Einer der vielen
Jens Rudolphs in Deutschland wuchs in
Dresden Pillnitz auf. Als Sohn seiner Eltern hatte er eine schöne Kindheit. Anfangs war er allerdings noch deutlich unter einem Meter hoch. Das grämte ihn allerdings nicht sonderlich, denn in der Gewissheit, dass stete Mahlzeiteinnahmen auch dem vertikale Wachstum förderlich sind, ging er diese Sache sehr relaxet an.
So gingen die ersten Lebensjahre ins Land und
Jens' Herangehensweise auf - der junge
Herr Rudolph wuchs. Derart entwickelt konnte er schließlich auch den grünen Kindergarten in Hosterwitz erfolgreich absolvieren, wo er zunächst unter dem Erkennungszeichen
Bunter Spielzeugring und später als
Grünen Halbkreis schlussendlich die Große Gruppe beenden konnte.
Nach einem Fest um den Zuckertütenbaum wurde er schließlich genötigt diverse Zeichen und Operationen zu erlernen, was in der 88. Polytechnischen Oberschule Werner Seelenbinder passierte. Als so genannter Jungpionier wurde er später gezwungen mit einem blauen Halstuch zu erscheinen und Altpapier von alten Damen zu erbetteln. Dieses wurden später in die Schule geschleppt und wahrscheinlich anschließend als Toilettenpapier ins nichtsozialistische Ausland exportiert.
Doch davon ahnte der junge
Jens Rudolph nichts, er bekam später wie seine Klassenkameraden, noch ein rotes Halstuch und schließlich hatte er sogar ein blaues Hemd der Freien Deutschen Jugend. Doch irgendwie schienen sich die Zeiten geändert zu haben. Während früher noch Appelle auf dem Schulhof stattfanden und die Jung- und Thälmannpioniere ihr »Für Frieden und Sozialismus - Immer bereit« mit vorstimmbruchartiger Tonlage sangen und das dunkel geraunte »Freundschaft« der FDJler folgte, kam
Herr Rudolph nur noch einige Wenige Male dazu dies zu stöhnen.
Grund waren wohl Wandlungen in der Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik. Die Schulleiterin der 88. POS erklärte anfangs noch, es wären Rowdys und vom Imperialismus aufgewiegelte Störenfriede - aber sie muss sich wohl geirrt haben. Ganz kurze Zeit später war sowohl die Schulleiterin als auch der FDJ-Leiter nicht mehr in der Schule anwesend.
Vielmehr gab es plötzlich gegenüber dem Elternhause der
Rudolphs einen Imbiss, in dem der junge
Herr Rudolph und sein Bruder Jörg Pommes Fritte mit Ketchup und Mayonnaise zu erwerben pflegten. Diese Dienstleistung wurde aber nicht mehr mit aus Leichtmetall hergestellten Fünfzig-Pfennig- bzw. Markstücken beglichen sondern mit der vielgelobten D-Mark.
Der viel zitierte Ansturm auf eine gelbe gebogene Südfrucht blieb beim Ostbürger
Jens Rudolph bis zum heutigen Tage aus - auch wenn er nach wie vor die eine oder andere Banane verzehrt. Aber wir wollen nicht vorgreifen, denn nun folgt die Elektronifizierung des mittlerweile ausgewachsenen
Herrn Rudolph.
Dies geschah mittels eines Comodore C64 Heimrechners nebst Floppylaufwerk und Präsident 9 Nadeldrucker. Letzterer war, wie sich nach Erwerb in Gummersbach (Nordrhein-Westfalen) herausstellte, made in GDR - also hergestellt für den damaligen Klassenfeind. Wie dem auch sei - der jugendliche Neubundeslandbürger
Rudolph verbrachte alsbald diverse Nächte vor seinem C64 und neben einigen BASIC-Experimenten verschliss er vor allem diverse Spielsteuerungseingabegeräte (Joysticks).
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