The Doors Of Perception's Blog
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Konzertkritiken 2010
AMBOSS MAG 03/2010..THE DOORS OF PERCEPTION :: This ain't the EndBlues Garage in Isernhagen am 12.03.2010
(Fotos by Chris)

Die DOORS waren eine der ersten Bands, die in der Flower Power-Ära einen düsteren Blick auf das Leben und den Tod zugelassen, ja eigentlich eingefordert haben. Jim Morrison und seine düstere Poesie über Liebe, Leben, Tod und alles dazwischen war damals nicht zwingend neu, hatte er sich doch von Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud oder Jack Kerouac beeinflussen lassen, ist aber damals wie heute noch immer lesenswert. Obgleich der Unberechenbarkeit und großen Poesie eines Morrisons darf man niemals die Herrschaften hinter dem charismatischen Frontmann vergessen. Ohne die musikalische Virtuosität von John Densmore, Robby Krieger und Ray Mazarek wären die legendären Liveauftritte der DOORS niemals zu dem geworden, was sie heute noch sind: legendäre Dokumente, bei denen Genie und Wahnsinn musikalisch und lyrisch aufeinanderprallen.
Die DOORS sind eine meiner absoluten Lieblingsbands und meine Sammlung, das kann ich ruhigen Gewissens behaupten, ist eine ansehnliche und umfasst so manches Vinyl-Schmankerl. Live sieht das allerdings schon anders aus, was aber aufgrund meines Baujahres nicht weiter verwunderlich ist.
Heute werden wir aber versuchen, so nah wie möglich an diese Live-Erfahrung anzuknüpfen, indem wir uns auf den Weg nach Isernhagen in die kuschelige Blues Garage machen. Dieser Veranstaltungsort wird regelmäßig von den Großen des Rocks und Blues heimgesucht und ist für mich einer der gemütlichsten und angenehmsten Clubs, die ich kenne. Checkt mal die weiteren Infos auf www.bluesgarage.de. Für den Blueser und Rocker unter euch wird es sich definitiv lohnen!
Als wir ankommen, fällt erst mal auf, dass wir (anders als bei vielen anderen Konzerten) nicht zum ganz alten Eisen gehören, denn sehr viele ältere Musikliebhaber wollen sich heuten einen schönen Abend machen. Das trägt zu einer unglaublich entspannten Atmosphäre bei und um Rouven sinngemäß zu zitieren, hat man es hier mit einem großen Wohnzimmer voller Freunde zu tun. Und so ist es auch.

THE DOORS OF PERCEPTION haben sich mit sehr vielen Liveauftritten bereits einen guten Namen gemacht, aber ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was ich von dem heutigen Abend erwarten darf. Als die Band um kurz nach Neun dann die Bühne entert, wird mir aber ziemlich schnell klar, dass das ein verdammt starker Abend werden könnte. "Break on Through", "Soul Kitchen" und "Touch me" bilden gleich einen hervorragenden Einstieg und fasziniert kann ich Keyboarder oder Organist Dirk Bewig zuschauen, wie er mit einer Hand die Basslinien und mit der anderen Hand die großartigen Orgelparts authentisch spielt, wie ein junger Manzarek.
Natürlich geht der Blick (vor allem der anwesenden Damen) direkt zu Sänger Marko Scholz, der vom ersten Moment die Aufmerksamkeit auf sich zieht und sich die Morrison-typischen Bewegungen und Gesten zu Eigen gemacht hat, ohne zu schauspielern. Und genau da muss ich der Band ein großes Lob aussprechen, denn sie sehen sich als TRIBUT-Band und nicht als Reinkarnation.
Was ich damit meine? Als Ray Manzarek und Robby Krieger ca. 2003 zusammen mit Ian Astbury, aber ohne Original-Drummer John Densmore als "THE DOORS OF THE 21st CENTURY" tourten und auch das Album "L.A. Woman" live spielten (was mit Jim Morrison leider aufgrund des frühen Todes niemals möglich war), hat Ian Astbury (der gesanglich einen sehr guten Job gemacht hat) jede Kleinigkeit von Jim Morrison kopiert. Jede "spontane" Ansage, jedes "spontan" eingestreute Gedicht, während die Band weiter jammen musste, klang dermaßen einstudiert, dass es mir heute noch ein Graus ist, die Live-DVD in den Player zu schubsen.
