STÜBAphilharmonie's Blog
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CLUESO und STÜBA oder: wie man zu einem Orchester kommt
Es führen viele Wege nach Rom und sicher fast so viele führen einen Künstler zum Orchester. Denn
man kann Orchester kaufen, mieten, borgen oder gar eins gründen. Clueso wiederum träumte von
einem Orchester und ließ den Dingen ihren Lauf.
Es muss 2004 gewesen sein, als alles begann. Clueso tourte mit dem Album „Gute Musik“ als Support
der „Fantastischen Vier“ erstmals auf den ganz großen Bühnen durch das Land. Zeitgleich wurde
er auserwählt, sein Bundesland Thüringen bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest mit seiner
Ballade „Kein Bock zu geh'n“ zu vertreten.
nicht nur für diesen Fernsehauftritt, sondern auch für das Musikvideo wurde ein Streichquartett
gebraucht. Und da Musiker immer andere Musiker kennen, kam schnell der Kontakt zustande, aus
dem später das ganz große Projekt keimte.
Christoph Bernewitz, der Gitarrist der Clueso Band, fand in Matthias Eichhorn, einem der
Kontrabassisten der STÜBA philharmonie, den passenden Organisator. Ein Streichquartett zu finden
und mit ihm zu spielen war also nicht schwer. Und auch die Bekenntnisse nach dem erfolgreichen 7.
Platz bei Raab gingen mehr leicht als realistisch von den Lippen: „Wir müssen mal was zusammen
machen – Clueso und Band und das ganze Sinfonieorchester.“ Meist bleiben solche Ideen dann im
Alltag auf der Strecke und Clueso selbst schien sie auch eher ein Traum zu bleiben.
Doch unter der Oberfläche wurde geplant, arrangiert und heimlich geprobt, während der Künstler
selbst für das Goethe-Institut in Asien Workshops gab, um dann mit einem ordentlichen Jetlag in den
Knochen sofort das Musikvideo für „Pizzaschachteln“ zu drehen. Und pünktlich nach Drehschluss
zur sehr aufwendigen Videoproduktion platzte die feierliche Bombe. Clueso, der kurz zuvor auch
noch Geburtstag hatte, kam völlig übermüdet und nur nach geschicktesten und ausdauernden
Überredungsversuchen doch noch zur Video-Team-Party, um den Helfern und Mitwirkenden zu
danken.
Alle, denen es vergönnt war diesen Abend miterleben zu dürfen, werden sich erinnern.
Clueso, steigt nichts ahnend die steinernen Stufen in den Erfurter Predigerkeller hinab und wird
völlig überrascht von seiner Band und einem vierzigköpfigen Orchester, erwartet. nicht nur ihm
verschlug es die Sprache und trieb es die Tränen in die Augen, als die Musiker „Gute Musik“ und
„Pizzaschachteln“ anstimmten. Die beiden Stücke wurden immer und immer wieder gespielt. Auch
weil Clueso beim ersten Mal vor Rührung gar nicht singen konnte. Zum Beweis haben wir einen
kleinen Film und ein paar Bilder dieses Abends auf clueso.de gepackt.
Von dem Zeitpunkt an war das Band zwischen Clueso, der Band und der STÜBAphilharmonie
geschlossen. Ein fulminantes Prämierenkonzert bei Radio Fritz in Berlin (auf der Live DVD „Weit weg“
zu sehen) und eine Mini- Tour folgten. Seit dem ist STÜBA ein Teil von Clueso und umgekehrt.
Fast wie
selbstverständlich wurde für „So sehr dabei“ auch ein Orchesterstück aufgenommen – „Utopie“.
Und als kleine Wiederholung der Geschichte trat Clueso 2008 mit „Keinen
Zentimeter“ zum zweiten Mal beim Bundesvision Song Contest auf. Diesmal spielte er mit Band und
einem fast vollständigen Orchester, und alle wurden mit einem unglaublich knappen zweiten Platz
belohnt.
Clueso und STÜBAphilharmonie ist ein gelebter Traum.
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Tourtagebuch
27. + 28.11.09, Ludwigshafen - Feierabendhaus BASF
Nach langer Vorfreude und unglaublich intensiver Vorbereitung war es endlich soweit: mit 120-köpfiger Crewbesetzung, einem spitzenmässigen Programm und viel guter Laune konnte die Tour beginnen! Allerdings gab es gleich am Anfang ein kleines Problem. Unser gemieteter 40t Tourtruck reichte für die vielen Instrumente, die Technik und den ganzen Rest nicht aus - ein zweiter Truck musste angemietet werden.
