Die Musik hat mich in nunmehr 27-jähriger Berufspraxis außer mit meiner holdesten Geliebten, der Hornistin Karen Sue Larsen, auch noch mit einer ganzen Menge anderer Leute zusammengebracht, mit denen ich das Glück hatte und habe, zusammen arbeiten zu dürfen. Die meisten von ihnen sind für mich natürlich schon sehr viel länger Freunde als es MySpace gibt:
It's 27 years now that the music brought and still brings lots of friends and my love Karen Sue Larsen into my life. The most of them are really good friends very much longer than MySpace exists:
Komponist, Improvisator und Filmemacher mit Leidenschaft und Tiefgang - also sowas von überhaupt nicht Privatsender-kompatibel:
FRIEDBERT WISSMANN
Friedbert Wissmann (Komponist, Improvisator, Keyboarder), Sebastian Knebel (Organist, Cembalist und Hammerflügelspieler der Alten Musik), Michael Hauser (Bassist), Günter Heinz (Posaunist, Flötist), Christoph Gerbeth (Oboist und Orchesterdirektor der Landesbühnen Sachsen) Mack Goldsbury (saxes, fl, cl), Ernst Bier (dr, perc), Frieder Zimmermann (Gitarre, Electronics), Reinhard Muche+ (bg, ac.git, vl, Mandoline), Prof. Hanne Wandtke (Tanzimprovisatorin und -pädagogin), Reiner Feistel (ehem. Solotänzer an der Semperoper und heute Ballettdirektor und Choreograph der Landesbühnen Sachsen), Prof. Dr. Frank-Harald Greß (Musikwissenschaftler, Orgelexperte), Prof. Günter Hörig (p, vib, Komponist, mein wichtigster Lehrer), Gerdt Schönfelder (dr, mein wichtigster Impulsgeber), Günter Baby Sommer (drums, perc), Tilman Herberger (Softwareentwickler), Peter Giger (dr, perc), Peter Zacher (Musikkritiker), Peter Röttig-Skaba (voc), Wolfgang Suckow+ (voc, Tontechniker), Wolf-Dieter Gööck (Regisseur, klassischer Sänger), Angelika Forner (Tanzpädagogin, Choreographin), Ulrike Buschendorf (piano), Prof. Dr. Peter Jarchow (piano), Hartmut Dorschner (saxes), Matthias Macht (dr), Matthias Reich (Manager, Produzent), Gottfried Trepte (Kantor und Organist der Lutherkirche Radebeul), Ekkehard Lissner (Tonmeister), Rainer Irslinger (Kantor und Organist), Frank Bartsch (tp, flh), Klaus Schumann (Klarinette), Markus Manzer (Pfarrer der Friedens- und der Hoffnungskirche Dresden Löbtau), Christian Mendt (Pfarrer der Lutherkirche Radebeul)...
Historische Aufführungspraxis - sinnlich, lebendig, virtuos und fernab jeglicher Museumsmentalität:
SEBASTIAN KNEBEL AN EINER TRANSPORTABLEN ORGEL VON ANDREAS SCHIEGNITZ
...Klaus-Jürgen Kamprad (Verleger und Produzent), Ute Rosch (Grafikerin), Stephan Bienwald (Verleger), Frank Fröhlich (git), Sven Helbig (dr, Produzent), Klaus Mücke (Tonmeister), Dirk Homann (Tonmeister), Katharina Bäuml (Barockoboe, Schalmei, Pommer, Dulzian), Manfred Mammitzsch (Tonmeister), Oliver Klemp (b), Volkmar Hoff (dr, perc), Michael Fuchs (piano, Komponist), Anita Voigt-Hertrampf (Malerin, Grafikerin), Hans Kromer (Dichter), Dr. Felix Friedrich (klassischer Organist), Lou Grassi (dr, perc), Eva-Maria Korsmeier (Malerin), Ines Lehmann (Malerin Grafikerin), Elke Heber (Malerin, Grafikerin), Mathias Bäumel (Musikkritiker), Jörg Ritter (dr, perc), Volker Fiebig (dr, voc, vl, keyb), Volker Frischling (vib), Hartmut Schütz (Orgelbauer, Musikkritiker), Jehmlich-Orgelbau, Axel Schüler (perc, dr), Bernd Sikora (perc, dr), Hans-Uwe Höhne (Toningenieur), Anton Paul Kammerer (Maler, Grafiker), Jochen Rohde (Maler, Grafiker), Hendrik Meyer (Toningenieur), Thomas Friedlaender (Zink, Barocktrompete), Thomas Rosenlöcher (Dichter), Sylke Zimpel (Komponistin, Chorleiterin), Ulrich Thiem (Cello, voc), Steffen Gaitzsch (Violine), Friwi Sternberg (cl, as), Günter Schöttner (bildender Künstler), Christine & Dieter Weise (bildende Künstler), Hartmut Trache (Maler, Grafiker); Katharina Günther (Malerin, Grafikerin, Fotografin); Reinhard Kluth (klassischer Organist und Cembalist), Anne Schumann (Barockvioline), Heide Schwarzbach (Violine, Gambe), Johannes Wissmann (Computergrafiker), Sebastian Wissmann (Softwareentwickler), Ingeborg Freytag (violin, drums, perc.), Marianne von Einsiedel (Organistin), Maja Sequeira (Dirigentin, Leiterin des Universitätschores Dresden) u.a.
Die wichtigsten Einflüsse sind neben meinen Eltern, Lehrern und wichtigen Persönlichkeiten aus meinem direkten Umfeld wie Prof. Günter Hörig, Prof. Rainer Lischka, Friwi Sternberg, Gerdt Schönfelder, Friedbert Wissmann und Mack Goldsbury sicherlich internationale Größen wie Allan Holdsworth, Keith Emerson, Günter Sommer, Evelyn Glennie, Jaco Pastorius, Charlie Parker, Leos Janácek, Johann Heinrich Buttstett und nicht zuletzt (obwohl ich selber keine christlichen Wurzeln habe) der von den Nazis ermordete Theologe Dietrich Bonhoeffer. Von ihm stammt mein Lebensmotto:
klassik.com/Magazin; Kritik von Christina Prediger
‘Claviermusik’ heißt die kürzlich auf dem Berliner Label "Phonector" erschienene CD von Andreas Scotty Böttcher, deren Schreibweise bereits vermuten lässt, dass der Pianist seine Hörer in historische Gefilde entführt. Aber Böttcher wäre nicht Böttcher, käme nicht ebenso seine Vorliebe für den Jazz zum Ausdruck und so zeugt auch die aktuelle CD von seiner großen Passion: der Improvisation.
