In einer Zeit, in der die Schönheit zum Golem unseres Schicksals erklärt wird, und in der die schiefe Erektion einer ganzen Gesellschaft durch prickelnde Substanzen aufrecht erhalten werden sollte – ja, in einer solchen Zeit rekonstruiert sich der Mensch doch gerne ein bezauberndes Stück westdeutscher Idylle. Diese wird anschließend in einem ekstatischen Moment komatöser Gelassenheit bei einem exquisiten Cognac niedergebrannt und vor einen entgleisenden Güterwagon geschubst. Gratulieren wir uns also zur wahrscheinlich letzten Runde der Menschheit, und freuen wir uns auf Susanne Blech, diesen modernen Hasardeur ohne Anspruch, diesen allabaster schimmernden Strohhalm auf den Stehpartys dieser Republik. Er wird uns letztendlich beibringen, wie man den Pavian kämmt und warum man den Flamingo nachts zurück in sein Gehege führen sollte.
Nun denn - aus den krankenden Organen des Tengu Basements, das sich in der HipHop und Electro-Szene mit Acts wie Sola Plexus und Danja Atari bereits einen respektablen Namen machen konnte, metastasiert nun also das allseits überschätzte Entertainergewächs Susanne Blech empor. Er hat sich vorgenommen, der feinen Tanzgesellschaft mit seiner Techno-Punkrap-Kanone skrupellos in den Rücken zu schießen, respektive ihr gehörig nach dem Mund zu reden. Nach den fürchterlichen Terroranschlägen an der alten Wasserrutsche unten am Weiher – die Älteren mögen sich erinnern –, nahm Susanne Blech sich dereinst vor, diese traumatisierenden Erfahrungen gemeinsam seinem Produzenten Sebastian Maier zu vertonen. Durch einen glücklichen Zufall fanden sie dafür in Hamburg den fantastischen Multioperator, Produzenten und ausgedienten Sky-Marshall Matthias Arfmann (Jan Delay, Beginner, Patrice) aus dem erfolgreichen Turtle Bay Country Club, mit dem sie 2004 ein paar schillernde Songs produzierten. Aus dieser Produktion ging der Hit ”Lass mich durch, ich muss nach Cairo” hervor – veröffentlicht auf der Compilation ”Love Factory” des Turtle Bay Country Clubs – und es folgte eine Tour mit Künstlern wie Onejiru, Mamadee (Sisters), Sue (Aurich/HH) und anderen Bands.
Mit seinem nun erscheinenden Debutalbum schlägt Susanne Blech ein neues Kapitel in der Musikgeschichte Nachkriegsdeutschlands auf und öffnet uns damit die Türe zur Deutschen Renaissance, die eine Kehrtwende und Rückbesinnung auf rein gar nichts darstellt. Denn seien wir doch ehrlich: ”C..est la Renaissance qui sert à rien” - oder etwa nicht? Schenken wir also unser Vertrauen einem Brandstifter, dem wir das zufriedene Lächeln verzeihen, um mit ihm gemeinsam durch die niedergebrannten Kleingärten zu wandern, auf das unser lautes Gelächter einem anti-liberalreligiösem Mantra gleicht, und wir uns in den frühen Morgenstunden dieser noch jungen Renaissance orientierungslos doch zärtlich, die nun leeren Cognacflaschen ins Gesicht schmeißen. Amen.
DAS FOLKLORISTISCHE MANIFEST DER SUSANNE BLECH
1. Wir wollen das einfache Ja! Wir huldigen dem unhinterfragten Beweis, der glücklichen Einfalt und dem überzeugten Jawoll!
2. Opportunismus, reaktionäres Handeln und Neurotismus sollen die Maßgabe unserer Bewegung sein.
3. Seit der Aufklärung hat die Kunst sich damit begnügt, das feine Denken zu fördern und das Graue aus der Welt zu schmieren. Wir aber wollen zurück zum Dialekt, zurück zur ungeschminkten Fratze der Demenz und der Natürlichkeit. Wir fordern die Menstruation im Geiste, die schiefe Idee und den rücksichtlosen Schusswaffengebrauch.
4. Wir erklären das Tal der Tränen für überbrückt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Hässlichkeit hat uns die längste Zeit die Schnürsenkel zusammengebunden – eine neue Schönheit preist unsere Bewegung: Die Schönheit aus dem Willen zur Dilletanz und zur aggressiven Reaktion gegen jede Art von Tier. Die Schlange und Ihresgleichen waren gestern am Zug, heute preisen wir den neu entstanden Anti-Primaten.
5. Ja, der Krieg gehört gefeiert. Wir bauen ihm den Schrein zu Ehren seiner Verklärung bei den Futuristen - wie sie lehnen wir Italien ab. Moral ist die hässliche Schwester der Ethik, das stimmt. Aber abgetrieben wird im Dutzend, nie allein. Hinfort mit beiden!
6. Wir wollen verbrennen die heiligen Kühe der Post-Moderne. Den Supermarkt mit seinen netten Kassiererinnen, die Omas und Opas im Krebsgang. Wir niedern die Konsumkritik mit Feuergewalt und körperhafter Athletik ins Aus. Sie haben wir uns von Bacon und seinem Übersetzer abgeschaut.
7. Was wir wollen ist die Abschaffung der Revolution durch die Revolution, die Vernichtung der Verklärung durch die Verklärung und die Substitution des falschen Lächelns im Land des Lächelns. Wir erkämpfen im Clinch mit den Institutionen die Trotzigkeit und das Opportunistentum. Wir schreien uns an in der Hoffnung, dass das Fallbeil eines Anderen Kopf abschlagen möge. Wir wollen das Mogeln und Behaupten in die Gesellschaft bringen, das Drängeln und Denunzieren, den Neid und die Penetranz zum Modell kommender Generationen erheben. Wir stehen auf dem Bahngleis in 4000 Metern Höhe und lassen unsere Granaten den Hügel hinab in eure Täler donnern. Wir besingen uns und die bevorstehende Vergangenheit im Zeichen der Prostitution und ernennen das Kloster zum fabelhaftesten Eldorado einer anti-spießbürgerlichen Drogensucht.
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Hey Leute!
Es gibt Neues vom Delay Lama: checkt JanTube auf www.jandelay.de.
Und es gibt die ersten Tickets für die große Tour im Herbst im VVK:
09.10. Bielefeld – Ringlokschuppen
10.10. Bremen – Pier 2
17.10. Würzburg – s.Oliver Arena
19.10. Freiburg – Rothaus Arena
21.10. CH- Uetendorf – TUS Sportzentrum
22.10. Saarbrücken / St. Ingbert – mechanische Werkstatt
26.10. Berlin - Columbiahalle
27.10. Hannover – AWD Hall
29.10. Chemnitz – Stadthalle
30.10. Kassel – Eissporthalle
31.10. Rostock – Stadthalle
01.11. Flensburg – Deutsches Haus
susanne – am freitag lief die feine condoleezza auf der party in der uni witten/herdecke. spricht für die uni – und für euren geilen sound! gruß, börries