Portrait
Karlheinz Essl performs on a laptop computer that he has transformed into a live electronic musical instrument. The result is exciting and musical. You just won't hear these sounds anywhere else. He performs solo and in duets and trios, responding with sensitivity to fellow musicians, producing fascinating sound transformations, creating spontaneous surprises, and moving quickly from loops to cacophony to tiny clips of vocal sounds to all kinds of textures and ideas. He does all this with his m@ze°2 (Modular Algorithmic Zound Environment) performance software. (Joel Chadabe, CDeMusic, Januar 2002)
Biography
Born 1960 in Vienna. Austrian composer, improviser and performer. He studied composition with Friedrich Cerha and musicology in Vienna (doctorate 1989 with a thesis on Anton Webern). As a double bassist, he played in chamber and jazz ensembles. Besides writing experimental music and composing electronic music, he performs on his own electronic instrument m@ze°2, develops software environments for computer-aided composition (such as the RTC-lib for Max/MSP) and creates generative sound and video environments – often in collaboration with artists from other fields.
Essl served as composer-in-residence at the Darmstadt Summer Courses (1990-94) and completed a commission for IRCAM. In 1997, he was presented at the Salzburg Festival with portrait concerts and sound installations.
Since 1994, Karlheinz Essl curates experimental music concerts and sound installations at the Essl Museum in Klosterneuburg. Between 1995-2006 he was teaching „Algorithmic Composition” at the Anton Bruckner University in Linz. Since 2007 he is professor of composition for electro-acoustic and experimental music at the University of Music and Performing Arts in Vienna.
Feature
Der Komponist Karlheinz Essl gehört zu den führenden Elektronik-Performern Österreichs. Er macht das Unmögliche möglich: Unendliche Musikstücke, strengste Konstruktion, die spirituelle Kraft der Improvisation, das alles - und mehr - findet sich in seiner Musik. Wenn Essl in die Tasten greift, sitzt er vorm Laptop.
Was ist ein Musikstück, wie fängt es an, wie hört es auf und wie ist es strukturiert? Fragen, die den Komponisten und Performer Karlheinz Essl während seiner gesamten Musikerkarriere begleitet haben: "Ekstase und Trance haben für mich immer eine gewisse Bedeutung gehabt als etwas, das ich auch mit musikalischen Mitteln zu erreichen versuche."
Die Einflüsse auf Karlheinz Essls Schaffen sind mannigfaltig: Rock-Musik, Jazz (Essl spielte selbst Kontrabass), Musik des Mittelalters und der Renaissance, die seriellen Welten eines Webern genauso wie die Klangräume der computergenerierten zeitgenössischen Musik.
Vorderhand Außermusikalisches nutzt Essl, um die normativen Grenzen des Komponierens zu sprengen.
Das Schaffen Essls reicht von auskomponierten Instrumentalwerken über Mischformen wie Kompositionen mit Live-Elektronik, bis zu Realtime-Kompositionen, Improvisationskonzepten, Klanginstallationen und Internet-Projekten.
Meist tritt Essl als Komponist und Performer in Erscheinung. "Es ist heute wieder so, dass diese getrennten Bereiche der Instrumentalisten, der Ausführenden und der Komponisten - also der Erfinder -, sich immer mehr verschränken", erläutert Essl. "Was den Komponisten auszeichnet ist, dass er in der Lage sein soll, nicht nur für sich und sein Instrument zu schreiben, sondern Musik jeglicher Besetzung und Kategorie schreiben zu können."
Mit den Prinzipien der Ordnung und der Dramaturgie hat sich Essl intensiv auseinander gesetzt. Manche Stücke wurden von Beobachtern gar "konstruktivistisch" genannt. "Konstruktion als solche ist ja nicht mein Interesse", sagt Karlheinz Essl, "sie dient mir bloß, um in Regionen zu gelangen, in die ich sonst nicht vordringen könnte".
Scheinbarer Gegensatz dazu: Improvisation. Auch die spielt im Schaffen Essls eine bedeutende Rolle. Beim Improvisieren habe er oft die Erfahrung gemacht, "dass dabei Dinge passieren, die man als Komponist niemals notieren oder planen könnte. Was mich seit meiner Teenagerzeit, wo ich als E-Gitarrist Rockmusik gespielt hatte, bis heute fasziniert ist die Erzeugung von psychischen Grenzzuständen mit Hilfe von Musik. Ekstase und Trance haben für mich immer eine gewisse Bedeutung gehabt als etwas, das ich auch mit musikalischen Mitteln zu erreichen versuche."
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