Während der Vorgänger ‚Blue Hornet’ äußerst vielseitige Soloimprovisationen auf Klavier, Vibraphon, Marimbaphon und Calimba enthielt, wendet sich Böttcher mit ‚Claviermusik’ der Alten Musik, insbesondere aber den historischen Instrumenten zu. Die sehr persönlich geprägte CD – man beachte die zahlreichen Widmungen – enthält ausschließlich Improvisationen auf Clavichord und Hammerflügel der Firma Sassmann, die auf den Bau von besaiteten historischen Tasteninstrumenten, wie Clavichorde, Spinette, Virginale und Hammerflügel sowie auf die Restauration von Originalinstrumenten spezialisiert ist.
Die Verbindung von historischen Instrumenten und (Jazz-)Improvisation scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, erweist sich aber als spannendes Hörerlebnis! Die meisten Titel sind irgendwie Programm und weisen den Hörer bereits in eine Richtung, die mal mehr, mal weniger erfüllt wird. ‚Makro-Kosmos’ beispielsweise sprüht vor Energie und schraubt sich rasant, rhythmisch und unaufhaltsam seinem Höhepunkt entgegen, während das ‚Zärtliche Geständnis’ eine sanfte, fast verträumte Atmosphäre schafft.
Das musikalische Repertoire aus dem Böttcher dabei schöpft ist äußerst vielschichtig und reicht von barocken Elementen mit teils fugenhaften Charakter bis hin zu spanischen Anklängen, wie etwa im ‚Bauerntanz’ zu hören, der offensichtlich vom Flamenco inspiriert ist. Einige Motive, die hier eingeführt werden, sowie die rhythmisch-perkussive Spielweise, werden später erneut aufgegriffen (‚Wiegenlied und spanischer Tanz’). Insgesamt scheint ‚Claviermusik’ nicht so stark vom Jazz geprägt, wie andere Einspielungen des Pianisten, seine jazzige Note kommt allerdings sehr schön bei ‚Jimmy Joe’ und ‚Karina Susanne’ zur Geltung.
Dass die Sassmann-Instrumente ähnlich wie original erhaltene Instrumente nicht eben stimmungsstabil sind, kann man an einigen Stellen durchaus hören. Denn Andreas Böttcher ‚bearbeitet’ sowohl Hammerflügel als auch Clavichord auf recht intensive Weise, was u.a. bei Stücken wie ‚Makro-Kosmos’ oder ‚Bauerntanz’ zu hören ist. Der Aufnahme schaden diese minimalen Stimmungsschwankungen im Gesamteindruck jedoch keineswegs, eher geben sie ihr einen Hauch von Authentizität, zumal wenn man bedenkt, dass die Stimmung historischer Instrumente nicht annähernd so stabil war/ist, wie man es von heutigen Flügeln gewohnt ist.
Bleibt darauf hinzuweisen, dass es sich auch bei ‚Claviermusik’ um totale Improvisationen handelt, die ebenso zur Veröffentlichung kommen, wie sie eingespielt wurden. Böttcher legt großen Wert darauf die Musik auch unter Studiobedingungen zu behandeln wie bei einem Livekonzert. Dazu gehört einerseits dass die einzelnen Stücke nicht nachbearbeitet werden, andererseits aber auch, dass die ursprüngliche Reihenfolge der Improvisationen beibehalten wird. So kann im Gesamtergebnis der Entstehungsprozess mitverfolgt werden und tatsächlich findet man an der einen oder anderen Stelle Anklänge und Motive aus den vorrangegangenen Improvisationen wieder, fast als wären es Sätze in einer komplexen Komposition. CHRISTINA PREDIGER, 05.11.2006
Seit meiner Studentenzeit bin ich sein Fan und hätte damals nie geglaubt, daß wir mal richtig zusammen Musik machen:
GÜNTER "BABY" SOMMER
All mein' Gedanken, die ich hab'...:
Meine Liebste KAREN SUE LARSEN aus Colorado mit ihrem "Blue Hornet Hat": Sie ist eine fantastische Hornistin !!! My love KAREN SUE LARSEN from Colorado with her "Blue Hornet Hat": She is a fantastic horn player !!!
klassik.com/Magazin; Kritik von Christina Prediger
Von Hause aus ist Andreas Böttcher eigentlich Pianist; dies hält ihn jedoch nicht davon ab, die Fühler über den Tellerrand hinauszustrecken und das eine oder andere interessante Instrument in sein musikalisches Wirken mit einzubeziehen. Mit Vorliebe improvisiert Böttcher allein. Der Klang seiner Instrumente steht für sich, ohne Begleitung, ohne harmonisches oder rhythmisches Gerüst. So umfasst auch seine kürzlich erschienene CD „Blue Hornet“ unterschiedlichste Soloimprovisationen auf Klavier, Vibraphon, Marimbaphon, Calimba sowie für die Improvisation so außergewöhnlichen Klangerzeugern wie Glöckchen und Windspiel. ...
Auf dem Album wird deutlich, dass Improvisation nicht zwangsläufig mit „typischen“ Jazzklängen einhergehen muss. Die im Mittelpunkt der CD stehenden und namensgebenden Stücke „Blue Hornet Hat 1-4“ sind Improvisationen, bei denen das perkussive Element sowie der Groove im Vordergrund stehen. „Blue Hornet Hat 1“ beginnt mit einer rhythmischen Improvisation im Innenraum des Klaviers; die drei folgenden Stücke „Blue Hornet Hat 2-4“ nehmen die Motivik des ersten Stückes auf und sind quasi spielerische Variationen mit Calimba, Windspiel und Marimbaphon, wobei sich die letztere sanft aus der percussiven Ebene in eine mehr und mehr melodische hineinspielt.