THE DOORS OF PERCEPTION hingegen, so habe ich es jedenfalls empfunden, sind auf die Bühne gekommen, um mit einmaliger Musik den größtmöglichen Spaß zu haben und diesen auch zu vermitteln. So scheint es wichtig zu sein, die Bandmitglieder zum Lachen zu bringen, was vor allem Marko gelingt, während er mit seinen Kumpels grimassiert und so Drummer Rob Cummings mehrfach zum Lachen, allerdings nicht aus dem Takt bringt.
Allerdings darf man bei allem Spaß nicht unterstellen, sie hätten vergessen, wem sie hier Tribut zollen und so werden Songs wie "Crystal Ship", "21st Century Fox", "People are Strange" zelebriert und egal aus welcher Phase die Songs stammen, die Fans nehmen sie begeistert auf. Bei "Love me two Times" flechtet man einen der stärksten Tracks des "L.A. Woman"-Albums ein, nämlich "Been down so long". Überhaupt zählt das letzte Studioalbum der DOORS mit Morrison zu meinen Lieblingsalben, denn der stampfende Blues stand der Band damals gut zu Gesicht, auch wenn intern die Auflösungserscheinungen bereits überdeutlich waren. Aber auch aus diesem Grund soll der Abend ein echtes Highlight für mich werden.
Weiter geht es mit einem Blues, "wie es sich in der Blues Garage gehört", nämlich "Little Red Rooster (inkl. Crawling King Snake)", bei dem Gitarrist Torsten Weber vollends in seinem ausgedehnten und erstklassigen Solo aufgeht, mit den Füßen stampft und zu Recht Szenenapplaus erhält.
Nach "Love Street" und "Hello I love you" endet der erste Set nach ungefähr 50 Minuten und die Jungs ziehen sich erst mal zu einer viertelstündigen Pause zurück.
In Anlehnung an die gute, alte Zeit spielt man aber selbstverständlich noch ein zweites Set. Damals war es üblich, dass eine Band am Nachmittag/frühen Abend einen Gig spielte und dann später einen zweiten. Schön dokumentiert ist das auf vielen DOORS-Live-CDs, die von Rhino bzw. Bright Midnight auf den Markt gebracht werden.

Auch heute Abend kommen wir also in den Genuss, des zweiten Auftritts und der hat es in sich. "The Changeling" vom "L.A. Woman"-Album macht den Anfang und "Maggie M'Gill", "Five to One", der "Black Train Song", "Wild Child" und "Moonlight Drive (inkl. Texas Radio and the Big Beat)" verzaubern die Anwesenden, die im zweiten Set viel lebendiger und lauter sind, mit vielen großartigen Instrumentalpassagen und einer unglaublich fesselnden Liveperformance. Nach dem wunderschönen "The Spy" folgt einer der absoluten Höhepunkte in Sachen Livemusik: "Riders on the Storm" sollte eigentlich jedem etwas sagen, egal, ob DOORS-Fan oder nicht, aber was die Herrschaften auf der Bühne heute Abend aus dem Stück machen, ist genau das, was man verzweifelt auf Liveshows sucht, aber fast niemals findet: Magie! Es nimmt dich wirklich und wahrhaftig auf eine Reise mit und du trippst völlig entspannt einfach so mit der Musik weg. Und außer ein paar Bierchen waren bei mir keine weiteren Substanzen im Spiel. Unglaublich intensiv! Wahnsinn! Nach dem großartigen "Love her madly" folgt ein ähnlicher Moment wie bei "Riders on the Storm": "Light my Fire (inkl. Fever)". Der wahrscheinlich größte Hit ist an sich ein Meisterwerk, aber was Gitarrist Torsten daraus macht ist ein verdammt starkes Klanggemälde, denn er nutzt ungewöhnliche Sounds, Feedback, Lautstärke und die ganze Palette seiner Pedale (digitaler Art, wie es den Anschein hat), um eine großartige kakophonische und psychedelische Kathedrale zu erschaffen, die durch die Wiederholung der ersten Strophe eingerissen wird und der süßen Melodie weichen muss. Ganz großes Kino, meine Damen und Herren! Nach dem "Alabama Song", bei dem wir alle zum Mitsingen aufgefordert werden, endet auch der zweite Set.
