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Since 2004 I have a new working band, BAGIO, realbagio on myspace or www.bagio.org. Be Bop Hardcore with lots of changes and odd rhythms. Some call it Avant-Garde.
I also take photos. Two series you can see beside as a film clip. Some made it to record covers or posters.
History
From 1995 to 1998 I recorded and released this kind of stuff you hear above under the name Teer gleene Muck. Based on MTV-unplugged where Noise-Bands suddenly played campfire music I tryed to make some kind of Noise-Music with accustic instruments, gimmics, toys, whatever. wich can be reproduced everywhere. (By the way ... the only reason to bring a guitar to a camp fire is tu burn it). I released the "Slacker-Box" (containing a short story, the soundtrack and a fluffy spider), the 5 track ""Fuck the man" "7, the 6 track "9/96" "7 and several compillation tracks.
Parallel from 1996 up to now I joined Happy Grindcore, more performance then music (see the video below). Happy Grindcore has released a 4 track split "7 with Hrubesch Youth, a 10 track "7, a split "7 with Buffo and several compillation tracks.
More Infos: http://www.fidel-bastro.de/HappyGrindcore.htm
From 1992 till 2000 when shouter Klausner had a tragical accident I was the drummer of Hrubesch Youth, a loose quintett. Loose in the way that we didn't really practice. We just went on stage and made as much noise as possible. Totaly chaotic, wild, violent. But in a nice way. The audience could do anything and they did it. And we too. We supported Flipper in 1994 and they announced their show with "after theese bands (Hrubesch Youth and Happy Grindcore) all sounds good!". Beside the split "7 with Happy Grindcore we also recorded two LP's, "Dahlin Orgel" in 1994 and "Schifferklavier" in 1998. For the last one we went into a rehearsal room for 4 days, only improvising, taped everything and cut 45 minutes out of hours. It's a noise rock monument. I can say this cause I was totaly wasted, drunk, stoned, and tired. We all thought especially the last day was shit, but it turned out great. I see this from a listeners poin of view cause I can't remember a single note playing. (We did the first one in a similar way, but I wasn’t that wased).
During 1990 and 1993 I released 10 issues of my "Gold und Rosen" fanzine. The last two issues featured my first solo stuff, recorded with drum machine and distorted bass under a chinese name simmilar to %&$§&/$%§$. The next two "7, a split with Station 17 and a split with Wat Tyler featured a fanzine.
Check out the label web-site www.fidel-bastro.de or on myspace..
1/4 NACH 5, Januar 2003
Kühe für die Neustadt
Ganz normaler Aktionismus in der Nähe der Landungsbrücken: Muck Giovanett projiziert Bilder an Hauswände, zeigt öffentlich Filme und kämpft für den Erhalt der Grundgemütlichkeit seines Viertels
In seinem Fenster hängen nummerierte Fotos vom Hoffest der Reimersburg im Kuhberg, einer kleinen Straße in der Neustadt. So können sich alle Interessierten Abzüge bestellen. Bisweilen sehen dort aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter Beschwerdebriefe über Waschmaschinenvertreter ein oder informieren sich über Umstrukturierungsmaßnahmen in der südlichen Neustadt. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchten Diaprojektionen auf der gegenüberliegenden Häuserwand. Manchmal zeigt er hier Filme, zu denen sich Nachbarinnen, Nachbarn, Freundinnen und Freunde einfinden. „Mir ist es egal, ob fünf oder fünfzig Personen zu den Aufführungen kommen" , sagt Muck Giovanett, Urheber dieser kleinen Eingriffe im öffentlichen Raum. Und weiter: „Der Anhaltspunkt ist, etwas umzusetzen."
Deshalb bezeichnet sich der streng gescheitelte Mittdreißiger, in der Musikszene als Schlagzeuger der Hamburger Trash-Band HrubeschYouth bekannt, auch als Punk: „Wegen meiner Einstellung. Ich glaube daran, dass man etwas machen kann, dass man etwas machen muss. Das ist ganz normaler Aktionismus." Zudem habe das Nutzen des öffentlichen Raums ganz im Sinne von Punk mit „Do it yourself" zu tun, um aus dem Vorhandenen etwas herzustellen: „Das ist nicht kommerziell und macht Spaß." Muck Giovanett sieht sich als Teil eines größeren Netzwerks, das aus Nachbarschaft und Freundschaftszirkeln besteht und zwischen St. Pauli und dem Hafenviertel hin- und herpendelt. So werden gemeinsam Pläne für die Anschaffung eines Video-Beamers ausgeheckt, weil Hund Wilma und Herrchen Timo spazieren gehen und dabei in eine Filmaufführung stolpern. Bei den Happenings kommt der zufälligen Nähe zum Geschehen eine große Bedeutung zu. „Die Aktion passiert, ohne dass sie groß angekündigt ist. Derart ist sie nicht elitär, nicht offen und nicht geschlossen. Sie basiert auf Mundpropaganda und setzt darauf, dass der Raum die einzelnen Leute zusammenführt."