Böttchers Improvisationen für Vibraphon erweisen sich als besonders spannend! Auch hier ist Rhythmik zentral, hinzu kommen jedoch interessante jazzharmonische Verbindungen, die besonders „Interludium“ und „Glücksgefühl“ zu den groovigen Highlights dieser CD machen. Die Improvisationen für Klavier sind meist umfangreicher, verspielter und zeugen vom pianistischen Geschick ihres Schöpfers. Insbesondere die Titel „Karen Sue“ und „All mein’ Gedanken, die ich hab...“ sind hier als Anspieltipp zu erwähnen. Ausgehend von einfachen Motiven baut Böttcher hier melodisch und harmonisch interessante Spannungsbögen auf, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Klang und Aufnahmequalität der CD sind gut, das Booklet lässt allerdings bezüglich Umfang und Gestaltung durchaus zu wünschen übrig, enthält jedoch alle notwendigen Informationen wie Titelangaben etc.
Insgesamt ist „Blue Hornet“ eine interessante und musikalisch gelungene CD, die all denjenigen empfohlen sei, die sich für improvisierte Musik und Jazz begeistern. Besonders die Vielfalt der verwendeten Instrumente und das Spiel mit percussiv-rhythmischen Elementen auf der einen sowie harmonischen auf der anderen Seite machen den Reiz dieser Soloimprovisationen aus.
CHRISTINA PREDIGER (klassik.com/Magazin/15.7.2006)
Artikel aus DER SONNTAG, Nr.9 vom 2. März 2008
GOTT IN DER IMPROVISATION
Jazz und Glaube treffen sich in der Friedenskirche Dresden-Löbtau – das nächste Mal am 2. März
Es gibt Leute, die sagen: Heute wäre Bach ein Jazzer. Kein Traditionsbewahrer, sondern ein rastloser Neuerer. Der Gott sucht bis in die Räume der Improvisation hinein. Wo aber findet sich dieses flirrende Erbe des großen Kirchenmusikers? Eher in den Clubs, kaum in den Gotteshäusern.
In der Friedenskirche Dresden-Löbtau aber hat Pfarrer Markus Manzer seit vier Jahren dem Jazz eine Heimat gegeben. Beim ersten Gottesdienst mit improvisierter Musik stellte sich der bekennende Jazz-Fan noch selbst vor den Altar und griff in die Saiten von Bass und Gitarre.
An vier Sonntagabenden im Jahr lädt sich Markus Manzer seitdem Musiker zum Jazz-Gottesdienst ein. „Zwei Welten treffen hier aufeinander – und öffnen sich füreinander“, sagt er. Predigt, Gebet, Fürbitten, Segen – nichts fehlt. „Die Musiker merken, dass ein Gottesdienst mehr ist als ein Konzert und lassen sich von der Botschaft inspirieren. Und wir Christen spüren, dass die Worte mit anderer Musik auch anders wirken. Es ist eine viel dichtere Atmosphäre als in normalen Gottesdiensten.“
Der Dresdner Pianist, Organist und Vibraphonist Andreas „Scotty“ Böttcher spielte bereits viermal in den Jazz-Gottesdiensten – und das, obwohl er sich selbst nicht als Christ bezeichnen würde. „Jazz ist von Haus aus spirituell und gehört deshalb ohne wenn und aber in die Kirche“, sagt der Musiker. Am 2. März wird er um 20:00 Uhr wieder in der Friedenskirche improvisieren, diesmal mit dem Gitarristen Frieder Zimmermann.
„Für mich als Musiker ist das Zusammenspiel mit dem Gottesdienst und dem Kirchenraum ein Geben und Nehmen“, sagt Andreas Böttcher. „In der Kirche gibt es eine Menge Dinge, die mir draußen in der Welt fehlen. Hier finde ich einen etwas tieferen Frieden, die Kurzlebigkeit und Oberflächlichkeit der Gesellschaft ist weiter weg.“
Der Raum der Dresdner Friedenskirche korrespondiert mit den Klängen der Jazz-Musiker: Wie ein wärmendes Zelt aus Holz umschließt die 1949 auf zerbombten Grundmauern errichtete Notkirche die Gemeinde. Und wirkt dabei so unfertig und offen, wie auch Glauben ist. Und guter Jazz. ANDREAS ROTH
SHAKESPEARE, VORNEHMLICH IN BLAU
Uraufführung von Shakespeare-Vertonungen Friedbert Wissmanns durch den Universitätschor
Es ist eine lange Zeit verstrichen, seit der Dresdner Komponist Friedbert Wissmann zum letzten Mal mit einem neuen Werk an die Öffentlichkeit getreten ist. Am Wochenende präsentierte der Universitätschor in der Lukaskirche die Uraufführung einer abendfüllenden Komposition Wissmanns. Mit dem Titel "If There Be Nothing New" wagt er sich an kein geringeres Thema als die Sonette Shakespeares. Aus den 154 Dichtungen hat Wissmann elf ausgewählt und in die Form eines chorsinfonischen Werks gegossen, bei dem auch ein Bläserquintett und als Solisten ein Schlagzeuger und ein Vibrafonist besetzt sind. Dabei folgt er nicht dem altenglischen Wortlaut Zeile um Zeile, liefert also keine detailgetreue Interpretation, sondern geht eher dem emotionalen Gehalt der Dichtungen nach. Das bedeutet aber auch, dass die Musik nur bedingt eine Hilfe für das Verstehen der Texte ist.