Die Band lässt sich allerdings nicht lange Bitten und bringt einen der am meisten geforderten Songs des heutigen Abends: "L.A. Woman". Ich dachte immer, ich bin allein auf der Welt, mit der Meinung, dass es einer der besten DOORS-Songs ist, aber der heutige Abend lehrt mich, dass eigentlich fast jeder diesen Song abgöttisch liebt. Diese Abwechslung, der Drive, der schleppende "Mr. Mojo Rising"-Part (die Erfindung des Doom?) und der Text.einfach großartig! Die Liveversion ist dann letztendlich auch noch ein absoluter Knaller und sorgt sogar bei besonders enthusiastischen Kollegen für einen kleinen Moshpit. Mit dem "Roadhouse Blues" verabschieden sich THE DOORS OF PERCEPTION letztendlich nach insgesamt über zwei Stunden von der Bühne und keiner der Anwesenden geht unzufrieden nach Hause.
Auch ich bin in keinster Weise unzufrieden, im Gegenteil. Es war ein absoluter Genuss zu sehen, wie vier Vollblutmusiker die Musik der DOORS zelebrieren und somit auch am Leben erhalten. Es war auch schön zu sehen, dass nicht nur "ältere Semester" ab Mitte 30 dabei waren, sondern auch junge Menschen immer noch einen Zugang zu der "alten" Musik finden und sich damit identifizieren.
Natürlich hätte ich mich über eine hypnotische Version von "The End" oder "When the Music's over" gefreut, aber es muss ja was geben, auf dass man sich beim nächsten Gig der Band freuen kann, gelle!? Und da bin ich sicherlich wieder dabei. Ihr könnt das auch, denn einige Konzerttermine stehen noch an und die findet ihr auf www.myspace.com/doorslive.
Mein Dank geht diesmal an die Blues Garage und besonders an Torsten. Vielen Dank und bis hoffentlich bald! (chris)
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KONZERTKRITIKEN 2008/2009
THE-PIT.DE 09/2009
Besser und authentischer kann man die Doors nicht covern
The Doors sind eine Legende. Zweifellos waren sie eine der bahnbrechendsten, wegweisendsten, wichtigsten und eigenständigsten Bands in der Musikgeschichte und mit Jim Morrison hatten sie einen charismatischen Frontmann, der durch seine Gedichte, seine poetischen Songtexte und seine einzigartige Stimme genauso bekannt wurde wie durch seine zahlreichen Skandale. Nicht zuletzt ihm war die mystische Aura zu verdanken, die die Band umgab und sein Tod mit nur 27 Jahren an Herzversagen – Morrison war schwerer Alkoholiker, der bis zu drei Liter Whisky am Tag konsumierte – stärkte nur den Legendenstatus, den er schon zu Lebzeiten innehatte. Eben weil das sich aus Jim Morrison am Mikro, Robby Krieger an der Gitarre, Ray Manzarek am Keyboard und John Densmore am Schlagzeug zusammensetzende Quartett eine solch aufregende und visionäre Gruppe war, gibt es heute zahlreiche Doors-Coverbands....