Beispielsweise bei der Film- und Diashow seines „Sudetendeutschen Heimatvereins" , bei dem Nachbarn und Freunde gemeinsam Stadtgeschichte oder den Film „Rollo Aller" kennen lernten. „Ich finde solche Aktionen ganz gut, weil sie kommunikativ sind und nicht spezialisiert auf irgendwelche Leute." Dass der Vereinsname provokativist, weiß Muck Giovanett: „Klar, der Name ist hart an der Grenze." Zu Stande gekommen ist er, weil seine Mutter aus Südtirol kommt und sein Vater aus Böhmen. Er selbst kommt aus Frankfurt. Zusammen mit einem Freund, der eine ähnliche Familiengeschichte hat, beschloss er, „aus dieser Mischung etwas mit Soulmusik und Apfelwein zu machen" .
Seit 1987 wohnt Muck Giovanett in dem kleinen Viertel am Hafen, das bis zum Bau von Grüner & Jahr kaum öffentliche Beachtung fand. Manche Leute kennt er „seit Ewigkeiten" , andere sind über die Jahre dazu gekommen. Die gewachsene Infrastruktur weiß er zu schätzen: „In unserer Nachbarschaft passiert immer irgendetwas. Und es gibt eine Grundgemütlichkeit." Daher erfüllt es ihn mit Sorge, dass im nächsten Jahr die so genannte soziale Erhaltungsverordnung für die südliche Neustadt wegzufallen droht. Sie schützte die Bewohnerinnen und Bewohner bislang vor Umstrukturierung und Verdrängung.
„Das Grundproblem ist überall das Gleiche. Es gibt Leute, die etwas machen, und daraus entwickelt sich eine Subkultur" , sagte er, „weil andere partizipieren wollen, drängen sie in die Viertel hinein. Schließlich verdrängen sie diejenigen, wegen denen sie kamen." Da das Hafenviertel zwischen geplanten Prestigeprojekten wie der Hafen-City und der ehemaligen Astra-Brauerei eingeklemmt sei, ist die forcierte Umwandlung zu befürchten: „Das Repräsentative des Hafens kesselt uns ein. Mittlerweile ist der gesamte Hafenrand bis Neumühlen neu bebaut. Ich finde es schade, dass nur noch das Hafenklang ein Trash-Punkt in all dem Glatten ist." Attraktiv ist das Gebaute und Geplante für ihn jedoch nicht:
„Die Hafen-City wird eine schickere City-Nord. Und schaut man sich die Kehrwiederspitze an, sieht man, dass sich das Neue erst etablieren muss." Wenn grundsätzlich gilt, dass sich aufgrund der „Dynamik der Dinge" immer etwas ändert, so ist nichtsdestotrotz der Enteignung entgegenzutreten: „Sonst gibt es nur noch schönen Schein." Währenddessen bringen manche Veränderungen auch Vorteile mit sich, beispielsweise für das Golfspielen im Freihafen. „Als der Schuppen 52 Privatgrundstück wurde, war das klasse" , sagt Muck Giovanett, „jede Woche, in der wir dort zum Golfen hinkamen, sah der Platz anders aus, Da werden wir in den nächsten Jahren noch viel Spaß haben - wenn sich alle an die Etikette halten."
Mit viel Glück stehen in der Zwischenzeit auch ein paar Kühe am Hang der Straße Kuhberg, in der Giovanett wohnt. „Wir wollten, dass der Verlag Milchstraße uns eine von seinen Kühen schenkt" , erzählt er, „aber wir hätten uns nur einklinken und für 3000 Mark eine Kuh ohne Farbe aus der Schweiz bestellen können."
Daher hat Muck Giovanett, bis die Stadt diese Kosten bewilligt, vier Kühl selbst gebastelt. Doch die ersten waren bereits nach 24 Stunden verschwunden und sind bislang nicht wieder aufgetaucht. „Leider. Für die Kinder war das traurig." Giovanett hingegen wird auch nächsten Sommer wieder vor seiner Ladenwohnung sitzen und kaum zum Essen kommen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Viertel bleiben stehen und halten einen Plausch mit ihm. „Wenn man aktionistisch ist, baut sich ein eigene Infrastruktur auf" , sagt er. Giovanett ist im Gegensatz zu den Pappkameraden-Kühen fest mit dem Viertel verwachsen. „Ich bin überwiegend hier." Nur manchmal ist er der vielen Öffentlichkeit überdrüssig. Beispielsweise als ein Nachbar ihn zu dem Foto befragte, das nun in der 1/4NACH5 erscheint. Muck Giovanett erklärt: „Da habe ich gedacht, dass ich mich zu einem Kunstwerk erklären sollte. Dann gibt es vielleicht weniger Fragen."
Doro Wiese
Publikumsreaktionen: Bremen, 9. Oktober 1998
„Du willst immer, dass jemand reagiert. Das ist Postpunk. Das ist total absurd. Der macht jetzt alles, der will jetzt... (Jetzt kommt ein ätz)."
