Musik, sondern auch die Szenerie aufs Schönste.
Unselbstportrait
Mit schwarzem Blick
Bonjour Madame ist das fabulöse Duo Eva Heller (Stimme) und Christov Rolla, das neuerdings mit den drei Bläsern der "Feldmusik" auf die Bühne kommt. So auch am "Abend der Luzerner Chanson-Sterne" am Dienstag im Kleintheater Luzern. Die Formation balancierte mit ihrem aktuellen Repertoire in einer Mischung aus Wehmut und Galgenhumor am Abgrund der Seele.
Ihre Songs sind voller grandioser Popformeln, mehrstimmiger Gesänge, einiger Prisen Vaudeville-Jazz und Texte, wie es sie im Singland Schweiz selten gibt. Stets mit schwarzem Blick, aber ohne morbiden Chic. Viel Witz, viel Traurigkeit, eingebettet ins Absurde und die Ironie. Die Poesie von Bonjour Madame ist voller Kostbarkeiten, die mit Hellers Stimme lasziv-charmant belebt werden.
Madame, die mit einem Hauch von Verschrobenheit und Düsternis über die Bühne stakst, lotet neuerdings ihre dunkle Seite aus. Ihre Stimme berührt. Christov Rolla, einsames Multitalent unter den Performenden Luzerns, spielt Piano und Gitarre, dirigiert die Männer der Feldmusik und ist auch Erzähler: In witzigen Reimen führt er durch Songs und ihre Gefühlszustände.
Was als Chansonpunk-Duo im Umfeld des Theaters vor ein paar Jahren begann, ist nun auch für die Konzertbühne reif geworden. Da ist etwas Kurioses und Erfrischendes entstanden. Ihre erstaunlichen Songs, nicht selten mit Ohrwurm-Charakter, sind mit musikalisch schönen Details arrangiert und kommen eine Nuance schief angerichtet. Um es im Musikanten-Jargon zu sagen: Bonjour-Madame-Feldmusik sind langsam bereit für das "Eidgenössische".
Pirmin Bossart in der NLZ (5.2.09)
Reklame
Die DVD Bonjour Madame I - III (Regie: Judith Kurmann) mit drei Musikkurzfilmen können Sie direkt bei uns bestellen, indem Sie auf diesen Link klicken. Sie können aber auch manuell eine Mail mit Ihrem Bestellbegehren an die Adresse 'videokaufen@gmail.com' schreiben. Et voilà, der Trailer:
ja uns gibts noch … geben ein konzert im berüchtigten grand hotel harmonie. 27 juni dicke in die agenda eintragen und cousinen und grosstante mitnehmen! graus "die tänzelnde antithese", departement blech
THIS WEEK'S SPECIALS: Count Gabba & Steve The Gravedigger Rabbit play their rattling Country Noir on Thursday, 28. May, 21.00h at "The Room" in the wild, wild east (St.Gallen) and on Saturday, 30. May, 17.00h (!) at "Café Apéro Meyer" in Lucerne Rock City. Do! Not! Miss!
Der letzte MEYER – Gig !!……… mit Domi Meyer an den Kübeln! Absolutely PLUGGED! Samstag, 14. März / Jazzkantine Luzern / 21.00 – 03.30 Support: One Lucky Sperm (Tizz von “7 Dollar Taxi” solo) So if you wanna dance…. dance NOW!!!!