Als die absolute Nummer eins in Deutschland, wenn nicht gar in ganz Europa, gelten momentan aber wohl The Doors Of Perception aus Berlin. Eine Zeitung aus der Hauptstadt schrieb einmal: „Die Doors mögen unerreicht bleiben, aber die Berliner sind verdammt nah dran am Original!“ Da der Verfasser dieser Zeilen bereits vor ein paar Jahren schon einmal das Vergnügen hatte, diese Tribute-Combo erleben zu dürfen und die Darbietung in der Tat sämtliche Erwartungen übertraf, war die Vorfreude natürlich entsprechend groß. The Doors Of Perception nämlich rekrutieren sich aus erfahrenen, studierten Vollblutmusikern, die die Musik der legendären Kalifornier von vorne bis hinten in- und auswendig kennen und die nicht nur an ihren Instrumenten absolute Könner sind, sondern ihren Vorbildern sogar rein optisch nicht unähnlich sind – dies gilt insbesondere für Sänger Marko Scholz, der nebenbei auch noch sämtliche typische Posen von Jim Morrison unglaublich authentisch drauf hat, mal ganz abgesehen von der Ähnlichkeit der Stimme. Auch auf die Details wurde geachtet – eine Bassgitarre beispielsweise sucht man wie beim Original vergeblich, genau wie Ray Manzarek spielt Tastendrücker Dirk Bewig einen Keyboardbass mit der linken Hand, während er mit der rechten das normale Keyboard bedient. Der einzige Unterschied besteht eigentlich darin, dass Gitarrist Torsten Weber mit einem Plektrum zockt, im Gegensatz zu Robby Krieger, der seine Klampfe stets mit den Fingern bearbeitete.
Die Stimmung im kleinen Downtown Bluesclub im Hamburger Stadtpark ist an diesem Samstagabend jedenfalls ausgezeichnet, das Publikum, welches verständlicherweise größtenteils eher aus älteren Jahrgängen besteht, freut sich allem Anschein nach bereits unbändig darauf, wieder mal eine ganze Menge Doors-Songs live zu hören zu bekommen und als die Band die Bühne betritt und mit „Break On Through“ gleich einen der bekanntesten Songs in die Runde schmeißt, ist der Jubel entsprechend groß.
Auch der Gruppe ist sofort anzumerken, dass sie sich sehr über die euphorischen Reaktionen freut und so richtig Bock auf diesen Gig hat. Während des gesamten Konzerts lächeln die Jungs sich an und grinsen wie Honigkuchenpferde. Es muss aber auch eine wahre Freude sein, den Leuten etwas geben zu können, was sie eigentlich nicht mehr haben können – Livemusik einer Band, die schon seit über fünfunddreißig Jahren nicht mehr existiert.Und obwohl die Doors Of Perception schon über dreihundert Auftritte hinter sich haben, agieren sie immer noch mit einer Spielfreude, als würden sie Welthits wie „Love Me Two Times“, „Five To One“ oder „Strange Days“ zum ersten Mal performen. Da wird improvisiert, da wird soliert, dass es eine wahre Pracht ist. Schon bei „Love Me Two Times“ liefern sich Dirk und Torsten erste kleine Soloduelle, im weiteren Verlauf des Abends soll dies allerdings bei den längeren Tracks noch weiter ausarten. Zunächst stehen noch eher kürzere Stücke auf dem Programm, die allerdings allesamt natürlich trotzdem jedem echten Doors-Fan ein Begriff sind: das groovende „Soul Kitchen“, das glamouröse „Touch Me“, das unvergleichliche „People Are Strange“ oder das wundervoll leichtfüßige „Love Street“.Auch zwei Songs, die die Doors früher selbst gecovert haben, sind mit „Mystery Train“ von Junior Parker und Sam Phillips (bei Konzerten von Morrison und Co. des öfteren Teil des göttlichen „Black Train Song“) und „Little Red Rooster“ von Willie Dixon (bei dem Torsten an der Gitarre so richtig aus sich herausgeht, dieses grandiose Solo könnte meinetwegen noch eine halbe Stunde weitergehen) auf der Setlist zu finden, nach letzterem steht erst einmal eine kleine Pause von einer Viertelstunde an, in der ein Großteil der Anwesenden nach draußen strömt, um sich schnell einen Glimmstengel anzustecken. Schon jetzt können meine Begleiter und ich kaum fassen, welch großartige Show wir da geboten kriegen und bei dem Gedanken, was für unsterbliche Klassiker da ja noch im zweiten Set auf uns zukommen müssen, geraten wir völlig ins Schwärmen.Nach etwa zwanzig Minuten geht es dann mit „The Changeling“, dem Opener des letzten Doors-Albums „L. A. Woman“, weiter, es folgen das Doppelpack „Peace Frog“ und „Blue Sunday“, das eine ein funkiger Rocker, das zweite eine zum Sterben schöne Ballade....
