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TROFA - CLUB's Blog

  • Bericht über die Trofa in der aktuellen Xeno 06 Ausgabe

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    Trofa Trommelfabrik (by Keckson)

    Es war ein kalter Winternachmittag, als ich das erste mal im roten Backstein verklinkerten Hof der alten Ketten- und Nagelwerke in Weißenfels stand, direkt vor der schmalen Eingangstür der Trofa-Lounge. Das alte Industriegelände wirkte dunkel, selbst die Lounge erinnerte auf den ersten Blick an einen dunklen studentisch eingerichteten Alternativ Schuppen. Auf den ersten Blick - Wohlgemerkt.
    Es dauerte schon eine Weile, bis ich einen Zweiten mit Vorurteilen behafteten Blick riskierte und das auch noch vom DJ-Pult aus.
    Die Trofa Crew um Martin ist sehr offen und freundlich. Auf einmal wirkte die Trofa-Lounge gar nicht mehr so dunkel. ich begriff was die Leute hier geschaffen haben. Einen familiären Miniclub, der für jeden und alles offen ist.

    Um euch die Trofa vorzustellen, stand Martin Keckson Rede und Antwort.

    Keckson: Erst einmal ein Lob was ihr jedes Wochenende, mit beharrlicher Ausdauer auf die Beine stellt, ohne müde zu werden. Wie lange Betreibt ihr die Trofa schon? Und welcher Gedanke steckt dahinter?

    Martin: Entstanden ist das Projekt Trofa vor ca. 6 Jahren. Ziel war und ist es, dass junge Menschen etwas für junge Menschen in Weißenfels auf die Beine stellen. Es sollte eine gewisse Clubkultur entwickelt werden, die es so noch nicht in Weißenfels gab. Eine neue, etwas andere Plattform für Künstler, DJ's und Bands.
    Nach einigen Fehlschlägen, ist dies auch ab April 2005 gelungen. In 4-monatiger Fleißarbeit, wurden die alten Büroräume der Ketten- und Nagelwerke in kompletter Eigenleistung zur heutigen Trofa umgebaut. Ein dickes Dankeschön an alle, die damals daran mitgewirkt haben!
    Insgesamt kümmern sich 10 Leute um das Wohlergehen unserer Gäste, DJ's und Bands, welches uns sehr am Herzen liegt.

    Keckson:
    Ihr habt jedes Wochenende verschiedene Themenabende. Von Elektro, House, Drum&Bass, Dubstep, HipHop bis Alternativ Rock, Ska, Punk ist für jeden was dabei. Sind eure Gäste auch so offen wie ihr?

    Martin: Durch unsere verschiedenen Themenabende versuchen wir so vielen Gästen wie möglich gerecht zu werden, ohne dabei in den üblichen Mainstream zu verfallen. Leider ist dies in einer von MTV geprägten Gesellschaft nicht so einfach, noch dazu in einer so kleinen Stadt wie Weißenfels.
    In den letzten Jahren lief gerade im Bereich der Jugendkultur, alles in eingefahrenen und kommerziellen Bahnen. Viele Angebote waren und sind sehr einseitig und unterscheiden sich kaum voneinander. Von solchen Angeboten wollen wir uns sehr deutlich abheben!
    Inzwischen haben sich verschiedene Subkulturen in Weißenfels gebildet, die wir verstärkt versuchen zu fördern. Es hat sich eine lokale DJ-Szene entwickelt, die derer in größeren Städten in nichts nachsteht. Vielen Weißenfelsern ist das leider nicht bewusst. Drum&Bass , Dubstep und andere Elektronische Nischen-Musik, haben in der Trofa ihren festen Platz gefunden. Unterstützt wird das alles durch verschiedene Projekte, wie zum Beispiel „Reset“, „Rauschzone“ und „vierviertel night“, die sehr eng mit der Trofa zusammenarbeiten.
    Bei Konzerten mit Bands zählt Klasse statt Masse. Diesem Motto versuchen wir so treu wie nur irgend möglich zu bleiben ,was uns unsere Gäste meistens mit zahlreichem Erscheinen danken.
    Mittlerweile traue ich mir zu behaupten, dass unsere Gäste offener geworden sind, als dies vor drei Jahren noch der Fall war.

    Keckson: Sicher ist es nicht einfach, mit Standort Weißenfels, junge Menschen für die Trofa zu begeistern? Wie schafft ihr es trotzdem?

    Das musst Du am besten unsere Gäste selber fragen. Aber du hast recht! Einfach ist es ganz sicher nicht, Leute in Weißenfels für so ein Projekt zu begeistern. Das war und ist auch jeden von uns bewusst. Gerade dadurch, dass wir nicht die üblichen, eingefahrenen Wege beschreiten, haben wir mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

    Keckson: Wie stellt ihr euch eure Zukunft vor?

