E KULTUR
Elektronische Kultur // Elektronische Kunst
E Kultur lässt sich am besten als globales virtuelles Netzwerk kulturinteressierter Menschen beschreiben.
Die elektronische Kultur ist sozusagen die Fortsetzung von Kultur an sich in einer digitalen Form. Die Form des Medium bestimmt auch dessen Wert. Und die elektronische Kultur hat sich schon lange in unseren Alltag eingebunden und hat die Gesellschaft und die Denkweisen verändert. Kultur wird globaler und zugänglicher für alle.
Elektronische Kultur beeinflusst auch unsere Kommunikation miteinander, wir leben unseren Alltag zum größten Teil in elektronischen Kommunikationswelten. Internet, Emails, Telefon, Filme ansehen, sich informieren, sich austauschen, alles ist digital und jederzeit abrufbar. E Kultur ist unverzichtbar geworden.
Elektronische Identität
Identitäten im Internet // Künstleridentität
Identitäten im Internet haben viele Facetten. Einerseits wird die Identität im Internet Anonymisiert, vom Internetuser wird ein Name gewählt, ein Nickname / Avatar / Alter Ego, um mit diesem durch das WWW zu surfen. Warum verwenden wir nicht unseren eigenen Namen?
In manchen Communities kann das sehr sinnvoll sein, wenn man zum Beispiel von anderen Leuten, die man kennt, gefunden werden möchte. Alter Egos werden oft in RPGs (Roleplaygames) verwendet, die meist auf einer Fantasyfigur beruhen. Der Nickname oder das Avatar in solch einer Gemeinschaft hilft, sich in den selbst gewählten Rollenspielcharakter einzuleben. Roleplaying war auch mitunter die erste form von Community im WWW. Damals. Aber nicht nur im Internet werden Nicknames verwendet. Künstlernamen (z.B. CoCo Chanel, Zsa Zsa Gabor, Puff Daddy, Bob Dylan, Hundertwasser) werden meist verwendet, um die Privatsphäre des Künstlers zu schützen, oder um das Werk des Künstlers besser zu Vermarkten. Viele Künstler tummeln sich auch schon im Internet, vor allem auf myspace (überwiegend Musiker und Bands) aber auch berühmte Künstler, wie zum Beispiel der Fotograf David LaChapelle, haben dort ihre eigene Präsenz. In dA tummeln sich allerdings überwiegend kommerziell unbekannte Künstler die dort ihrer Leidenschaft nachgehen und sich mit anderen Künstlern austauschen.
Künstler-Community
Eine Künstler-Community ist eine Online-Community, bei der registriete Künstler die Möglichkeit haben, ihre eigenen Kunstwerke zu präsentieren und darüber zu kommunizieren. Bei einer Künstler-Community steht die Kunst im Vordergrund und stellt somit die Identität eines Mitgliedes dar. Hierbei handelt es sich nicht darum, seine eigene Person möglichst gut dar zu stellen und viele Fotos von sich selbst hoch zu laden, wie es in den meisten Communitys, wie zum Beispiel Facebook, myspace oder StudiVZ, üblich ist, sondern um die Werke eines Einzelnen rund um den Bereich Kunst und Fotografie. Dabei ist eine Reaktion darauf von den Mitgliedern meist erwünscht, um so positive oder negative Kritik zu erhalten, wobei die negative Kritik eher als Verbesserungsmöglichkeiten erfragt wird.
Eine der weltweit größten und meist genutzten Künstler-Communitys ist DeviantArt.
deviantArt
deviantArt ist eine kommerzielle Community, die es registrierten Benutzern ermöglicht, ihre eigenen Kunstwerke aus den Bereichen traditionellen Malerei, Anime, Flash-Animationen, Vektor-, 3D-, Film- und Pixel-Kunst, Dichtung, Prosa und Stock-Photographien der Öffentlichkeit im Netz zu präsentieren und mit anderen Mitgliedern zu interagiern. Jedes Mitglied hat eine eigene Profil-Seite mit einem integrieten Blog-System, die Möglichkeit durch eine Beobachtungsliste genau verfolgen zu können wer, wann und wie oft welches seiner Kunstwerke betrachtet oder heruntergeladen hat, ein eigenes Nachrichten-System, um so mit anderen Mitgliedern zu kommunizieren und ein Favoriten-System, in das man besonders schöne Werke von anderen Künstler als seine Favoriten bezeichnen kann.