Da ist nichts gegen einzuwenden, noch weniger allerdings gegen das folgende, mystische „Riders On The Storm“, für das Marko in bester Jim-Morrison-Manier („Hey, Mr. Lightman“) von der Technik wünscht, das Licht doch bitte etwas zu dimmen, um der Stimmung dieses Stückes gerecht zu werden. Ja, dieser Track ist immer noch Gänsehaut pur, egal, wie oft ich ihn schon gehört habe. Ohne Zweifel einer der besten Songs aller Zeiten und bei diesem Keyboardsolo, das Dirk noch ein wenig ausschmückt, läuft es mir jedes Mal eiskalt den Rücken herunter. Schaurig-schön!
Anschließend kündigt der Sänger mit „The Crystal Ship“ ein weiteres ruhiges Stück an, weil er „das unbedingt auch noch spielen wollte“, bevor es dann „erst mal genug ist mit ruhigen Nummern, jetzt kommt wieder was Schnelleres“. Und dies in Form von „L. A. Woman“ – himmlisch, einer meiner absoluten Favoriten. Dieser Song hat einfach ein ganz spezielles Feeling, bei dem man immer ein Bild vor sich hat, wie man auf einem einsamen Highway mit einem Cabrio durch die Wüste brettert.
Es folgt „Light My Fire“, der wohl berühmteste Doors-Song, bei dem es natürlich nur die Frage war, zu welchem Zeitpunkt die Band ihn spielen würde. Die Leute rasten wahlweise aus oder versinken in den endlos langen Improvisationspassagen von Orgel und Gitarre. Dirk wackelt bei seinem sich emporschraubendem Solo ekstatisch mit dem Kopf wie einst Ray Manzarek, Torsten lässt zusätzlich zu seinem normalen Soloteil noch eine psychedelische Rückkopplungsorgie erklingen, die sich gut in den auf fünfzehn bis zwanzig Minuten ausgedehnten Song integriert und Marko hat sehr passenderweise eine Passage aus Jim Morrisons Gedichtezyklus „An American Prayer“ mit eingebaut: „The program for this evening is not new, you’ve seen this entertainment through and through. You’ve seen your birth, your life and death, you might recall all of the rest. Did you have a good world when you died? Enough to base a movie on?“
„Roadhouse Blues“ – ebenfalls unverzichtbar – ist dann schon der letzte offizielle Song, bei dem sich Marko bei dem „geilen Publikum“ bedankt. Die Zeit ist wie im Flug vergangen, es kann eigentlich gar nicht sein, dass es schon fast halb zwölf ist. In der Mitte des Stücks stellt der Sänger die einzelnen Bandmitglieder vor und als er erklärt, dass mit Keyboarder Dirk Bewig auch ein Hamburger in der Gruppe sei, brandet Extrajubel auf, man will es sich schließlich nicht nehmen lassen, seinen Lokalpatriotismus zur Schau zu stellen. Doch im Prinzip werden der kanadische Drummer Rob Cummings, der frisch zur Band gestoßen ist und Gitarrist Torsten Weber mit nicht viel weniger Applaus bedacht, zumal Torsten auch noch Geburtstag hat, wie Marko erklärt, wofür er von einer vollbusigen Blondine in der ersten Reihe gleich einen Kuss auf die Wange gedrückt bekommt. Die Dame läuft nach dem Konzert übrigens schnurstracks in den Backstageraum; was sich dort zutrug, entzieht sich meiner Kenntnis, aber manchmal will man ja auch gar nicht alles wissen...
