|

HOSTAGES OF AYATOLLAH waren vermutlich die erste deutsche Punk-Combo, die versucht hat, die Ideen und den Sound von US-Hardcore und Skatepunk in eigene (deutschsprachige) Songs zu übersetzen.
Schon bald nach der Gründung (Ende 1981) und Zusammenfinden des endgültigen Line-Ups - Jah-Jah Vox, Jacho Git, Micha Bass und der fantastische Torso an den Drums - im Jahr 1982, schrieb die schwer von California-Punk und Ostküsten-Hardcore beeinflusste Band ihre ersten Klassiker, die sich ziemlich vom typischen "generic Deutschpunk" dieser Zeit abhoben, mehr Orange County als Daily Terror, mit unpathetischen Alltags-Texten, die auch unter dem Einfluss von frühen Neue Welle- und Punk-Helden wie KFC, Male, Hans-a-Plast oder Abwärts entstanden. Das Demo-Tape "Aha" (1983) erntete großartige Reviews bei den Insidern und die erste Single "Hallo Nachbar" (1984) öffnet der Band die Tür zum frisch entstandenen europäischen Hardcore-Network.
1985 ist die Band auf dem Höhepunkt, viele Konzerte in den AZs , Squats und Juzis der DIY-Szene, großartige Shows mit sich meterhoch stapelnden Stagedivern, jedes Wochenende eine kleine Tour. Aber dann wird die überfällige LP "Kaaba Kaaba Hey" (Split mit Manson Youth, 1986) durch miese Abmischung ein akustisches Desaster, zu diesem Zeitpunkt befindet sich Band auch stimmungsmässig im Niedergang. Sie löst sich vorübergehend auf.
1987 folgt eine Wiederbelebung, viele neue Songs entstehen, teilweise unter Postcore- und SST-Einfluss, jetzt mit englischem Gesang. Die 2. LP "Simply Too Much Nothing" (1988) spaltet die Fangemeinde. In den nächsten Monaten zerfällt die Band endgültig, nachdem Bassist Micha seine Drogenprobleme nicht mehr in den Griff bekommt.
1989 Abschiedskonzert und Auflösung. Torso wird Drummer der Kritiker-Lieblinge Carnival Of Souls, Gitarrist Jacho gründet 1993 in Berlin-Kreuzberg die Punkband Terrorgruppe.
2009 Nach circa sechs Jahren Sammeln von alten Aufnahmen, Fotos, Fanzineartikeln usw erscheint die HOA-Anthologie mit neu gemischten/gemasterten Versionen der Aufnahmen aus den 80ern. Die Platte ist dem Bassisten Micha gewidmet, der 2004 tragisch in Indien gestorben ist.
ANTHOALOGY erhältlich bei / available from:
Plastic Bomb
X-Mist
|