Das Werk dauert fast einhundert Minuten, aber das ist bezeichnenderweise kein Negativkriterium. Wissmann liefert derart viel an musikalischen Einfällen, dass die kompositorischen Mittel in ihrem Abwechslungsreichtum die Zuhörer nicht ermüden lassen. Unerwartete melodische Wendungen und außergewöhnliche Harmonik sind dabei nur zwei Elemente aus einem Ensemble von Mitteln, die verschwenderisch ausgeschüttet werden. Allein schon die extrem umfangreichen Chorpartien enthalten eine Fülle von Stilmitteln: ruhig ausgesponnene Melodien, scharfes Staccato, hektische Passagen mit irrsinnig viel Text, rhythmisch gesprochene Teile, die nach und nach in Gesang übergehen, einstimmige Passagen oder intensiv verwobene Polyfonie, Glissandi und dichte Cluster. Damit sind aber zugleich Grenzen der Leistungsfähigkeit des Universitätschors benannt, von dem auch Körpereinsatz verlangt wird. Das beginnt mit einem feierlichen Introitus, was wörtlich zu verstehen ist, denn die ersten Takte sind mit dem Einzug des Chors gekoppelt. Rhythmisch war das nicht immer ganz exakt, eine Unsicherheit, die für den Chor nicht typisch ist und erst nach einigen Minuten ausgeglichen werden konnte. Eine Verschattung bei hohen leisen Tönen der Soprane hielt noch etwas länger an. Dem Chor kann aber nicht angelastet werden, dass jeder Versuch, den Text zu verstehen, hoffnungslos scheiterte. Das Englisch Shakespeares ist heute selbst Engländern kaum noch verständlich.
Ein Mitlesen der Texte und ihrer deutschen Nachdichtungen war nicht möglich, weil es im Kirchenraum zu dunkel war. Dieser Mangel wurde durch den Gewinn an optischen Reizen allerdings wettgemacht. Das Bühnenbild Jens Pischkes, die Kostüme Janet Schlüßlers und vor allem das extrem aufwändige Lichtdesign mit besonders vielen Blautönen von BEST schufen eine starke Atmosphäre. Zu der trugen auch die beiden Solisten bei. Günter Baby Sommers Schlagwerksoli waren ungemein fantasievoll und Andreas Scotty Böttcher zeigte, dass er auch als Vibrafonspieler ebenso gut wie als Pianist und Organist ist. Abgesehen davon, dass Sommer oft metrische Vorgaben für den Chor liefern musste, haben beide Solisten hauptsächlich Improvisationen beigesteuert. Wissmann hat ihnen viel Freiraum gelassen und damit gewährleistet, dass keine der möglichen Aufführungen einer anderen haargenau gleicht. Die fünf Bläser der Sinfonietta Dresden waren nicht immer so präsent und gut hörbar, wie es wünschenswert gewesen wäre. Maja Sequeiras Dirigat war von äußerster Präzision und neben einer bewundernswerten Probenarbeit Grundlage für die Uraufführung eines in seiner konsequenten Geschlossenheit überzeugenden Werks, bei dem sich trotz einiger Unebenheiten vor allem der Chor ausgezeichnet hat.
KAMMERCHOR DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT DRESDEN, HOLZBLÄSERQUINTETT, GÜNTER BABY SOMMER, ANDREAS SCOTTY BÖTTCHER
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: MAJA SEQUEIRA
Dresdner Neueste Nachrichten, 7. August 2001
3. Pianofortefest Meißen
ZWEI KONTROVERSE DUOABENDE
Zwei Duos völlig entgegengesetzter Art belegten am vergangenen Wochenende eindrucksvoll die neue Bandbreite des 3. Meißner Klavierfestes. Ein Vorstoß in stilistisches Neuland unter Einbeziehung von Jazz und Improvisation wurde vom eher konservativen Publikum überraschend gut angenommen, wie der Abend in der Schauhalle der Porzellanmanufaktur zeigte. Mit dem Texaner Mack Goldsbury und Andreas Böttcher aus Dresden waren allerdings auch zwei exzellente Vertreter ihres Faches gewonnen worden, die das Abenteuer Improvisation in geradezu atemberaubender Perfektion demonstrierten.
Seit Jahren aufeinander eingestellt, lieferten sie zur Verblüffung des wieder erfreulich zahlreichen Publikums nahezu druckreife Ergebnisse ihrer durch Free Jazz und andere Einflüsse inspirierten Kunst, prägnant in den unterschiedlichen Charakteren, expressiv in der Ausdrucksweise, hochvirtuos in der technischen Anlage, so dass sich die Freude über das Gelungene von den Interpreten rasch auf die Zuhörer übertrug. Ob Sopran-, Tenorsaxophon oder Piccoloflöte, ob Konzertflügel oder Orgelpositiv mit der zusätzlichen Attraktion eines Porzellanpfeifensatzes – die beiden Kreativmusiker schöpften ideenreich aus ihrem reichen Fundus, setzten Schlichtheit wie auch technische Extravaganz stets im Dienst intensivierten Ausdrucks ein und begeisterten ein ums andere Mal durch „blindes“ gegenseitiges Verstehen. Ein sicheres Formgefühl bewahrte beide vor der Crux etlicher Improvisatoren, oft kein Ende finden zu können.
...
GERHARD BÖHM
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CD "SPACE PIPES" - IMPROVISATIONSKONZERT LIVE IM ALTENBERGER DOM - LAYOUT UND PRODUKTION: JÜRGEN WOLF(IAJO)
Sächsische Zeitung, 11.08.2009, Kultur (Seite 8)
JAZZ AUF EINEM RIESIGEN INSTRUMENT
Spanennde Töne auf der Pfeifenorgel erzeugt der Dresdner Andreas "Scotty" Böttcher
Von Peter Zacher
Zu den wenigen Jazzmusikern, die auf Pfeifenorgeln spielen, gehört der Dresdner Andreas "Scotty" Böttcher. Er wurde 1962 geboren, studierte klassisches und Jazzklavier und Komposition an der Dresdner Hochschule und lernte daneben Vibrafon, E-Bass und Schlagzeug. Nach einigen Jahren Arbeit in verschiedenen Bands sind heute seine wichtigsten Partner der Dresdner Komponist Friedbert Wissmann und der texanische Saxofonist Mack Goldsbury. Seit 1996 gilt Böttchers vorrangiges Interesse der Pfeifenorgel, weshalb er viele Konzerte in Kirchen gibt.
Das trifft auch auf Space Pipes, die jüngste seiner zahlreichen CDs zu, die im Juni dieses Jahrs bei einem Live-Konzert auf der Klais-Orgel des Doms in Altenberg unweit von Köln im Bergischen Land entstanden ist. Sie zeigt die technischen und musikalischen Qualitäten Böttchers und die Intelligenz seiner Improvisationen. Er nutzt die Möglichkeiten des Instruments, dessen weiten Dynamikbereich und die Verschiedenheit der Register und ihrer reichhaltigen klanglichen Kombinationen bis an die Grenzen.