    Martin: In nächster Zukunft möchten wir mit anderen Clubs und Veranstaltern im Raum Halle/Leipzig zusammenarbeiten. Durch diese Zusammenarbeit erhoffen wir uns, unser Programm noch interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Auch eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, unsere kleine, aber feine alternative DJ-Szene in anderen Städten vorzustellen.
    Bei entsprechender Nachfrage, sollen außerdem unsere DJ-Workshops wiederbelebt werden.
    Freuen würden wir uns auch über neue, aktive Mitglieder, die sich und ihre Ideen tatkräftig einbringen, sowie über neue Gäste, die nicht auf die Vorurteile von anderen hören und sich selber ein Bild machen.

    Keckson:
    Wer oder was steht bei euch demnächst auf den Plan?

    Martin: Empfehlenswert ist auf jeden Fall die „Dirty Dust-Partyreihe“ am 07. November 08. Für den Burgenlandkreis eine ziemlich einmalige Sache, bei der es Drum&Bass und Dubstep von der lokalen DJ-Szene auf die Ohren gibt.
    Für alle, die es etwas rockiger mögen, sind am 08. November „Woworsky und die Kälte“ am Start. Dabei handelt es sich um die Soloprojekte von die Art - Schlagzeuger, Shiva und Lazygrass - Sänger und Gitarrist, Gabor. Für alle die es nicht wissen: „Die Art“ zählt zu einer der herausragendsten Post-Punk und Gitarrenpop-Bands Ostdeutschlands. Rockig wird es auch noch einmal am Ende des Monats. „Zen Zebra“ aus Leipzig und „Nautilus“ aus Berlin sind bei uns zu Gast.
    Wer jetzt Interesse an uns und unserem Programm gefunden hat, der kann sich im Internet unter
    http://www.trofa.de, sowie auf unserer MySpace-Seite unter http://www.myspace.com/trommelfabrik informieren.

    Danke an Martin für das Interview. Ich wünsche euch für die Zukunft viel Erfolg!
    Auch noch mal danke für die schönen Abende in der Trofa, wo wird man sonst so mütterlich versorgt als DJ. Ich werde bestimmt bei Gelegenheit wieder kommen.
    Wer keine Lust auf den ganzen Diskotheken-Einheitsbrei hat, sich lieber sich mit Freunden in einer urischen und familiären Umgebung trifft, ist in der Trofa-Lounge gut aufgehoben.

  • Die Geschichte der TROFA

    Hier nun ein paar Worte zur Vorgeschichte. Also waren 5 Leute aus Weißenfels und Umgebung, die sich schon ewig kennen und an den Wochenenden durch sämtliche Clubs zogen, die es "hier" so gibt bzw. gab. Mit "hier" meine ich natürlich nicht Weißenfels! Eines schönen Tages langweilten wir uns mal wieder in Weißenfels und fragten uns, wieso es so etwas auch nicht hier gibt. Okay, es gab den Live-Club, aber der konnte uns nicht das bieten, was wir wollten. Über das, was es hier sonst noch gab und gibt, will ich mich nicht weiter auslassen..... Eine richtige Clubkultur fehlte hier völlig, leider hat sich das bis heute auch nicht geändert. Immer nur "Tanz für jung und Junggebliebene"... nööö ... das macht ja krank in der Birne. Aber nun zurück zum Thema, sonst finde ich hier kein Ende mehr. Es war an einem Sonntag im Sommer 2002, wir saßen wie jeden Sonntagabend in der Kneipe und wie wir da so am Reden waren, kam uns da so eine ganz dumme Idee. Wie wäre es, wenn wir nicht selber was versuchen und einfach mal einen Club aufbauen??? Zuerst war alles nur eine Schnapsidee, wurde dann aber jeden Sonntag zum Thema. Zu dieser Zeit kam auch der Name Trommelfabrik auf. Trommelfabrik deswegen, weil es ja erstens, in Weißenfels eine gab und zweitens, die Trommel etwas mit Musik machen zu tun hat. Die Idee war geboren, der Name erfunden, was uns jetzt noch fehlte waren Leute und Torsten kam auf die super Idee ein paar Flyer zu drucken. Gesagt, getan und kurze Zeit später lagen die Flyer überall in Weißenfels aus. Leider meldeten sich darauf nur drei Leute, darunter ein DJ aus Weimar und unser Floh. Es war die Zeit der Montagspartys. Als Floh hörte, was wir vorhatten, war er sofort begeistert und gleich mit dabei. Nun brauchten wir nur noch einen Raum für die ganze Geschichte.....