Die Leute jedenfalls lassen die Doors Of Perception nicht so schnell gehen und brüllen ausgelassen nach Zugaben. Die Band geht auch sehr schnell darauf ein und bietet noch ein kleines Medley aus Covern, die die Doors selber spielten, auf, welches sich aus dem Mitgröl-Sauflied „Alabama Song“ und den Bluesrockern „Back Door Man“ (bei dem sich Marko seines Shirts entledigt, was einigen weiblichen Fans spitze Schreie entlockt) und „Crawling King Snake“ zusammensetzt. Danach verschwindet das Quartett noch einmal kurz, um schlussendlich noch einen unsterblichen Klassiker auszupacken. Ich drehe fast am Rad, als Marko erklärt, der nächste Song passe gut ans Ende, wenn nämlich „wirklich die Musik zu Ende ist“. Unglaublich, sie spielen tatsächlich „When The Music’s Over“. Der Freund von mir, mit dem ich da bin, ballt die Faust: „Ja, mein Lieblingssong!“Gerade in diesem Epos kann der Frontmann zeigen, was er sich alles von Jim Morrison abgeschaut hat: Die Posen, das theatralische Auf-den-Boden-schmeißen und die markerschütternden Schreie – der Lizard King scheint tatsächlich wieder auferstanden zu sein.
Nach diesem Zehn-Minuten-Kracher ist allerdings endgültig Schluss, auch wenn eine ganze Menge Leute noch lange weiterklatschen, als längst das Licht im Saal angegangen ist. Dies unterstreicht nur noch einmal die grandiose Stimmung, die bei diesem Gig vorherrschte und auch wir sind völlig erschlagen von dieser tollen Performance. Für lediglich 15 Euro haben wir hier zweieinhalb Stunden (wenn man die Pause abzieht, wohlgemerkt) einen ganzen Sack voll Doors-Klassiker bei brillantem Sound, der völlig problemlos ohne Ohrstöpsel zu ertragen war, vorgesetzt bekommen. Hätten die Jungs noch „The End“ gespielt, wäre ich wahrscheinlich gestorben. So oder so kann es allerdings nur heißen: Wir sind gerne wieder dabei, wenn diese großartige Coverband das nächste Mal nach Hamburg kommt.Rundschau Gaildorf: 27.01.2009....
Ganz nah dran am Original -
Kaum zu glauben: Kurz die Augen geschlossen und schon
hätte man am Freitag im "Häberlen" geglaubt, den echten
"Doors" zu lauschen.
Schon beim ersten Auftritt der "Doors of Perception" bei der Gaildorfer Kulturschmiede im März 2007 platzte die Kulturkneipe "Häberlen" mit mehr als 190 Besuchern aus den Nähten. Am Freitagabend, beim zweiten Gastspiel der Profiband aus Berlin, war es kaum anders. So kündete denn auch ein Anschlag an der Eingangstür kurz vor Konzertbeginn "Leider ausverkauft".Nur der Ausfall eines geplanten Konzerts ermöglichte das erneute Wiedersehen und -hören mit der Gruppe, die seit ihrer Gründung vor sechs Jahren schon 300 Auftritte absolviert und sich den Namen eines Huxley-Buches entliehen hat. "Doors of Perception" spielen meist vor 200 bis 400 Zuhörern, oft in eigener Regie, zum Teil sogar mit Vorgruppe. Daneben engagieren sich Sänger Marko Scholz, Gitarrist Torsten Weber, Schlagzeuger Tom Schneider und Keyboarder Dirk Bewig noch in anderen Formationen.Was macht den Erfolg einer Formation aus, die "nur" Titel einer internationalen Weltklasseband im Repertoire hat? Zum einen nehmen sie sich trotz der Originalvorlagen Interpretationsfreiheiten und orientieren sich eher an den Doors-Live-Aufnahmen, zum anderen stehen sie in ihrer musikalischen Kompetenz dem Original in nichts nach. Dazu ist die optische Ähnlichkeit von Sänger Marko Scholz mit Doors-Frontmann Jim Morisson geradezu frappierend. Schloss man die Augen, wurden Erinnerungen an Live-Auftritte der Doors wach. "Doors of Perception" begeisterten erneut ihr Gaildorfer Publikum mit der fantastischen Bandbreite des Originals. Ein Höhepunkt war sicher Willie Dixons Blues "Little red rooster", bekannt durch die Rolling Stones. Heftig umjubelt wurden auch die Doors-Hits "Hello I love you", "Riders on the storm", "Love her madly", "Light my fire", "Roadhouse Blues" und "L. A. Woman". Große Zustimmung fand auch im Zugabenblick der "Alabama Song" aus Bert Brechts Dreigroschenoper. Erneut hatten die Doors of Perception ihr Gaildorfer Publikum restlos begeistert.Schwäbische Post 05/2008
Es ist eine schwere und vor allem heikle Aufgabe, wenn sich eine Band vornimmt, den Mythos THE DOORS zu imitieren und als zweistündige Live-Show darzubieten. Unerreichbar wirkt die Mystik, die Frontman Jim Morrison einst durch seine musikalischen Gedichte in Form von psychedelischen Stücken wie "Riders on the Storm" oder "People are strange" auszustrahlen wusste.
