Subsonixs
Das schöne ist ja, dass sie es selbst nicht wissen.
Irgendwann, wenn dieser gerade der musikalischen Adoleszenz
entwachsene Rockvierer dann mal mit Platte und so in den
Musikmagazinen dieser sich mit akustischen Beliebigkeiten zyklisch
selbstbefruchtenden Welt auftauchen wird, werden kluge Männer mit
dicken Finger weiche Sätze tippen. Sätze darüber, daß Subsonixs kein
“The” im Namen brauchen, um internationalen Krach schlagen zu können.
Man wird Sätze darüber lesen, daß ihr größtes Talent darin besteht,
sich in eklatanten Ekletizismen zu suhlen. Und dann wird man noch mal
im Lexikon nachschauen, was das heißt, und trotzdem keinen Takt
klüger sein, weil Eklektizismus alles und nichts bedeutet. Man wird
lesen, daß sie den Dreh raus haben, und genau wissen, wie man die
musikalischen Alternative-Rock-Wurzeln krachend auseinander bricht,
von allen Seiten neugierig beschaut, und dann mit verspielt
anmutender, aber völlig ernst gemeinter Unbedarftheit so zusammen
setzt, daß alles wieder passt. Besser passt. Man wird lesen, daß bei
Subsonixs jeder Song anders ist, aber dennoch alle gemeinsam etwas
rauschhaftes besitzen, das weit über den Pop-Kick von Strophe/Refrain/
Auflösung hinausragt. Einfache Komplexität. Und die Spex wird
irgendwann einen vierseitigen Artikel mit der Headline “Versuchen Sie
zu vergessen, wie ein Elefant aussieht!” bringen, in dem lang und
breit steht, daß Subsonixs eine Band ist, die zwar ihre Wesenheit
konsequent wandelt, aber dennoch einen dickköpfigen Pragmatismus
pflegt, der nur und ausschliesslich den Indie-Rock-Provinzlern dieser
Welt gegeben ist. Und spätestens dann, irgendwann, ist auch mein
Einführugstext hier überholt, und ein intelligenz- und
ironiebefreiter Mensch aus der Musikindustrie wird die Spekulationen
löschen, und stattdessen etwas wie “Subsonixs spielen einen so
herrlich normalen Indierock, dass es eine wahre Freude ist!”
schreiben, weil das nach besserem Marketing klingt. Und man wird kurz
innehalten, sich auf die Stirn tippen und sich Fragen, was es denn an
Normalität zu feiern gibt, und wer überhaupt auf die bescheuerte Idee
kommt, diesen durchweg charmanten, sich wie ein Feuerzangenbowlen-
Freundeskreis gebärdenden Live-Boliden als normal zu bezeichnen? Und
wir, die wir Subsonixs noch aus jenen Tagen kennen, als ihre ersten
Songs in der sentimentalen und angetrunkenen Siegener Provinz-Boheme
mit den aufgeregten Worten “Die werden mal groß rauskommen”
rumgereicht wurden, werden die Musikmagazine und Promotexte
unaufgeregt weglegen, und wissen, daß wir es damals schon wussten,
das mit dem groß rauskommen. Aber das schönste ist ja, daß sie es
selbst nicht wussten.
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Heute Abend im Vortex: Konzert mit GARY, der Band von Robert Stadlober und Rasmus Engler. SNORKEL sind Florian Gelling (Gnill & Grafzahl) und Mr. Lobo (Dr. Braegendock) werden ihr erstes und einziges Konzert spielen. Dazu evtl. noch COCK STEVENS (Gelling und Engler). Wer dieses einzigartige Konzert nicht verpassen will, sollte um 21 Uhr im Vortex sein.