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Nadja Schubert's Blog

  • "Das Jazzkleid steht ihr gut" - Nadja Schuberts "swingende Blockflöte" im Arithmeum

    "In dulci jubilo" sang das Publikum im Arithmeum. "In flauto jubilo" wäre auch nicht schlecht gewesen. Denn "unseres Herzens Wonne" waren in den zwei Stunden zuvor die Blockflöten gewesen, gespielt von der Ausnahmekünstlerin Nadja Schubert. Mit dem weihnachtlich angehauchten Programm "Swingende Blockflöte" gastierte sie in der Reihe "concerto discreto", die die Deutsche Welle im Arithmeum präsentiert . . .

    Dabei schlug Schubert, eine Schülerin von Günter Höller, die Brücke zwischen klassischem Blockflötenspiel und Jazz. In "Der Fluyten Lust-Hof" des Renaissance-Meisters Jacob van Eyck führte das erste Stück des Abends mit dem Titel "Boffons". Nadja Schubert verwandelte dabei ihre winzige Flöte in einen kleinen Derwisch, der mit atemberaubender Sicherheit durch die Welt quirliger Passagen turnte.

    Nadja Schuberts Spiel ist von einer bewundernswerten Leichtigkeit und Präzision. Und wie klug sie phrasieren kann, hörte man zum Beispiel in Francesco Rognonis Diminutionen über Palestrinas "Vestiva i colli". Winzige Temponuancen und kleine, gliedernde Zäsuren machten aus perlendem Laufwerk ornamentale Gestalten. Dass Willi Kronenberg mehr war als nur Continuopartner an der Orgel, zeigte er (am Cembalo) eindrucksvoll in "Pavane und Galliarde" von Peter Philips. Und mit der Cellistin Evelyn Buyken lieferte sich Schubert in Arcangelo Corellis Variationen über "La Follia" spannende Dialoge.

    Der zweite Teil des Abends gehörte dem Jazz und - neuen Mitspielern. Und einige Werke des ersten Teils feierten ihre Wiedergeburt aus dem Geiste der Improvisation. Genannte "Follia" etwa, in der Nadja Schubert, getragen vom dezenten Background aus Klavier (Martin Sasse) und Kontrabass (Sascha Delbrouck), ihre Flöte swingen ließ, wehmütige Seufzer einstreute, und mit einem Feuerwerk an Improvisationsideen verblüffte.

    Auch dem Choral "Wie schön leucht uns der Morgenstern" oder Musik von Vivaldi stand das Jazzkleid gut. Zum Schluss standen alle Mitwirkenden noch einmal auf der Bühne, symbolisierten den Händedruck zwischen Klassik und Jazz. Und Gemeindegesang der etwas anderen Art, siehe oben, beendete den Abend.

    Mathias Nofze, General Anzeiger Bonn, 17. Dezember 2008

  • Pressekritiken: CD Nadja Schubert & Electric Band "Back On The Block"


    "Es braucht keine Blechbläser oder Saxophone um funky zu sein. Das geht auch mit Blockflöten. Man höre hierzu z.B. "Hey there" aus der neuen CD von Nadja Schubert. Nachdem sie mit "Yellow & Red (2000) gezeigt hat, dass man mit der Blockflöte swingen und boppen kann und im Duo "Recorder & Bass" mit Bassist Sascha Delbrouck kammermusikalischen Jazz par excellence zelebrierte, hat Schubert nun eine Electric Band zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen die legeren und dennoch verästelten Grooves, die Delbrouck zusammen mit Schlagzeuger Oliver Rehmann kreiert. Die elektronischen Sounds von Keyboarder Denis Cosmar und Gitarrist Uli Brodersen sind die Gewürze des Menüs. . . . Bei dieser Band zählt jede Note, jeder Sound wird bewusst gesetzt (oder weggelassen), und es strahlt eine unbändige Freude aus dem was da entsteht." JAZZPODIUM, MAI 2010

    "Diese CD hat den Charme einer neuen Erfindung. Denn der Inbegriff von Schul und Barockmusik, die Blockflöte, wird hier ihrer natürlichen Umgebung entzogen und outet sich als vollwertiges Rockjazzinstrument. Vom braven Kuckucksuhrton bleibt nichts mehr übrig, wenn Nadja Schubert (Blockflöte), Denis Cosmar (Keyboards), Uli Brodersen (Gitarre), Sascha Delbrouck (Bass, Loops) und Oliver Rehmann (Drums) loslegen. Diese Blockflöte schreit, jault, zischt und spuckt, wenn der Ausdruck es nötig macht, erzeugt flächige Ambientsounds oder improvisiert lustig drauflos. Nadja Schubert ist dabei durchaus die Attraktion der Band . . ." KULTURNEWS, APRIL 2010

    "Back On The Block" - Auf der neuen CD zeigt sich die in der Klassik wie im Jazz beheimatete Flötistin äußerst virtuos und spielfreudig. Sie verbindet Jazz mit modernen elektronischen Stilen wie Ambient und Drum & Bass-Grooves zu einem eigenwillig interpretierten Fusion-Sound". NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG, APRIL 2010