Schließlich starteten wir vom Zughafen aus in Richtung Ludwigshafen, unserer ersten Station auf unserer 10-tägigen Tour. Bis zu unserem ersten Konzert am Freitag hatten wir nochmal Gelegenheit, uns als Team sowohl musikalisch als auch menschlich aufeinander einzuspielen. Neben den ersten, für viele anfangs noch ungewohnten Soundchecks und dem finalen Feinschliff an Technik und Showdetails blieb auch noch genügend Zeit für ein neues kennenlernen oder ein weiteres zusammenwachsen, für Partys im nahegelegenen Nachtclub, für Kickerspiele, kleine Stadtbesichtigungen, letzte Einkäufe von Konzertkleidung oder einfach nur für schöne Gespräche in kleinerer oder größerer Runde.
Das Feierabendhaus in Ludwigshafen war mit 1400 Menschen gefüllt und für uns durfte es nun beginnen.01.12.09, Essen - Zeche Zollverein
Heute, am Dienstag, stand unser erstes ausverkauftes Konzert in Essen auf dem Programm. Nach dem Auschecken aus unseren Bungalows in Frankenau und einem ausführlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Soundcheck in interessanter Ambiente der Zeche Zollverein. Die Crew, allerdings, ist direkt nach dem Konzert in Kassel mit dem Nightliner, indem sie auch geschlafen haben, nach Essen gefahren, um pünktlich 7.30 Uhr die Trucks mit Technik und Instrumenten zu entladen und aufzubauen.
Nach der Show in Kassel wurde die Atmosphäre während des Konzerts heute trotz des ungewöhnlichen Bühnenaufbaus von den meisten von uns als sehr entspannend empfunden. Auffällig waren die Nähe zum Publikum und der gute Sound in der Halle. 800 Besucher saßen anfangs zwar noch eher zurückhaltend auf ihren Stühlen, aber im Laufe der Show riß Cluesen auch die letzten von ihren Sitzen und brachte den Saal zum Kochen. Es war ein unglaublich gutes Konzert und die fantastische Stimmung war auch noch lange nach dem Einchecken in unserer Jugendherberge in Bochum bis in die späten Abendstunden hinein im ganzen Team zu spüren.02.12.09, Essen - Zeche Zollverein / Zusatzkonzert
Heute war ein anstrengender, aber auch ein sehr schöner Tag. Nach dem Frühstück ging es zunächst in die Jahrhunderthalle zum Soundcheck für unseren Auftritt morgen bei der 1LIVE Krone.
Das ganze Setting und der besondere Blick hinter die Kulissen war für viele von uns eine ungewöhnliche und interessante Erfahrung. Nach dem Soundcheck fuhren wir weiter nach Essen, um unser zweites Konzert in der Zeche vorzubereiten. Als es schließlich soweit war und wir wieder auf der Bühne saßen bzw. standen, fühlten wir uns schon fast ein bisschen heimisch.
Die Stimmung während des Konzerts war sehr angenehm, obwohl Cluesen seine Stimme heute etwas schonen musste und nicht alle Titel zum Besten geben konnte. Nach der Show hatten einige von uns noch die Gelegenheit sich bei Cluesens Frisör einen neuen Haarschnitt verpassen zu lassen. Da wir am nächsten Morgen ausschlafen konnten, fanden wir am Abend in der Jugendherberge auch noch genügend Zeit, um länger zu feiern oder sich in lustiger Runde entspannt zu unterhalten.03.12.09, Bochum - 1Live Krone / Jahrhunderthalle
Der Tag der Kronen beginnt glücklicherweise erst zu späterer Stunde und mit einem leckeren Frühstück mit Hackbraten, Petersilienkartoffeln und Gemüse. Nach einer kurzen Verdauungspause stiegen Orchester, Band und Crew in die Busse und tuckerten in die Bochumer Jahrhunderthalle. Beeindruckend, ungewohnt, aber auch etwas befremdlich war die gesamte Atmosphäre und Organisation der Eins Live Krone. Scheinbar sind hier nur Musik-Biz-Pros am Werk, alles ist minutiös getimt und hat seinen festen Platz.
