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radiN:ation's Blog

  • Past Shows

    23.10.2010 - Werk 2 / Der Große Preis / Leipzig

    08.10.2010 -
    Mühkeller e.V. / Leipzig

    09.07.2010 -
    UT Connewitz / Twin Festival / Leipzig

    19.06.2010 -
    Fete de la Musique / Halle

    30.05.2010 -
    Stadt-Spiel-Vision / Halle

    29.05.2010 -
    Flash Frühlingsfestival / Eilenburg

    17.04.2010 -
    Moritzbastei / Support für "The Vortex" / Leipzig

    27.03.2010
    - Shalom / mit "Sinfuroco" / Gera

    13.03.2010 - Werk 2/Halle 5 - "Emergenza" / Leipzig

    06.03.2010 - Ohrakel / "Instore Gig" / Leipzig

    12.12.2009 - Four Rooms / Record Relase Party / Support: Morning Health Club / Leipzig

    27.06.2009 - Festival '09 / mit "Bollo" & "...and tomorrow"/ Grethen
  • radin:ation "Blind Spot" CD Review

    radin:ation - Frisch aus Leipzig coast-is-clear.blogspot.com
    Geschrieben von parklive

    Ich finde, es wird Zeit, dass ich mal wieder eine hoffnungsvolle Nachwuchsband aus deutschen Landen vorstelle – wie wäre es z.B. mit radin:ation, einem Quartett aus Leipzig? Sänger & Gitarrist Andreas hat sogar seine Wurzeln in Kiel, also passt das doppelt gut in meinen Blog. :-) Musikalisch spielen radin:ation eine Mischung aus Indierock mit einigen Post-Rock-Einflüssen und einem besonderen Augen- und Ohrenmerk auf atmosphärische Dichte. Oder, um die Presseinfo zu zitieren: „Die 4 Leipziger Mannen fanden sich im Frühjahr 2008 zusammen, um die Widersprüche zwischen dem Leisen und dem Lautem, zwischen der Melancholie und der Schönheit mit einem Schuss Selbstironie zu verbinden, und gründeten die Band radin:ation.“ Das Debütalbum "Blind Spot" präsentiert dem Hörer eine angenehme Bandbreite des Sounds und enthält mit "Lost"auch einen Indiehit, der mich etwas an Slut oder an die Frankfurter Band Velveteen denken lässt. Zu ihren Referenzen zählen radin:ation – duchaus passend – sonst auch noch Kashmir, deus und The Notwist. Hört doch mal rein!




    radin:ation - "Blind Spot" joomla.generated-x.de
    Geschrieben von Steffen

    Zuerst ein Rythmusei. Dann ein Disko-Schlagzeug, bei dessen ersten Beats mich die Angst packt, es könne ein „Thriller“-Zombie bevorstehen. Aber nein. Radinations Erstling ist eher ein uneheliches Kind vom alten (oder aktuellen?) Übervater Notwist denn ein Indie-Widergänger. Ruhige Stücke, Keyboard-Elektro-Einsprengsel und dieser lethargische, aber keineswegs unangenehme Gesang... Weil jedoch daneben auch Kashmir und Deus als Eltern angegeben werden, wäre wohl ein DNATest fällig. Trotzdem erinnert „Blind Spot“ mich vor allem an „The Devil, you and me“ der Erstgenannten. Denn der Fokus der Leipziger liegt klar auf zwar durchaus verschiedenen, aber immer nachdenklichen, süß-melancholischen Stücken. Wenn jetzt ein Stammgast „Weichspüler!“ ruft, sei ihm verziehen. Wenn er „Indie?“ murmelt, nun: Mehrere Jahre Indie-Disko im inzwischen geräumten örtlichen AKW haben meine Definition jenes merkwürdigen Genres geprägt. Ich verstehe darunter aufdringliche, laute Bands, die zu prätentiös für Bayern 3 sind, und zu deren desaströsen Geklänge Physikstudenten mit bunten Mützen berauschte Sozialpädagoginnen antanzen können. Wirklich laut oder aufdringlich sind Radination jedoch nicht. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass Männchen mit ausgefallener Mütze diese Platte auflegen, um Weibchen zu beeindrucken – aus diesem Grund dürfte es Alternativrock geben. Falls dem so ist, dann aber wohl eher zum Liebesspiel („The Award For Your Efforts“). Zudem bemühen sich die Vier innerhalb ihres Kurses um Vielfalt. So weckt beispielsweise „Go on“ mit seinen Keyboard-Streichern längst verschüttete Erinnerungen an Silverchairs „Neon Ballroom“. Gerne würde ich näher auf diesen Vergleich eingehen, aber jene CD starb seinerzeit den Neunziger-Jahre-man-war-ich-jung-Tod an Kratzwunden, und so kann ich mich lediglich auf meine Erinnerung berufen. Und die schreit nunmal „Silverchair“, wenn ich den Track höre. Das gedämpfte „If“ gibt sich dagegen als Elektro unter Morphium. Manche der Stücke gegen Ende, insbesondere das gitarrenbetontere „Shooting Star“ erinnern mich an die holländischen Lawn. Warum auch Electric Magic-Leser „Blind Spot“ in Erwähnung ziehen sollten? Nun, erstens kann man bei manchen Damen einfach kein Doom oder Psychedelic auflegen. Also seid ihr zweitens gezwungen, euch nach Alternativen umzusehen. Wenn ihr drittens noch positive Jugend- Erinnerungen an Alternativ-Rock (daher der Name?) mitbringt, bieten Radination viertens ein durchaus anständiges, melodisches Debütalbum zwischen selbigem und Pop, welches fünftens leichtverdaulich, aber eben auch nicht allzu seicht ist. Erwerbbar ist das gute Stück übrigens über die Band direkt für zehn Euro, was ich (Punkt Sechs!) für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis halte.


    radin:ation - "Blind Spot"  http://www.bierschinken.net
    The Notwist ist so ungefähr der erste Gedanke, der mir beim Hören dieser CD durch den Kopf schießt. Das aber eher wegen der Grundstimmung und den atmosphärischen Hintergrundgeräuschen, eine 1:1-Kopie stellen die 4 Mann aus Leipzig nun wirklich nicht da. Der Waschzettel nennt außerdem noch Kashmir und deus als Vergleich - mag sein, kenn ich nicht, nicht mein Metier. Musikalisch ist das Ganze eher ruhig gehalten, entwickelt aber eine gewisse Eigendymanik, so dass ich das Resultat jetzt nicht unbedingt als Fahrstuhlmusik abtun würde. Eher eine sphärisch-atmosphärische Spielart des Indierock, die sich auch gerne mal ein paar Melodien erlaubt, aber für meinen Geschmack ruhig öfter mal etwas ausbrechen könnte. Die Stücke sind zwischen 3 und 9 Minuten lang, was schon ungefähr zeigt, wie vertrackt die Band an ihren Sound herangeht.
    Abgesehen von meinen persönlichen musikalischen Präferenzen aber ein rundes Ding. Die Lieder sind melancholisch-verspielt gehalten, werden selbst nach mehrmaligem Hören nicht nervig und wirken in sich ziemlich stimmig, selbst das Keyboard wirkt nicht irgendwie fehl am Platze wie sonst bei ähnlich gearteten Bands.
    Freunde des Genres sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, ich bleibe trotzdem lieber beim Punkrock...





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