Als die Berliner Tributeband THE DOORS OF PERCEPTION die Bühne im "Rock It" betrat, machte sich aber schnell 60er Jahre-Flair im Publikum breit. Kein Wunder, sind doch die vier Profimusiker auf den ersten Blick kaum von den jungen Doors zu unterscheiden: Gitarrist Torsten Weber erinnert nicht wenig an den virtuosen Robbie Krieger, während Sänger Marko Scholz wie die Reinkarnation Jim Morrisons wirkt. Musikalisch ist die Band von der ersten Takten an auf der sicheren Seite. Neben bekannten Stücken wie "LA Woman" "Strange Days" oder "Break on through" stehen aber auch einige weniger verbreitete Stücke wie "The Spy" oder "Crystal Ship" aus dem Debutalbum der Doors auf der nicht enden wollenden Setlist. Vor allem die stimmlichen Qualitäten des Frontmannes überraschen immer wieder und verleihen den Stücken enorm viel Authentizität. Aber auch Keyboarder, Gitarrist und Drummer glänzen mit ausufernden Improvisationenen... Mit einer zwölfminütigen psychedelischen Berg- und Talfahrt verabschiedeten sich die vier.
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KONZERTKRITIKEN 2007
Reutlinger Nachrichten 05/2007
DER EIDECHSENKÖNIG LEBT
Sie klingen fast schon unverschämt nach dem Original: THE DOORS OF PERCEPTION um Sänger Marko Scholz begeisterten im vollen Sudhaus - und das mit Coversongs!
Er lebte extrem und selbstzerstörerisch. Sein Aufstieg war ebenso kometenhaft wie sein Abstieg in Alkohol- und Drogenexzesse. Nicht auszudenken, wie sich die Rockmusik entwickelt hätte, wäre Jim Morrison 1971 nicht unter mysteriösen Umständen in Paris ums Leben gekommen.
Vermutlich gäbe es auch dann nicht die Coverband THE DOORS OF PERCEPTION, die sich der Musik der legendären kalifonischen Gruppe angenommen hat. Die Band um den quietschfidelen Frontsänger Marko Scholz leistete dieser Tage mehr als zwei Stunden lebendigste Erinnerungsarbeit und versorgte das meist junge Publikum mit allen großen Doors-Hits. Dabei bewegt sich Scholz in bester "Eidechsen-König"-Gestik über die Bühne, auch stimmlich reicht er verblüffend originalgetreu an sein Vorbild heran.
Ein noch junger, aber charismatischer Performer, die Hände wahlweise das Mikro umklammernd oder große Gesten zeichnend. Dazu lassen seine Mitspieler Dirk Bewig (Orgel), Torsten Weber (Gitarre) und Tom Schneider (Drums) ein orgeldurchtränktes Rockgewitter losbrechen, das ihren seeligen Schöpfer auf seiner Wolke wohlgefällig durchgerüttelt haben mag. Gitarrist Torsten Weber verpasst den Kompositionen "Riders on the Storm", "The End" oder "Light my Fire" einen hochtourigen Schliff, sekundiert von Dirk Bewigs Doors-typischem Orgelsound und dem Schwerarbeit-Schlagwerker Tom Schneider.