    Jetzt waren wir also schon 6 Leute und alles was uns nun noch fehlte, war ein Platz, um unsere Idee zum Leben zu erwecken. Als erstes ging es zur Stadt und wurden, bis auf einige Ausnahmen, mit offen Armen empfangen. Leider nützte das aber nicht viel, denn am Ende blieb alles ergebnislos. Manche Leute wussten überhaupt nicht was wir wollten, konnten sich null Vorstellungen machen und somit war das Thema "Stadt" für uns erledigt. Nun ging es also selber auf die Suche, alles was wir "nur" brauchten, war ja ein alter ungenutzter Keller, oder eine alte Industriehalle. Verfallene alte Gebäude, die für unsere Zwecke geeignet waren, gab es ja genug in Weißenfels. Da wir aber nicht gerade mit viel Geld in den Taschen hatten und die Geldgier mancher Leute übergroß war, hatten wir ein leichtes Problem. Glücklicherweise schauten wir uns auch auf dem Gelände der Drakena um. Dort lief uns dann auch der Herr Rittberger über den Weg, bei dem ich mich an dieser Stelle auch bedanken möchte. Als er von unseren Plänen hörte, sagte er einfach nur: "Ich denke, ich hab da was für euch." und kurze Zeit später hatten wir ein Platz für unsere Träume. Hierbei handelte es sich um eine alte Industriehalle in der zu Ostzeiten Ketten hergestellt wurden, sie befand sich in einen schrecklichen Zustand. Wie es damals aussah, seht ihr ja auf den Bildern. Nun ging es also an die Arbeit, die Halle musste gesäubert und für unsere Zwecke hergerichtet werden. Vielen Dank an alle Leute, die uns damals mit zur Seite standen und ohne die das alles auch nicht so schnell passiert wäre. Jetzt ging es darum, dem Kind einen Namen zu geben. Der Name Trommelfabrik stand im Raum, passte aber nicht zur Drakena und war auch viel zu lang. Also kam Floh auf die einfache und geniale Idee, den Namen einfach abzukürzen. Somit wurde aus der TROmmelFAbrik die Trofa.

    Ja nun war es geschafft, die Trofa war am Leben und die Probleme begannen. Es war viel zu hören, auf der einen Seite, dass wir ne Disco wären, auf der anderen, das wir hier was mit Drogen am Hut hätten. Das Schlimme ist ja, solche Geschichten hörte man nur von Leuten, die uns erstens nicht kennen und zweitens nie bei uns zu Gast waren! Die guten Weißenfelser Amtsschimmel meldeten sich dann auch zu Wort, gaben uns Auflagen über Auflagen, die ja auch zum Teil erfüllt wurden. Statt Hilfe zu bekommen, gab es nur den Rat alles sein zu lassen. Manche waren sogar der Meinung, dass Weißenfels ein so abwechslungsreiches Kulturleben bietet, dass man am Wochenende gar nicht weiß, wo man zuerst hin gehen soll. Wie die Wirklichkeit ausschaut, weiß wohl jeder selber. Immer wieder war auch zu hören, dass es so was wie uns nicht in der Stadt geben darf und wir auf keinen Fall zugelassen werden. Leider hatten wir nie die Chance, das auch direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen, stattdessen wurde sich hinter Vorschriften versteckt und so nahm die Geschichte der Trofa vorerst ein schnelles und trauriges Ende.


    Am 09.05.2003 war es dann soweit: Uns wurde die Nutzung der Trofaräume verboten. Nur mit viel Überredungskunst konnte eine offizielle Versiegelung unserer Räume verhindert werden. Das sollte es nun gewesen sein. Nicht mit uns. Wir stellten einen offiziellen Bauantrag mit allem was dazugehört und warfen Geld für einen Architekten zum Fester raus. Nach langem Hin und Her kam es zur Sprache: Diese Räume können für Partys nie genutzt werden. Dumm gelaufen.....Game over...Ofen aus.....Naja, aus war er ja nie. Unsere neue Freizeitbeschäftigung hieß ab sofort: Finde eine neue Location. Nach mehreren Nullnummern entschieden wir uns für die aktuellen Räumlichkeiten. Da wir nun den offiziellen Weg gingen, wurde ein Bauantrag gestellt. Nach ein paar Klärungen mit den Ämtern konnte es los gehen. Leider hatten wir beim letzten Bauantrag unsere gesamte Kohle verballert und waren somit pleite. Mit zwei Benefizpartys, eine in Halle und eine in Naumburg, waren wir in der Lage, zumindest die nötigsten Dinge umzubauen. Dank vieler vieler Helfer wurden wir mit den Bauarbeiten pünktlich fertig und am 29.04.2005 war die neue Trofa geboren. Ein Kraftakt.....!

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