Es gehört zu seinen Spezifika und beweist sein überströmendes Musikantentum, dass er für Konzerte mit Partnern nie üben muss. Man setzt sich zusammen und beginnt einfach zu spielen. Das Ergebnis ist überzeugend und erlaubt den Schluss, dass sein Solospiel nicht weniger überzeugt. Die neue CD beweist es. Und sie beweist auch, dass guter moderner Jazz ein wichtiger Baustein zeitgenössischer Musik ist. PETER ZACHER
Unmittelbar vor dem Orgelkonzert am 18.06.2009 im Altenberger Dom:
SCOTTY AM ELEKTRISCHEN SPIELTISCH DER KLAIS-ORGEL DES ALTENBERGER DOMS (88 REGISTER AUF VIER MANUALEN UND PEDAL)
Endlich gibt es wieder eine Scheibe, auf der Scotty mit Jazzimprovisationen auf einer Pfeifenorgel zu hören ist. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt eines Konzerts vom Juni dieses Jahrs (von so kurzen Fristen zwischen Einspielung und Veröffentlichung konnten wir früher nur träumen) auf der 1980 gebauten Klais-Orgel im Dom von Altenberg im Bergischen Land. Besonders reizvoll ist, dass Scotty nicht nur über selbsterfundene Themen improvisiert, sondern auch bekannte Melodien verarbeitet. Bei "All mein' Gedanken, die ich hab" oder "Und in dem Schneegebirge" lässt sich das melodische Material besonders gut durch das improvisierte Stimmengeflecht verfolgen. Eine CD, die ich vorbehaltlos nicht nur Jazzfreaks empfehlen kann.
PETER ZACHER
** Mein ganz besonderer Dank gilt Jürgen Wolf aus Köln, der sich vor Ort aus reinem Idealismus maximal für das Zustandekommen meines Orgelkonzertes im Altenberger Dom eingesetzt hat. Jürgen Wolf betreibt in Köln das Internationale Archiv der Jazz-Orgel (IAJO).
Eine ganz ungewöhnliche und sagenhafte CD habe ich gerade mit Muße durchgehört: Space Pipes von Andreas "Scotty" Böttcher. Und die läuft jetzt bereits zum zweiten Mal.
Die CD trägt den Untertitel "jazz improvisations". Das sollte aber keineswegs abschrecken, denn es sind seriöse Improvisationen allerfeinster Machart.
Kein "french style" ;-))
ASB holt aus der Klais-Orgel des Altenberger Doms alles heraus, was geht.
Von stimmungsvoll bis fetzig, natürlich ab und an etwas jazzig/bluesig angehaucht. Über eine Stunde aufregende Orgelmusik, die Lust auf mehr macht.
Selbst Schuld, wer sich dieses Teil nicht zulegt. (Ich bin mit dem Interpreten weder v. noch....und auch am Umsatz nicht beteiligt.......).
Aber ich versuche, ihn für 2010 mal nach Hamburg zu bekommen, solange er
noch bezahlbar ist....
Gruß, Andreas.
Klassischer Organist voller musikantischer Authentizität und mit erfrischend lebendiger Spielauffassung:
SEBASTIAN KNEBEL VOR DER LADEGAST-ORGEL IN LEIPZIG-MÖLKAU
A phenomenon at the organ: Andreas dominates this complex instrument supremely. Rhythms, melodies, harmonies and solo voices are well tuned to the choice of stops which gives the characteristic sound of the organ. The artist uses the pipe organ like a swinging instrument. Blues figures, bass lines, jazzy harmonies and an adequate rhythm figure a bouquet of sounding flowers, dancing in the air. That is perfect. Böttcher's Blue Pipes are one of the best pipes ever heard. JÜRGEN WOLF
Notre Dame in Lindenau: Der Jazzer Andreas Böttcher improvisierte an der Orgel der Philippuskirche
Es sollte kein gewöhnliches Konzert werden. Das sah man schon an den Zuhörern: Zum einen fanden überdurchschnittlich viele den Weg zu den Orgeltagen in der Lindenauer Philippuskirche, zum anderen war das Publikum jünger und auch ein wenig bunter.
Bescheiden nahm dann derjenige auf der Orgelbank Platz, dessentwegen die Zuhörer nach Lindenau kamen – der Dresdner Jazzmusiker Andreas Böttcher. Unspektakulär der Beginn: Leise und mit Messiaenscher Mystik bot er Improvisationen von weltentrückter Melodik über düster-schweren Akkorden. Doch schon nach wenigen Minuten entfachte Böttcher mit dem romantischen Instrument einen Sturm ohnegleichen.
Das alte Instrument hat seine Tücken: Da knarrt es hier und quietscht mal dort, gelegentlich pfeift es ordentlich, und manche Register sind einfach nur verstimmt. Andere Organisten umschiffen diese Klippen mit hochrotem Kopf; Böttcher entdeckt sie sich wie ein spielendes Kind und nutzt sie unbarmherzig für unerhörte Klänge. So verbindet er unaufhörliches Baßschnarren und naive Jagdhornmelodik mit verstimmtem Klängen a la Ligeti und süßlicher Harmonik zu einer grotesken Sinfonie.
Das könnte man plakativ nennen, doch so müssen auch die Orgelschüler der Pariser Improvisationsklasse gewirkt haben, vor der das gesamte Pariser Konservatorium und vor allem die Komponisten neidisch erblassten. Böttcher jedenfalls nutzte die Möglichkeiten der Orgel als hieße sie Cavaille-Coll. Und wir saßen mitten in Notre Dame. HAGEN KUNZE
In der Heilig-Geist-Kirche in Blasewitz stellte sich am Sonntag Andreas Böttcher einem kleinen aber aufmerksam und begeistert lauschenden Publikum vor. Es gab Jazz-Improvisationen an der Orgel.
Freie Phantasie äußerte sich nicht nur in fünf jeweils zehnminütigen, aus kleinen Motiven herauswachsenden Improvisationen, sondern auch in einer vielfältigen Klanggestaltung. Was er an Registeraufnahme und -kombination dem Instrument entlockte, war ungewöhnlich, verblüffend, faszinierend und überzeugend.