Und mittendrin Wuschelkopf Marko Scholz, der nicht nur stimmlich sondern auch im Aussehen Jim Morrison ähnelt. Er kann sich Hals über Kopf ins Sentimentale stürzen, vor allem dann, wenn es um Einsamkeitsballaden geht. Er kann aber auch plötzlich wie entfesselt drauflos röhren.
Richtig warm wird er, genau wie sein Publikum, bei den großen Hits. Dann tänzelt er lasziv über die Bühne, zieht Schnuten und reisst sich gar am Ende das weiße Hemd vom Leib. Dann ist er ganz Selbstdarsteller. Dann durchläuft den Zuschauersaal eine Welle der Euphorie. Die Songs sind nie nur Songs, sondern immer auch Verweis: natürlich auf Jim Morrison, auf Orte und Zeiten, auf eigene Erlebniss. Jim Morrison hätte die DOORS OF PERCEPTION-Version seiner Hits gewiss als Vision empfunden. Kein Wunder, dass die vielen jungen Hippies im Sudhaus die "Eidechsen-König"-Kopie gar nicht von der Bühne lassen wollten.
Allgäuer Zeitung 05/2007
Düsterer und eine gute Ecke rockiger gehen „The Doors of Perception“ zu Werke. Die Berliner spielen die legendären Titel der Doors möglichst genau nach. Keine leichte Aufgabe, den unverwechselbaren Jim Morrison zu kopieren. So etwas kann schnell zur Peinlichkeit werden - muss es aber nicht. Wie sein Vorbild umklammert Sänger Marko Scholz das Mikrofon - mit zugekniffenen Augen und verschleiertem Blick. Selten gehörte Schmankerl wie „Crawling King Snake“ oder „Peace Frog“ erfreuen den Doors-Kenner. Für Wirbel vor der Bühne sorgt „L.A. Woman“ und schon leiten herrlich unzeitgemäße Orgelklänge zu „Light my Fire“ über. Während sich ein elektrisierendes Gitarrengewitter entfesselt, werfen sich einige Zuschauer in begeisterter Ekstase auf die Bühne. Bei „When the Music’s over“ müssen die Musiker gar um ihre Ausrüstung bangen: zu dem hypnotischen Schlusslied stürmt eine Fanschar nach oben und feiert die Reinkarnation ihrer Helden.
Märkische Allgemeine Zeitung 01/2007
EINE WIEDERBELEBTE LEGENDE
Eine Legende kann man nicht ersetzen - aber man kann sie am Leben erhalten. Noch nach 40 Jahren lebt die Musik der Kultband THE DOORS und ihres Sängers und Sexsymbols Jim Morrison weiter. Sie begeistert nicht nur gealterte Hippies, sondern auch viele junge Menschen, wie am Freitagabend vor mehr als 150 Gästen im Fontane-Club eindrucksvoll zu belauschen war.
Über die Hälfte des Publikums hatte die 25 noch nicht überschritten. Die vier Vollblutmusiker der Coverband THE DOORS OF PERCEPTION aus Berlin brillierten mit unvergesslichen Songs wie "The End", "LA Woman" und "Light my Fire". Zwar war Frontman Marko Scholz seinem Idol nicht aus dem Gesicht geschnitten, doch nackter Oberkörper, Lederhose und der Lockenkopf erinnerten sehr an die 1971 gestorbene Legende.
"Jim Morrison war ein großer Musiker und ein wunderbarer Poet. Bis heute übt er eine starke Anziehungskraft aus", schwärmt Marko. Er selbst dürfte bei einigen jungen Mädchen im Publikum eine ähnliche Wirkung erzielt haben. Mit originalgetreuem laszivem Hüftschwung und verschleiertem Blick durch halbgesenkte Augenlider spielte er mit seinen Zuhörern. Die Menge war begeistert und flippte bei jedem neuen Song regelrecht aus. Ein riesiges Menschenknäuel auf der Tanzfläche brachte den Fonte zum Beben. Dreimal wurde die Band zurück auf die Bühne gerufen. Die Menge bettelte nach Zugaben.