Die Generalprobe am Nachmittag brachte etwas Abwechslung in den gewohnten Stübianer Rhythmus. Zwei Moderatoren des Senders kalauerten um die Wette und ließen erkennen, welch anspruchsvolle Fernsehgeschichte in dieser Nacht geschrieben werden wird. Anschließend wurde die Zeit genutzt um Flammkuchen zu essen, die Instrumente zu stimmen oder den Beamer in unserem Backstage aufzubauen. Eröffnet wurde der Abend punkt 20.00 Uhr von Clueso und der STÜBA philharmonie mit dem Song "Gewinner". Im Gegensatz zu den vorangegangenen Konzerten war dieses Zwischenspiel recht kurz, dafür aber umso aufregender. Nach fünf Minuten saß die gesamte Mannschaft wieder hinter der Bühne und fieberte den Verleihungen für den "Besten Künstler/Beste Künstlerin" und dem "Beste Single" entgegen.
Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte nicht nur bei Orchester und Crew, sondern auch in den Reihen des Publikums, als Clueso nicht nur die erste Krone als "Bester Künstler" absahnte, sondern auch dem Gewinner-Song die Krone aufgesetzt wurde. Heike Makatsch hielt gerade ihre Ode an die Fantastischen Vier als Clueso mit den beiden Kronen hinter die Bühne in den Stüba-Backstage stiefelte. 100 Leute kreischten und applaudierten, umarmten und beglückwünschten sich als Cluesn die Trophäe in die Luft streckte.
Die unglaublich bewegte und frohe Stimmung fand seine Fortsetzung auf der After-Show-Party, bei der das Clueso-und-Baris-DJ-Team "Discostress" einen Knaller nach dem anderen auf die Plattenteller haute. Neben Promis der Kategorien A bis C tanzten und feierten die Stübas in gewohnter Manier auf dem Tanzflur bis in die Puppen oder zumindest bis unsere Busse unter Protest wieder in Richtung Jugendherberge fuhren. Natürlich nahm die Feierei dort auch noch kein Ende, schließlich haben wir ja zwei Kronen gewonnen. Den morgendlichen Kater auf dem Weg zum letzten Konzert in Düsseldorf bereute keiner.04.12.09, Düsseldorf - Tonhalle / Tourabschlusskonzert
Unglaublich, aber wahr: Der letzte Tag unserer Konzertreise stand auf dem Programm. Ort des Geschehens sollte an diesem Abend die Tonhalle in Düsseldorf werden. Dieses ursprüngliche Planetarium ist aufgrund seiner riesigen halbrunden und mit Leuchtdioden ausgestatteten Kuppel und der kreisrunden Verteilung der Sitzplätze der wohl bisher außergewöhnlichste Konzertsaal. Die üblicherweise stattfindenden Ü-50-Hochkultur-Parties wichen an diesem Abend einem in vielerlei Hinsicht ganz besonderen Clueso & Stüba-Konzert. Bereits während des Soundchecks am Nachmittag wurden die emotionalen Synapsen auf eine harte Probe gestellt: Jens, einer der Drahtzieher und Hauptverantwortlichen dieses Projekts, richtete das Wort an alle Mitreisenden und bedankte sich für den leidenschaftlichen Einsatz und die großartigen und aufregenden letzten Tagen. Besonderer Dank ging an den Dirigenten der STÜBA philharmonie Martin Lentz, der seinen 40. Ehrentage feierte. Natürlich ließen es sich die Stübianer auch nicht nehmen, Martin während des Konzerts zu überraschen und vollkommen aus der Fassung zu bringen. Mitten im Konzert übernahm das Orchester die Regie und spielte ein Geburtstagsständchen für den Dirigenten, der aus allen Wolken fiel und die Hände über dem Kopf zusammen schlug. Das Publikum tobte und wurde Teil dieser unbeschreiblichen und einzigartigen Stimmung, die durch die STÜBA philharmonie nicht nur Abend für Abend, sondern rund um die Uhr transportiert wurde.
Niemand wollte die Bühne verlassen, doch die Fahrt zurück in unsere Jugendherberge stand auf dem Programm. Der Abschluss-Blues währte jedoch nicht lang an und natürlich wurde auch an diesem Abend wieder bis in die frühen Morgenstunden gelacht, getanzt und gesungen. -
Wer?