Das Online-Magazin „create or die“ beschreibt deviantArt wie folgt:
deviantArt: Künstler-Community im Web
Deviant Art, so nennt sich eine internationale Künstler-Community im Internet. Zielsetzung der Initiatoren, des im August 2000 gegründeten Webangebots, ist es, jedem Visual Artist Platz zur Präsentation seiner Arbeiten zu geben. Verschiedene Foren bieten den Usern zudem die Möglichkeit, vorhandene Kunstwerke zu kommentieren oder miteinander in Kontakt zu treten.
Natürlich hat auch der Kommerz seinen Platz und so ist es auf DeviantArt möglich, Foto-Prints einzelner Kunstwerke käuflich zu erwerben. Auch wenn nicht alles wirklich außergewöhnlich und interessant ist, dank der Fülle an Arbeiten dürfte sich in der Online-Gallerie für jeden Geschmack etwas finden lassen.
Copyright // Common License
Das Copyright war und ist bei deviantArt schon seit langer Zeit ein Problem, da Bilder auch ohne Mitgliedschaft der Community in beinah Originalgröße herunter geladen werden können. Da sie die bekannteste Kunst-Community ist, gilt das Urheberrecht als schwer zu überwachen. Herunter geladene Werke, die unverändert oder bearbeitet wieder hoch geladen werden und als eigene ausgegeben werden, gilt als strafbar, bleibt jedoch wegen der Anonymität meist ungeahndet.
Ein solcher User wird auch als „Art Theft“ beschrieben, bezieht sich aber nicht nur auf die Werke von deviantArt Nutzern, sondern auch von Material, was auf welche Art auch immer im Internet gefunden wurde (Schrift, Ton, Bild), in manchen Fällen auch etwas verändert wurde und danach als eigenes Werk ausgegeben wird. Wird man bei so einem „Diebstahl“ erwischt, werden die Bilder von deviantArt wieder gelöscht – falls man jemals erwischt wird. Aber was passiert mit den gespeicherten Bildern des Art Thefts?
Natürlich führt so etwas zu viel Streit, und deviantArt hat die Funktion eingeführt, die eigenen Werke mit einer CC (Creative Commons License) zu versehen, damit macht man dann die Werke der Öffentlichkeit zugänglich beziehungsweise kopieren und klauen wird legal.
Wie sinnvoll und wirksam diese CC ist, wird sich noch zeigen.
Bekanntschaften // Popularität
Bekanntschaften sammelt man bei deviantArt, indem man sich gegenseitig Feedback über die gezeigten Werke gibt, das heißt man lernt auch beinahe nur Leute kennen, denen deine Kunst gefällt, weil sie speziell nach keywords gesucht haben, die zu den eigenen Werken passen.
Anders als bei so genannten social networks, wie zum Beispiel Facebook, myspace oder StudiVZ, lernt man Leute kennen über die Kunst, also über die Kunstart, die einen am meisten zusagt oder über Werke, die einen ansprechen. Erst danach lernt man die Person hinter den Werken kennen. Anders dabei ist allerdings, dass es sich hierbei natürlich nicht um das Aussehen oder Herkunft des Users dreht. Deswegen ist deviantArt auch nur relativ eingeschränkt ein „Social Network“. Man kann die Leute nicht nach ihrem richtigen Namen oder Email Adresse suchen. Es ist allerdings auch hier möglich einen großen Bekanntenkreis aufzubauen, aber alles bleibt anonymer, die Unterhaltungen beziehen sich auch größtenteils nur auf Kunstaspekte und bleiben im Allgemeinen recht oberflächlich. Jedoch kann man auch bei deviantArt Populär werden, man muss erstmal natürlich Talent haben und dann sich geschickt anstellen. Je mehr Freunde man sich macht umso schneller wird man Bekannt. Wenn man Glück hat, landet man auch irgendwann auf der Startseite von deviantArt als „Daily Deviation“. Zwar ist von solchen Glücksfällen wie zum Beispiel Cory Kennedy (über Myspace) neues it-girl der amerikanischen Party Szene oder Molly Gottschalk (auch myspace), die durch einen Kontest die neue Muse von David Lachapelle wurde, eher ab zu sehen, aber die Bekanntheit bei deviantArt ist einem gesichert.