Zwar war das Konzert überschrieben mit "Blue Pipes - Jazz-Improvisationen", aber die Blue Notes blieben eher selten zu hörendes melodisches Element - Boogie-Rhythmen und Rumba-Takt nicht minder. Dagegen traten Gestaltungsmittel der "seriösen" Musik nicht selten in den Vordergrund. Expressive Aufbrüche und liedartige, sogar choralhafte Passagen traten oft in hartem Kontrast solchen mehr jazziger Art entgegen. Packend war der Fluß einer vielfältigen, schier nicht versiegenden Quelle an Einfällen. Da zeigte sich ein Meister an Phantasie und Gestaltung. FRIEDBERT STRELLER
Mixen, schneiden und mastern mit der "Samplitude" von MAGIX bei:
BLUE HORNET ACOUSTIXX
DOPPEL-CD "KONZERT DER BILDER" ERSCHIENEN BEI BLUE HORNET ACOUSTIXX (ANDREAS SCOTTY BÖTTCHER)
Sächsische Zeitung 2./3. August 2008, Kultur
ALS DIE BILDER KLINGEN LERNTEN
ANDREAS SCOTTY BÖTTCHER UND FRIEDBERT WISSMANN
KONZERT DER BILDER
(EIGENVERLAG)
Dieses Doppelalbum ist das Produkt aus Bildern und Eindrücken, die sich ihren Weg in Musik gesucht haben. Im Juni 2007 wurden im Kleinen Haus des Staatsschauspiels großformatige Bilder gezeigt, die als Studien- oder Diplomarbeiten von Studierenden der Theatermalerei der HfBK entstanden sind und teilweise bis in die 1970er Jahre zurückreichen, also nicht für dieses spezielle Ereignis hergestellt wurden. Friedbert Wissmann (Synthesizer, Sampler) und Scotty Böttcher (E-Piano, Synthesizer, Bass) nahmen die Bilder als Anregungen für ihre Improvisationen, die ohne vorherige Absprache spontan entstanden. Es ist spannend, zu erleben, was die Bilder an musikalischer Fantasie auslösen. Die Musik ist dann ihrer Eigengesetzlichkeit gefolgt, hat sich also von den Bildern gelöst, so dass dabei keine platte Eins-zu-eins-Deutung herausgekommen ist. So sind auch kaum Rückschlüsse von der Musik auf die Bilder möglich, die einzelnen Improvisationen auch ohne die Bilder (alle im Booklet abgedruckt) vollwertige musikalische Ereignisse, um so mehr, weil oft der Eindruck entsteht, beide Musiker würden zu einer Person verschmelzen. Das Album ist bei "Sweetwater" und "Art und Form" und bei den Konzerten der beiden Musiker erhältlich. PETER ZACHER
CD "UNTER SPANNUNG", ERSCHIENEN BEI WFP AUDIO-VIDEO-PRODUKTIONEN
ZEITREISEN INS ICH,
Elektronische Improvisationen in der „mimenbühne“ (Dresdner Neueste Nachrichten, 18.06.2005)
Fernab von stumpfsinnig stampfenden Sequenzern und monotonen Soundquallen gibt es noch elektronische Musik, die diesen Namen tragen darf. Andreas „Scotty“ Böttcher, Jazz-Multiinstrumentalist, und der Komponist Friedbert Wissmann waren am Donnerstag in der „mimenbühne“ mit einem ihrer raren Improvisationskonzerte auf elektronischem Instrumentarium zu erleben. Zur Eintrittskarte gab’s den Mitschnitt des letzten Auftritts vor einem halben Jahr in der Hochspannungshalle der TU auf CD gratis dazu.
Auf der Bühne nur zwei Synthesizer, E-Piano, sparsame Beschallung und Beleuchtung ermöglichten es, dem Spiel der beiden Musiker ohne Ablenkung zu folgen. Unter dem Titel „Zeitreisen ins Ich“ verstehen beide ein Musizieren, das auf persönlichen Erfahrungen und Gefühlen beruhen will, sagt Friedbert Wissmann.
Mangel an Ideen und musikalischen Themen kommt bei beiden nicht auf. So unterschiedlich ihr Spiel auch ist, es ergeben sich immer wieder dichte Stimmengeflechte, deren improvisierte Herkunft nur an gelegentlich suchenden Zwischenteilen erkennbar wird. Wissmann bietet zumeist das Fundament bis hin zu Orgelpedal-artigen Bassfiguren, spielt Melodiebögen und Geräuschklänge, mischt fortwährend neue Farben. Böttcher nimmt dieser zur Grundlage ausgedehnter Variationen, gespielt mit wenigen, spannenden Klangfarben oder dem Sound des E-Pianos. Über Adapter benutzt er den Synthesizer wie ein Blasinstrument und ergänzt alles mit einer Bassgitarre, die er mit unglaublicher Technik fern aller Tradition traktiert. Es swingt, es schwebt, mal nachdenklich oder verträumt, dann wieder schroff bis an die Grenzen der Tonalität. Die Elektronik erlaubt ihnen Glissandi und Vierteltöne, wilde Obertonfluten und tiefe, stille Momente. Stilelemente aller Art huschen vorbei, und immer fangen sie am Ende ihre Themen wieder ein – ohne Blickkontakt wissen beide, wann das Stück zu Ende ist. Nie langweilig, jeder Teil anders und ungewöhnlich hörenswert.
HARTMUT SCHÜTZ
CD "DER VERWUNSCHENE GARTEN", ERSCHIENEN BEI WFP AUDIO-VIDEO-PRODUKTIONEN
Sächsische Zeitung vom 13.10.2007, POETISCHE ATMOSPHÄRE (Selten zartgliedrige Improvisationen bietet die Wissmann-Böttcher-CD "Der verwunschene Garten"), von Peter Zacher
Unter Jazzgegnern hält sich besonders hartnäckig das Vorurteil, Jazz sei laut, aufdringlich, unmelodisch und Jazzer wären gar keine richtigen Musiker ("Die können doch gar nicht nach Noten spielen!"). Ihnen sollte man die CD "Der verwunschene Garten" schenken oder wenigstens vorspielen, denn die könnte dieses Vorurteil schnell und gründlich abbauen.