........ Wer ist die STÜBAphilharmonie?
Orchester mal anders: Dass die STÜBAphilharmonie neben ihrem qualitativ hochwertigen Orchestersound auch für sichtbaren Spaß an der Musik, für Teamgeist, Frische und soziales Engagement steht, spricht sich mittlerweile immer mehr herum.Doch was viele nicht wissen: hinter dem Namen STÜBAphilharmonie verbirgt sich nicht nur eine circa 100-köpfige Orchesterbesetzung – für die meisten Mitglieder und Freunde bedeutet STÜBA inzwischen auch die Umsetzung einer gemeinsamen Lebensvorstellung mit über 100-köpfiger „Besatzung“. Dass die dafür notwendigen Handgriffe alle aus eigener Kraft realisiert werden, ist dabei fast schon Ehrensache. Egal, ob es um das Marketing oder um das Podeste tragen geht, um die Herstellung kulinarischer Finessen oder die Kinderbetreuung, um die Position als Weckdienstbeauftragter, Dirigent, Auktionsleiter, Busfahrer oder DJ: bei STÜBA sitzen nicht nur alle in einem Boot, sie rudern auch alle mit und haben jede Menge Spaß dabei. Wie diese große, bunte Gemeinschaft unterschiedlicher Charaktere aus einer zehnköpfigen Gruppe von Freunden entstehen konnte, die sich jeweils jährlich zu einer Sommerparty im kleinen Thüringer Dorf Stützerbach zusammenfanden, ist heute selbst für Eingeweihte kaum mehr nachvollziehbar. Allein aus Thüringen kommen die heutigen Stübenten und Stübentinnen auch schon lange nicht mehr: aus ganz Deutschland reisen sie mittlerweile an, und immer öfter auch aus Orten weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Es ist inzwischen keine Seltenheit, dass sich Menschen aus Rumänien, Polen oder Serbien auf den gemeinsamen Projekten gegenseitig begrüßen, und es kommt auch immer häufiger vor, dass ursprünglich aus Thüringen stammende Mitglieder heute ihren Weg aus den Niederlanden, USA, Frankreich oder gar aus Mexiko in die heimatlichen STÜBA-Gefilde finden. Das jeweilige Alter der gemeinsamen Freunde spielt dabei keine Rolle: die STÜBAphilharmonie begeistert mit ihren zahlreichen Projekten nicht nur Jung und Alt, sie ist auch selbst Jung und Alt, und das im wahrsten Sinne des Wortes – von den einjährigen Frischlingen bis hin zu den über 60-jährigen älteren Semestern ist alles vertreten.Was die Leute dabei verbindet, ist nicht nur ihre Liebe zur Musik, sondern auch ihre Freude an der gegenseitigen Begegnung und ihr Spaß an der von Respekt und Freundschaft geprägten, gemeinschaftlichen Aktivität. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, jedoch sind nicht alle Ergebnisse auch immer wirklich sichtbar. STÜBA – das ist auch da, wo die Hebamme und Chefsekretärin neben dem Jazzbassisten rockt, wo der Friedhofsgärtner auch König ist und auf Händen und Podesten getragen wird, und wo Riegel und Rasen sich gute Nacht sagen, bevor sie von den kreativen Weckdienst-Gesängen, nicht selten aus studierter Opernsängerkehle, wieder ins Leben gerufen werden. STÜBA ist auch dort, wo die neue Frisur eine Massage kostet, wo die Figuren des Kickertisches selbstgeschneiderte Trikots tragen, wo jeder Geburtstag von dem traditionellen Triola-Quartett musikalisch untermalt wird, und wo es an den Abenden von Möglichkeiten wie Band-Sessions, Tanznächten, Sextett-Konzerten, Lagerfeuer-Gesprächen oder Poker-Tournieren nur so wimmelt. Und eben diese von Gemeinschaftsgeist geprägte, bunte Vielfalt ist es auch, welche die STÜBAphilharmonie und das Team von Clueso so gut miteinander verbindet. Aus dem anfänglichen Geburtstagsständchen einiger STÜBA-Leute für Clueso ist mittlerweile eine von gegenseitiger Inspiration geprägte, intensive Freunschaft entstanden, in der Teamwork einfach Spaß macht, und in der die Freude am Wiedersehen jedes Projekt begleitet.

