Selig war für viele der Soundtrack ihrer Sommer, ihrer Winter und auch der Jahreszeiten dazwischen. Selig hat geholfen zu weinen, loszulassen und wieder wach zu werden. Erst haben sie beim Großwerden geholfen und nun helfen sie auch noch beim Altwerden! Jan Plewka, Christian Neander, Stoppel Eggert, Leo Schmidthals und Malte Neumann sind wieder Selig.
Jan, bitte nicht wieder Zigaretten holen gehen!
Seid ihr froh, wieder Selig sein zu dürfen?
Band: Wir sind sehr froh. Wir sind selig, wieder Selig sein zu dürfen. Wir haben uns damals selbst verheizt. Eigentlich waren vier Jahre mit Selig gefühlte zehn Jahre; das war ein halbes Leben. Es brauchte noch einmal zehn Jahre, damit sich die Wogen zwischen uns wieder geglättet haben.
Was hat euch bewogen, euch wieder zusammenzutun?
Band: In einem Restaurant außerhalb von Hamburg hatten wir fünf nach zehn Jahren ohne Kontakt ein sehr ernstes Gespräch, voller Misstrauen. Das war am 2. September 2007. Wir haben bis Mai 2008 geredet. In dieser Zeit haben wir gemerkt, dass es gar nicht die Schuld des jeweils anderen war, der Selig hat kaputt gehen lassen, sondern dass uns der Alltag getötet hat. Um diesen Alltag zu besiegen, wurden wir damals verantwortungslos uns selbst gegenüber. Aber das haben wir jetzt alles beredet und haben uns gefragt, ob wir noch was zu sagen haben. Und dann haben wir im Mai 2008 das erste Mal wieder im Studio gestanden. Wir spielten das Riff von „Hey, hey, hey“. Und plötzlich wusste ich, warum die Leute früher so durchgedreht sind. Das war wir eine Nahtoderfahrung. Und seitdem sind wir wieder Selig.
Was bedeutet euch die neue Platte?
Band: Ein riesenschwarzer Stein ist aus unseren Seelen gefallen. Wir sind jünger und leichter dadurch geworden. Den größten Erfolg haben wir schon hinter uns. Wir haben bei dieser Platte nicht an andere oder Radiotauglichkeit gedacht. Das ist eine sehr persönliche Selig-Platte geworden. Zwischen jedem Ton und jeder Zeile geht’s um Vergebung, Verzeihen, Freundschaft, Wiedersehen und Frieden. Die Träume hinüberzuretten, auch. Dass wir wieder Freunde sind, dass wir uns vergeben haben, dass steckt alles in diesem Album drin. Das sind alles diese Momente. Wir würden das gerne teilen. Mit allen Leuten und mit denen, die Frieden suchen und brauchen. Wir sind sehr glücklich mit der Platte.
Hast du manchmal das Gefühl, dass einige eurer Fans dich stellvertretend für sich selbst leiden sehen wollen?
Band: Ja. Wir sind auch immer noch voll Erlösungsphantasien. So ein Leben, das man mit der Band führt, ist ja total anstrengend, das ist totaler Wahnsinn, was man da macht. Da gehört schon ne Portion Selbstleiden dazu. So eine Art Jesuskomplex. Blixar Bargeld hat mal gesagt: Als Rockstar bist du entweder Jesus oder Adolf Hitler.
Wie lange haltet ihr diesmal durch?
Band: Die Platte heißt ja „Und Endlich Unendlich“. Der Kreis ist noch nicht geschlossen. Und wir werden jetzt so lange weitermachen, bis der Kreis rund ist. Das ist unsere Aufgabe. Ob das noch sechs Platten oder ein ganzes Leben dauert, vermag ich nicht zu sagen. Ich glaube, es kommt auf die Pausen an, die wir machen. Wenn jetzt beispielsweise wieder ein Riesenerfolg auf uns einplatzt und wir dann wieder versuchen, diese Welle zu reiten, das wäre falsch. Wir sind jetzt alt.
Dann wird der Erfolg nicht uns überrollen, sondern wir den Erfolg
"ich fall in deine arme" is so wunderschön. und wir sind sehr froh, dass ihr wieder zusammen seid, jungs. das trägt ganz erheblich zu einer gewissen konstante bei, die wir vermisst haben, viele grüsse, marina und tino
Hi Nach längerer Pause auf dieser Plattform, muss Ich aber zuerst bei euch vorbei schauen und mich nochmals herzlichst bedanken, für dieses grossartiges, emotionales Konzert, das Ihr am 18. September in Luxemburg gespielt habt. War einfach nur Klasse. Ehrlich, Ich besuch viele Konzerte und dies war seit langem wieder eins wo man sich sagt: "YESSSSS!!!!!" Leider konnte Thierry (RIP), der Henk in Knockin' on heavens door spielte nicht dabei sein. Hatte mal das Vergnügen mit Ihm über eure Musik zu "philosophieren". Also nochmals RESPEKT und hoffentlich auf ein Wiedersehen in der Nähe von oder in Luxemburg