Zu erleben sind zwei Dresdner Musiker, die schon seit langer Zeit das musikalische Gesicht der Stadt mitprägen. Friedbert Wissmann, Jahrgang 1953, hat Diplome als Informatiker und als Komponist, war eine zeitlang Leiter des Elektronikstudios der Musikhochschule und ist jetzt Chef eines kleinen Betriebs für Audio- und Videoproduktionen. Andreas (Scotty) Böttcher, Jahrgang 1962, ist Pianist mit zunächst klassischer Ausbildung und einer der wenigen Musiker, die Jazz auf Pfeifenorgeln spielen. Außerdem arbeitet er mit Synthesizer, Vibrafon und Bass.
Die CD mit Wissmann (Piano und Percussion) und Böttcher (Vibrafon und Piano) ist ein Ergebnis langer Zusammenarbeit, durch die beide Musiker aus dem Stand improvisieren können und die Stücke von Anfang bis Ende stimmen. Die neue Platte entstand im September 2005 in den Deutschen Werkstätten Hellerau und zeichnet sich durch ihre poetische Atmosphäre aus. Selten trifft man auf Improvisationen, die so zartgliedrig und dabei trotzdem so deutlich konturiert sind. Es ist viel französischer Geist darin; Ravel und Messiaen könnten Pate gestanden haben. Das Zusammenspiel ist so perfekt, dass man glauben könnte, einen einzigen Musiker zu erleben, wenn das technisch möglich wäre.
Fazit: Dass es sich hier um Musik handelt, die gewöhnlich als Jazz bezeichnet wird, ist eigentlich zweitrangig. Es ist viel wichtiger, dass die neun Titel auch zeitgenössische Kammermusik von überzeugender Qualität sind. PETER ZACHER
Dresdner Neueste Nachrichten vom 2.8.2007,
DER VERWUNSCHENE GARTEN,
Improvisationskonzert von Andreas Scotty Böttcher und Friedbert Wissmann auf CD (Eigenverlag)
Nach Naturlyrik oder romantischem Märchen klingt dieser Titel, doch er trifft die Atmosphäre der Musik genau: „Der verwunschene Garten“. Improvisationen nachträglich eine solche Überschrift zu geben, setzt einen inneren Zusammenhang der Stücke voraus, und den findet man entlang der neun Duoimprovisationen von Andreas „Scotty“ Böttcher (Vibraphon, Klavier) und Friedbert Wissmann (Klavier, Percussion) auf ihrer aktuellen CD-Produktion.
Die Aufnahme vom Herbst 2005 bewahrt ein Konzert in den Deutschen Werkstätten Hellerau, das Böttcher gleich in Eigenregie für die Veröffentlichung gemischt und gemastert hat. Not macht hier erfinderisch, denn für musikalische Grenzgänge dieser Art zwischen Jazz und anderen Stilen finden sich kaum Studios, geschweige Verlage mit Interesse. Eine Spezialität ohne hohe kommerzielle Ziele für Liebhaber einer Musik, die nur im ersten Moment unkompliziert wirkt. Denn aus winzigen Motiven entspinnen die zwei ihre Tongemälde mit erstaunlicher Dichte und einer Steigerungskraft, die einen im gemütlichen Wohnzimmersessel aufrecht sitzen lässt. Dank des kargen Instrumentariums bleibt die Aufmerksamkeit immer auf dem musikalischen Geschehen, dessen wundersame Mischung aus Wissmanns collageartigem Klanggrund und Böttchers jazzig bis virtuos gearbeiteten Korrespondenzen für 76 Minuten ihre Spannung zu halten vermag – nichts zum nebenbei hören.
Und bei allem Impressionismus über weite Strecken ragen viele Zacken und Kanten in diesen Garten, den zu durchwandern abenteuerliche Erfahrungen birgt: Wie aufregend etwa ein Sternenhimmel sein kann. Dass beide Musiker stets am selben Ziel angelangen, zeigt ihre Vertrautheit, und aus der ganzen Gartentour spricht eine bodenständige Versponnenheit von sympathischer Ausstrahlung.
HARTMUT SCHÜTZ
Title, November 2007, von Yuko Ikoma (Kyoto, Japan)
Diese improvisierten Stücke für Klavier und Vibraphon offenbaren eine enorme Fülle sehr unterschiedlicher Farben von leisen Anklängen an die Romantik bis hin zu Ausdrucksweisen des Free Jazz. Dieses Album macht es in angenehmer Weise möglich, sich trotz einer Zeit wie unserer einfach dem Fluß der Musik hinzugeben. YUKO IKOMA
(sinngemäße Übersetzung von Yoko Yamamura, die mir in Klammern dazu schrieb, daß das Original von Yuko Ikoma in einem sehr poetischen Schreibstil gehalten und sehr schwer in ein adäquates Deutsch zu bringen ist)
Im Lauf der Jahre hat sich Scotty zu einem echten Albtraum für Kritiker entwickelt. Mit ihm erscheinen ja doch mehr CDs als mit anderen Dresdner Solojazzern und da müsste mensch eigentlich erwarten, dass auch einmal ein Flop darunter ist. Der hätte den Vorteil, dass der Kritiker endlich auch sein Repertoire an wüsten Beschimpfungen loswerden kann. Statt dessen steht er vor dem Problem, seinen Vorrat an lobenden Epitheta fortwährend erweitern zu müssen, um nicht ermüdender Wiederholungen bezichtigt zu werden.
Die neue Doppel-CD hat Scotty, der hier Digitalpiano und Synthesizer spielt, gemeinsam mit dem Schlagzeuger Ernst Bier live in der Löbtauer Friedenskirche aufgenommen. Das geschah an einem einzigen Tag, was für die Qualität der beiden Musiker spricht. Blöd ist, dass der Einleger keine biografischen Daten enthält (na also, da hätte ich doch etwas zum Meckern gefunden). Scotty dürfte in der Dresdner Szene hinlänglich bekannt sein und über Ernst Biers beeindruckende Bio- und Diskografie gibt das Web Auskunft.