    "Die gute alte Blockflöte wird gern in die Hausmusik verbannt, Kindern als musikalische Einstiegsdroge gereicht und dann in irgendeiner Nische abgestellt. Stopp! Jetzt kommt Nadja Schubert ins Spiel: 1971 geboren, dreimal Bundessiegerin bei "Jugend musiziert", Konzertexamen. Und nun hat sie mit ihrer Electric Band ein Album namens "Back On The Block" (MDM/Broken Silence) aufgenommen. Darauf ist Jazz zu hören, swingend, groovend, funky, ein bisschen rockig und mit einer virtuos auftrumpfenden (Alt-)Blockflötistin. Die Stücke, meist vom Bassisten Sascha Delbrouck geschrieben, mischen in den Bandklang elektronische Sounds - das passt." LANDESZEITUNG LÜNEBURG, APRIL 2010
  • "Dritte Kölner Musiknacht" - "recorder & bass"

    Kölner Stadtanzeiger, 17. September 2007 - Auf der langen Reise zum Irgendwo - Zwischen Andacht und Performance: Die Kölner Musiknacht erfreute mit einem vielfältigen Programm - Zeitweise luden 25 Spielorte zugleich zu ihren Attraktionen. - Von Gerhard Bauer - Der Tag strahlte noch hell, als die „Kölner Musik Nacht" begann, und so brodelte es erst nur auf den Straßen und Plätzen. Daher reckten im Domforum wenige Neugierige ihre Hälse, und dies, obwohl es da bereits einen ersten, kaum überbietbaren Höhepunkt gab. Denn hier duettierte das kleinste und höchste Instrument mit dem größten und tiefsten, hier zwitscherten und zupften sich Blockflöte und Kontrabass die Pointen zu. Nadja Schubert und Sascha Delbrouck ist diese aparte Kombination zu danken, und der Erfolg, den das Duo seit seiner Gründung im Jahre 1996 zu genießen gewohnt ist, war auch im kleinen Kreise greifbar. (. . .)
  • "Kapellchen wird zur Voliere" - "Nadja Schubert ist eine Meisterin an der Blockflöte."

    Kölner Stadtanzeiger, 28. Februar 2008 - Kapellchen wird zur Voliere - Nadja Schubert ist eine Meisterin an der Blockflöte. Bei ihrem Konzert im Kapellchen ließ sie allerhand Federvieh lebendig werden. - Die Kölner Blockflötistin Nadja Schubert stellte mit Musik aus Barock, Moderne und Jazz ein Vergnügen für Vogelnarren vor. - Von Marianne Kierspel - Rodenkirchen – Das „Rodenkirchener Kapellchen" Alt St. Maternus am Rheinufer hat schon ein Jahrtausend Geschichte erlebt. Viel länger aber gibt es Singvögel, die heimlichen Stars in Nadja Schuberts Solokonzert. Die Kölnerin setzt Blockflöten in Alter Musik wie im Jazz ein. Jetzt entzückten etwa Charlie Parkers Bebopstück „Ornithology" mit Altflöte und Schuberts eigene „Vogelimprovisation", die das „Kapellchen" mit Elektronik-Echos in eine Voliere verwandelte. Allerdings nur für ein Stündchen, denn die Heizung war ausgefallen und die Blockflöten nahmen die Kälte übel. Im Zentrum stand eine aparte Miniaturensammlung zum Thema Vogelrufe, Musik vom 17. Jahrhundert bis heute, bis zu Jürg Baur, die inspiriert ist von Signal-, Balz-, und Lockrufen verschiedener Singvögel. So imitierte Jacob van Eyck in „Engels Nachtegaeltje" (1644) allerlei Naturlaute mit Trillern und Oktavwechseln. Das exzentrische Jubilieren der Sopranflöte erinnerte aber auch an eine Diva, die sich an ihrer eigenen Stimme berauscht. Eine unglücklich verliebte Nachtigall trat hingegen bei Francois Couperin auf, „Le Rossignol en amour". Nadja Schubert ließ in dem für Altflöte bearbeiteten Cembalostück das Tierchen aus der komponierten Form ausbrechen und wie mutwillig tirilieren.Gerade das Unberechenbare, Spontane und Komplexe der Vogelstimmen inspiriert Komponisten, gerade dann, wenn sie mit ihrem Latein am Ende sind oder der Musik frische Ideen geben wollen. So erinnerte das reizvolle Programm an Olivier Messiaen, der Vögel sogar in großen Orchesterwerken „zitiert" und den uralten Disput angeheizt hat, ob Vogelrufe „Musik" sind oder nicht. Messiaen hatte viele Beispiele naturgetreu notiert, übrigens eine knifflige Aufgabe, und die Musikwelt mit der Ansicht schockiert, Vögel seien „wahrscheinlich die größten Musiker, die unseren Planeten bewohnen". Eine quasi entgegengesetzte Perspektive markierten jetzt Lehrstücke für die Vogeldressur. Nadja Schuberts überraschendes Fundstück „The Bird Fancyer..s Delight" enthält Etüden für Vogelnarren, die ihren Tierchen Musik nach Menschenmaß beibringen wollten, ordentlich in Takt gepresste Melodien oder auch mal ein zierliches Menuett. Schuberts silberhelles Sopranino unterhielt etwa mit Weisen für Dompfaff, Kanarienvogel oder Papagei.

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