DeviantArt bietet den Usern auch die Möglichkeit die eigenen Werke über die Website als Print zu verkaufen. Viel verdient man damit zwar nicht, aber wer weiß, vielleicht schafft der ein oder andere damit irgendwann den Sprung in die große Karriere.
Selbstdarstellung //
Suche nach Bestätignug?
Im Internet kann sich mittlerweile jeder präsentieren und darstellen, doch teilweise bleibt die gewünschte Reaktion auf irgendeinen Blogeintrag zum Beispiel aus. Eigentlich erhofft sich doch jeder, der sich in einer Community registriert, auf irgendein Feedback, natürlich mit Vorliebe auf ein positives. In einer Künstler-Community steht das Feedback wohl noch mehr im Vordergrund, nur sind hierbei auch Reaktionen erwünscht, die nicht nur ausschließlich positiver Art sind, sondern es wird oft um Kritik oder Verbesserungsvorschläge gebeten.
Natürlich ist die Bestätigung, die man von andern Mitgliedern erhält, sehr erfreulich und stärkt zudem noch das Selbstbewusstsein eines Künstlers, in dem was er tut, auch gut zu sein.
Eigene Erfahrung
Wir haben uns selber bei deviantArt angemeldet und waren wirklich positiv überrascht, denn schon nach einigen Sekunden, während wir noch damit beschäftigt waren unsere Kunstwerke hochzuladen, erhielten wir eine erste Reaktion auf eines unserer Kunstwerke und dazu direkt noch Willkommensnachrichten, und wie könnte es anders sein, wir haben natürlich riesig darüber gefreut und fühlten uns bestätigt in unserem Können.
Schon nach ungefähr einer Stunde hatten wir vier Freunde, und 19 Einträge auf der Beobachtungsliste, welches unserer Werke von wem als Favorit hinzugefügt wurde und wer zu welchem Kunstwerk ein Kommentar hinterlassen hat.
Einen Tag später waren diese Ergebnisse geradezu verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht. Natürlich erlangt man dadurch ein großes Maß an Bestätigung, doch wenn man dabei die im Sekundentakt stetig wachsende Anzahl der Werke betrachtet, die momentan bei über 55 Mio. liegt, wird einem auch bewusst, das man einer unter vielen ist. Die Mitgliederzahl senkt aber wiederum auch etwas die Angst vor dem copyright. Es hat sich aber gezeigt, dass wenn man selber offen ist und seine eigenen Werke gern den anderen Usern als Inspirationsquelle bietet, dass man umso mehr auch zurückerhält. Verhält man sich eher passiv und legt keinen so großen Wert darauf zum Beispiel neue Favoriten zu seiner Liste hinzu zu zählen, ist auch kein besonders großes Feedback von den anderen Mitgliedern zu erwarten, und die Bestätigung bleibt aus.
Man kann aber sicher davon ausgehen, dass die Reaktionen ehrlich sind, und dass die Kunst, die man selbst darstellt, respektiert und nicht verurteilt wird.
Verhält man sich so, wie man auch im normalen Leben ist, und handelt im Interesse des gegebenen, erlangt man diese Ehrlichkeit zurück, denn man muss sich darüber im Klaren sein, dass man sonst seinem eigenen Ansehen eher Schaden zufügen kann.
DeviantArt entwickelt sich gerade so erfolgreich weiter, weil die Mitglieder selbst zu einer Gemeinschaft zusammen wachsen, und damit auch die Attraktivität und Akzeptanz steigern.