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stefanie pojar

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Man sieht nur mit dem Herzen gut - Die Porträtmalerin Stefanie Pojar ----------------------- „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ – dieser 1943 vom französischen Schriftsteller Antoine de Saint- Exupérie in seinem Werk „Der kleine Prinz“ niedergeschriebene Satz ist eine Erkenntnis gegen die Neigung zur raschen, ausschließlichen Orientierung am Augenschein, an der Oberfläche, an harten Zahlen und Fakten, an Kosten- und Gewinnrechnungen, zum selbstgerecht gefühllosen Be- und Verurteilen. Er kommt einem in den Sinn, betrachtet man die Bilder der Plauener Malerin Stefanie Pojar, die sich in besonderer Weise der Portätmalerei zugewandt hat. Als weiteres Sujet kommt das Stillleben hinzu, doch selbst in den hier gern dargestellten Puppen und Stofftieren möchte man gleichsam porträthafte Züge entdecken. Die Bildnisse zeugen sowohl von Charakterisierungskunst als auch von einem engen Vertrauensverhältnis zwischen der Malerin und ihren Modellen. Oft fertigt sie mehrere Fassungen an und versucht so, mit sicherem Blick bei genauer Beobachtung von Formen und Farben im versöhnten Wechselspiel von Licht und Schatten, zum Wesen des Dargestellten vorzudringen. Dabei vermeidet sie, der Erscheinung in Willkür oder modischer Attitüde Gewalt anzutun und den Betrachter solcherart subjektiv mit artifizieller Effekthascherei, aggressivem Gestus oder pseudointellektueller Wichtigtuerei zu irritieren. „Ich möchte nicht provozieren. Ich denke, dass die Liebe der Schlüssel zu unserer Welt ist, und das möchte ich gern durch meine Malerei weitergeben“ sagt sie dazu. Sie nimmt das Modell ernst und versucht, sich in seine Lage und Empfindungen hineinzuversetzen, seine Signale zu deuten und Anteilnahme zu entwickeln. Diese Grundhaltung der Empathie ist nicht nur in der Kunst ein hohes Gut. Sie ist geradezu die Voraussetzung jeglichen sozialen Miteinanders. Stefanie Pojar erhebt nicht den Anspruch, das große Weltgeschehen in ihren Bildern zu reflektieren. Und doch ist jedes menschliche Wesen eine eigene Welt, die es so nur einmal gibt, ist also auch jedes Modell ein Universum im Kleinen. Gemalte Porträts sagen freilich nicht nur etwas über den Dargestellten aus, sie sind Interpretationen und geben so zugleich etwas vom Maler, seinem Wesen und seiner Sichtweise wieder. Es dürfte wohl nicht zu viel gesagt sein, wenn man den künstlerischen Entstehungsprozess durch das Sich-in-Beziehung-setzen zweier Individuen in gewisser Weise als Reflexion der eigenen Identität des Malers versteht. In Stefanie Pojars Werdegang könnte man Erneuerung und Kontinuität exemplarisch feststellen. Sie verkörpert eine neue Generation in der vogtländischen Malerei und ist doch gleichwohl in der vorausgegangenen verwurzelt. 1983 in Plauen geboren, schloss sie hier 2003 eine Lehre als Produktgestalterin Textil im Fachbereich Stickerei ab und besuchte bis 2004 die Fachoberschule für Gestaltung. Seit 2002 hat sie sich der Kunst verschrieben und seither intensiv die erforderlichen Grundlagen erlernt (u. a. an der Euregio Akademie Vogtland bei Klaus Helbig und Hermann Geyer und an der Internationalen Sommerakademie Plauen). Beim Plauener Maler Hermann Geyer (*1957), der seinerseits wichtige Impulse von Fredo Bley (*1929) empfangen hatte, absolvierte sie 2004 ein längeres Praktikum. Seit 2005 ist sie freiberuflich als Malerin tätig und hat inzwischen bereits mit Erfolg an vielen Ausstellungen teilgenommen. Lehrend gibt sie ihr Können etwa im Rahmen von Kursen im Grundlagenzeichnen und Aktzeichnen weiter. Sie reiht sich als selbständige Erscheinung in die lange Kette reicher malerischer Traditionen des Vogtlands seit dem 19. Jahrhundert ein, mit ihren lebendigen, ausdrucksstarken, im Hier und Heute angesiedelten Menschenbildern den Bogen ins 21. Jahrhundert schlagend.--------------------- Frank Weiß

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