„Das ist nicht Punk. das ist Postmoderne!!! Denn Du willst, dass jemand wirklich reagiert! Und das passiert nur. wenn sich jemand real (= physisch + aktuell) bedroht fühlt, weil: ansonsten stehen alle da und denken (+ handeln): aja: das ist jetzt Kunst, der Mann da will provozieren. Mann! Ich hätte mich so gerne mit Dir gekloppt!"
„Es ging an diesem Abend doch nicht darum, was Muck gemacht hat, sondern darum, was die Leute nicht gemacht haben.“
„Ich muss Dir sagen, der Abend mit Dir war ultrageil! Und ich war kurz davor endlich mal aus mir raus zu kommen, aber Muck hat mir nicht die Zeit gelassen.“
„Anfang lustig - später langweilig“
„Du hast mir wehgetan. Aber ich verzeihe.“
„Saugut hat das mir gefallen!“
„Abend war gut, aber n .bisschen lange."
„Ich glaube. Du warst sehr, sehr glücklich!“
„Nicht leiser werden für die Kunst“
„Wer Tschernobyl nicht mag; der kann auch Muck nicht gut finden.“
Harakiri Nr. 7, 4/97
„9/96“ – Single
Ist schon ein umtriebiges Bürschchen. Der Kleine Muck. Dass er auf Skin Graft Rec releast. erscheint angesichts seiner tourbedingten Kontakte (er organisierte an den
Zeni Geva, Melt Banana-Toumeen mit) wenig überraschend. Allerdings passt er auch musikalisch optimal in eine Reihe mit den ambitioniertesten Klangzerstörern unserer Zeit. Auf dieser EP legt Muck eine sehr rohe Herangehensweise an den Tag. Quietschende Geräusche verbinden sich mit markerschütterndem Geschrei. Er experimentiert viel mit Soundeffekten,.... eigentlich zu weird um deutsch zu sein, oder soll ich sagen: zu gut. Noise wie er nur aus der Seele kommen kann. (T)
Superstar Nr. 4, 1/97
„9/96“ – Single
Muck schlägt wieder zu. Mit viel schepper, quietsch, zerr und ein wenig stöhn rudert er weiter gegen alle Hörkonventionen. Laut eigener Aussage soll es unter den 6 Stücken zwar auch richtige Songs geben, ich selbst habe bis auf einige Akustikgitarren-Sprengsel und diverse rhythmische Grundstrukturen eigentlich wenig Songwriting entdeckt, aber bekanntlich ist das Ja Ansichtssache. Sind die Boredoms eine Rockband oder nicht? Gegen Happy Grindcore, das andere Muck-Projekt, klingt diese EP immerhin schon wie Barcley James Harvest.
MARKUS NAEGELE
Superstar, 7/96
„Fuck the man …“ – Single
Den bleibendseden Eindruck hinterlässt „Teer gleene Muck“, weil dieses seltsame Accoustic-Geschrammel sich so gar nicht zwischen Lagerfeuer und der Station 5 der neurologischen Klinik in Bad Zwesten entscheiden kann.
Josef Bercek
Frontline Mailorder im Frühjahr 94 zur Split-Single mit WAT TYLER
„Hallo Muck!
Sorry, aber davon werden wir höchstens 2 Stk los, das lohnt den Aufwand nicht!
Viele Grüße!
Frank“
Hamburger Morgenpost, Januar 1991
Wie man Gold und Rosen zu Papierfröschen falten kann
„Interesse an einem Fanzine?“
Das Metier von Victor Giovanett verlangt Durchhaltevermögen: Mit der immer gleichen Anfrage offeriert er nachts seine Broschüre „Gold und Rosen“ in Clubs und einschlägigen Kiez-Kneipen. Alle zwei Monate erstellt der nimmermüde Kleinstunternehmer im Alleingang sein zwanzig Seiten starkes Fanzine. Diese Publikationsform (Magazin von Fan für Fan) nutzt er, um über vornehmlich deutsche Indie-Acts zu berichten. „In den Plattenläden werden die Hefte kaum gekauft“ , weiß er. So sucht Giovanett den direkten Kontakt zum Kunden. Mit Erfolg: Alle dreihundert Exemplare einer Ausgabe schlägt er los.
Zwar mag man sich an der Holprigkeit der Giovanettschen Kommentare stoßen, doch liegt der Schwerpunkt des „Zines“ eigentlich auch woanders: „Ich will ein Interviewheft machen“, so der Herausgeber. „Denn nur authentisch wiedergegebene Gespräche zeigen, welche Person hinter bestimmter Musik stehen. Das interessiert mich: Persönlichkeit“ . Durch diesen Anspruch wurde aus dem Blatt (Preis: 1 Mark) gleichsam ein Forum, in dem Hamburger Bands ungekürzt zu Wort kommen. Denn Giovanett vermeidet tunlichst, Interviewpassagen zu streichen. Ansonsten ist ihm Prätention fremd: Dem Käufer wird gar nahegelegt, nach dem Lesen die Heftseiten per Anleitung zu Papierfröschen zu falten.
Christian Buß
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