An höfische Tierhaltung erinnert die Musik des Quartetts menagerie aufs erste Hören nur begrenzt. Was sich aber in den sechs Stücken ihrer neuen EP gütig enthüllt, ist genau das, was einsame Giraffen und Elefanten in Schlossmauern so traurig und so anmutig, schlicht so schön sein lässt.
Selten geht es hier deklamatorisch oder energisch zu, nie drängt man sich auf, musikalisch ist man völlig mit sich im Reinen (und im Ruhigen). Eingängige, mal melancholische, mal barocke, mal kindlich-fröhliche Melodien, harmonisch ausgefeilte Songstrukturen im analogen Soundgewand von Akustik- und cleaner E-Gitarre, Klavier, Orgel, warmem, bisweilen fuzzigem Bass und einem Schlagzeugsound in Gedenken an Ringo Starr wirken luftig und angenehm rückwärtsgewandt.
Und doch hinterlässt dieser freundliche Weg seine Spuren, denn so gelassen es musikalisch zugeht, so pendeln die in brüchiger, dahingehauchter Stimmlage vorgebrachten Texte zumeist anfängliche Resignation und naiv-beatleske Liebesbotschaft gegeneinander aus.
Bei aller musikalischen wie textlichen Melancholie lassen Giraffe und Elefant aber keinesfalls die Hälse hängen: Immer enden die Stücke mit einem erlösenden Eingeständnis, einem Zuspruch, einer freundlichen Aufforderung, mit der Hoffnung.
Denn so albern es auch klingen mag, die Liebe hat hier unprätentiös immer die Nase vorn beziehungsweise den Hals oben.
Bis zum vielmehr süßen als bitteren Ende.
Was bleibt, ist also nicht Resignation der menagerie in Anbetracht des sie umgebenden Käfigs, sondern eine Ahnung eines sehr liebenswürdigen Außerhalb.
„Are you a zoo?“ fragt die Band.
Wer diese Musik mag, sicherlich.
Hallo Ihr 4, danke recht herzlich für die Freundschaft, habt ja ein Super Programm, gefällt mir stark. Wo sitzt ihr denn? Schöne Grüsse aus München vom Daddy.