Ein elfjähriger Türke, zwei Jugendliche aus der Kleinstadt und ein gehörnter Provinzpolizist: Sie alle verschlägt es am 1. Mai nach Berlin-Kreuzberg – wo wie jedes Jahr die Emotionen hoch kochen.
Der junge Türke Yavuz will erwachsen werden, seine Männlichkeit beweisen und zum ersten Mal mit seinem Bruder am 1. Mai losziehen. Auf seinem Streifzug durch das anbrechende Chaos lernt Yavuz den Altlinken Harry kennen, mit dem er eine Straßenbarrikade errichtet, um so der allgegenwärtigen Polizeigewalt zu trotzen. Für Harry ist dies der Höhepunkt des Protestes – für Yavuz ist es erst der Anfang…
Provinzpolizist Uwe, mit seinen Kollegen zur Demo am 1. Mai in Berlin abgestellt, hat ganz andere Sorgen. Er kann an nichts denken, außer daran, dass ihn seine Frau seit Monaten mit dem Metzgersohn betrügt.
Deeskalation ist eine schöne Idee, der Tipp der Kollegen, sich in einem polizeifreundlichen Puff auf andere Gedanken bringen zu lassen, auch. Trotzdem verläuft die Nacht der Nächte für Uwe anders als gedacht.
Jacob und Pelle, zwei gutbürgerliche Kleinstadtkids, machen auf Krawalltouristen und fahren nach Berlin in der Hoffnung auf Randale. Doch als sie scheinbar ziellos zwischen Touri-Programm, dem besten Dönerladen Berlins und dem Demonstrationszug des schwarzen Blocks driften, müssen sie selber etwas Action in Gang bringen, um ihrer halbstarken Wut Luft zu machen.
Das Ende des Tages führt sie zusammen: ins Urban Krankenhaus Kreuzberg.
4 Regisseure – 3 Geschichten – 1 Film: Mit "1. MAI" haben die Produzenten von Jetfilm und Frisbeefilms ein konzeptionell innovatives Gemeinschaftsprojekt auf die Beine gestellt. Drei Teams haben zur gleichen Zeit am gleichen Ort unabhängig voneinander jeweils eine Episode gedreht, die einen Film entstehen ließen: "1. MAI".
Ludwig & Glaser, Jakob Ziemnicki und Sven Taddicken ("EMMAS GLÜCK") haben die Episoden inszeniert. Vor der Kamera ist ein fantastisches Ensemble versammelt, darunter Peter Kurth ("GOODBYE, LENIN! "), ‚Shooting Star 2008’ Hannah Herzsprung ("VIER MINUTEN"), Benjamin Höppner ("Die Wache"), Torsten Michaelis ("MEIN FÜHRER"), Oktay Özdemir ("KNALLHART"), Jacob Matschenz ("DIE WELLE"), Ludwig Trepte (Goldene Kamera 2008 für bester Film und Fernsehnachwuchs) und der elfjährige Cemal Subasi aus Kreuzberg in seiner ersten Kinorolle.
Als Eröffnungsfilm der Reihe "Perspektive Deutsches Kino" begeisterte 1. MAI auf der Berlinale 2008 Publikum und Presse.
Delphi Filmverleih startet 1. MAI am 30. April 2008 bundesweit in den Kinos.
VIER REGISSEURE – DREI GESCHICHTEN – EIN FILM
„Die Idee hatten wir im Januar 2006, gedreht wurde keine 4 Monate später. Der Grundgedanke war es in einem
so kompetitiven Umfeld wie dem Filmemachen ein Gemeinschaftsprojekt unter Freunden, unter Gleichgesinnten
zu realisieren. Ein „sozialistisches“ Projekt, nicht im eigentlichen politischen Sinne, sondern im wahrsten Sinne
des Wortes: Solidarisches Filmemachen. Und da bot sich in meinen Augen kein Tag besser an als der 1. Mai in
Berlin.“ (Jon Handschin/Produzent)
Gemeinsam mit den befreundeten Produzenten Alexander Bickenbach und Christian Rohde wurden Regisseure
und Autoren eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Schon bald kristallisierten sich drei Teams heraus:
Regisseur Sven Taddicken (EMMAS GLÜCK) tat sich mit Michael Proehl (KATZE IM SACK) zusammen, Jakob
Ziemnicki (TOMPSON MUSIK) fand in Oliver Ziegenbalg (KEIN BUND FÜRS LEBEN) seinen Autoren und
Carsten Ludwig entwickelte mit seinem Regieduo-Kollegen Jan-Christoph Glaser eine eigene Geschichte.
Das Ziel: Ein gemeinsam erzählter Episodenfilm. Dafür wurden folgende fünf Regeln für jedes Team festgelegt:
1. Alle Geschichten spielen in denselben 24 Stunden, vom Morgen des 1.Mai bis zum Morgen des 2. Mai.
2. Jede Geschichte ist 20-30 Minuten lang.
3. Jede Geschichte muss 5-8 Minuten tagsüber in Außensets in Kreuzberg am 1. Mai spielen. Jedes Team
muss diese essentiellen Bilder während des tatsächlichen Demonstrationstags am 1. Mai 2006 in Kreuzberg –
mitten im Geschehen, ohne Abschottung und ohne Drehgenehmigung– inszenieren. Dazu ist nur ein kleines
Team erlaubt, bestehend aus Regisseur, Kameramann, Schauspielern, Tonmann und Aufnahmeleiter.
4. Jede Geschichte weist mindestens fünf mögliche Cliffhanger Szenen auf. Die Geschichten folgen dem realen
Zeitablauf des Tages, d.h. sie werden nicht nacheinander sondern parallel montiert.
5. Alle Geschichten enden morgens, am 2. Mai in der Notaufnahme des Urban Krankenhaus in Kreuzberg.
Inhaltlich gab es neben diesen formalen Regeln nur eine einzige Vorgabe:
Jede Geschichte muss von einem Protagonisten handeln, der unter großem persönlichem Druck steht. Jede Figur
erhofft sich vom 1. Mai eine Art Ventil für diesen Druck, einen Ausweg aus der eigenen Situation. Und jeder
einzelne der Protagonisten wird am Ende in seinen Erwartungen enttäuscht und etwas völlig Neues für sich selbst
erfahren.