Die Musik ist deshalb gut, weil beide auf marktschreierische Effekte verzichten. Zwei Musiker mit großer innerer Substanz. Das macht richtig Spaß.
http://the-rocker.freeservers.com/oct2003/cobra.html ; Andreas Böttcher & Mack Goldsbury, LOST PARADISE (QUERSTAND, VKJK 0217)
A rather splendid jazz odyssey from Andreas Böttcher on pipe organ and Mack Goldsbury on saxes and piccolo flute.
There is a sensivity to some of the music here that can't help but touch you in all the right places, elevating mood pieces into something superior. Combined with a spontaneity often lacking in modern jazz, this is a rare treat.
In the hands of lesser musicians this could have been clumsy, but with an outstanding display of virtuosity, Andreas elevates the pipe organ into an instrument of baroque power. The five years spent in the rock band Syncopators also seems to have left a melodic touch not often seen in the more outer regions of jazz.
He and Texan expat Mack Goldsbury have been playing together for nearly ten years now, and they have that almost telepathic communion longstanding musical colleagues often display. Mack himself has sessioned with the likes of The Temptations, The Supremes and Stevie Wonder, so has an unparallelled crossover musical pedigree. An unusual but rewarding release. PHIL JACKSON
International Archive for the Jazz Organ, Andreas Böttcher & Mack Goldsbury: LOST PARADISE (QUERSTAND, VKJK 0217)
“Andreas’ creative talent and sensivity coupled with his virtuose technique…” sayes Mack Goldsbury as the duo partner on this CD. It is not for the first time that these two play together. Several recordings and many concerts were provided by this duo.
Andreas’ spontaneity and creativity to play the pipe organ are phenomenal. He lets the mighty instrument sing or cry, swing or dream, rock or follow baroque lines. Together with the “stratospheric sax player” (Andreas about Mack) this CD is a wonderful experience.
JÜRGEN WOLF
MUSIK ZUM SCHUHAUSZIEHEN: ANDREAS BÖTTCHER UND MACK GOLDSBURY JAZZTEN
Es schien wie eine logische Fortsetzung der Tage der zeitgenössischen Musik und hätte ebenso auch in dieses Festival neuer Musik gepasst, was Andreas Böttcher an der Orgel und der Texaner Mack Goldsbury auf Saxophonen und Piccoloflöte in der Dreikönigskirche boten. Beide arbeiten seit Jahren mit großem Erfolg zusammen und können gut miteinander. So lässt sich Böttchers Arbeitsprinzip des Spielens ohne vorherige Probe bestens umsetzen. Man beginnt spontan und wartet darauf, was sich entwickelt.
Das war auch diesmal voller musikantischer Athmosphäre, bewegte sich genau auf jener Grenzlinie, die Jazz von anderer zeitgenössischer Musik trennt. Goldsbury äußert sich voll Lobes über „Scotty“: „Er hat ein tolles Gehör.“ Daß das aber auch auf Goldsbury selbst zutrifft, war deutlich zu hören. Böttcher musiziert rhapsodisch frei auf der Orgel (und hat, um das Pedal besser bedienen zu können, die Schuhe ausgezogen) und Goldsbury setzt an scheinbar beliebiger Stelle ein, bläst eine Reihe tönender Kaskaden und lässt seinen Klang, glatt oder dissonierend, mit den vielfältigen Orgelklängen verschmelzen. Böttcher überrascht an einer Stelle mit einem verblüffenden Effekt: ein einzelner Orgelton bricht mit kurzem Glissando nach unten weg – das Register ist nur halb geöffnet.
Diesmal stand Rhythmisches nicht im Vordergrund. Beide Musiker waren stellenweise zum Meditativen aufgelegt, boten pulsierende Flächen. Goldsbury beherrscht moderne Spielweisen, die auch in der zeitgenössischen „E-Musik“ Anwendung finden: Klappen-, tonlose Atemgeräusche, Flatterzunge und andere. Und was die Musik der beiden immer wieder so sympathisch macht ist von Anfang bis Ende präsent: musikalische Substanz, die nicht durch Unterordnung unter den Kommerz verdünnt wird.
PETER ZACHER
Andreas Böttcher & Mack Goldsbury
SUNDAY’S SYMPHONY
(QUERSTAND)
Die Geschwindigkeit, mit der Böttcher seine CDs einspielt, geht glücklicherweise nicht auf Kosten der Qualität, von der ich schon oft beeindruckt gewesen bin. Zudem hat er das Talent, sich immer wieder mit Partnern zusammenzutun, mit denen es vom ersten Ton an richtig zur Sache geht. Das ist auch unumgänglich, weil Böttcher für seine eigenen Projekte vorher weder Konzeptionen oder Verläufe abspricht noch gar mit den Partnern probt. Entweder geht es gut, oder man hat Pech gehabt. Sooft ich Zuhörer war, ist es gut gegangen, live und auf Konserven, die in diesen Fällen meist Dokumentationen der Livekonzerte sind. Sicher steckt ein bisschen Koketterie dahinter, wenn man darauf verweisen kann, dass es nie irgendwelche Absprachen gibt, aber es kommt auch der Lebendigkeit der Musik zugute. „Sunday’s Symphony“ ist für mich die beste CD, die Böttcher bisher gemacht hat, weil von Anfang an eine ungeheure Spannung in den Improvisationen spürbar ist. Nicht nur Jazzfreaks werden auf ihre Kosten kommen, sondern alle, die sich zur zeitgenössischen Musik hingezogen fühlen.
PETER ZACHER (SAX/1998)
Andreas Scotty Böttcher & Mack Goldsbury NOISY NIGHTLIFE
(PHONECTOR)
Jazz auf der Orgel?
Nein danke, das war noch nie mein Fall gewesen! Das war etwas, das mich stets an Jahrmarkt oder Kinoorgel aus Stummfilmen erinnerte. Als mir die CD „Noisy Nightlife“ neulich in die Finger geriet, verblasste meine Skepsis schlagartig. Andreas Böttcher und Mack Goldsbury haben mit dieser Einspielung bewiesen, dass sich das statische Instrument Pfeifenorgel durchaus in ein jazztaugliches und flexibles Instrument verwandeln lässt. Die Instrumente Saxophon, Piccoloflöte u. Orgel gehen bestens zusammen, der Sound ist einfach umwerfend. Beim mehrmaligen Anhören der CD fiel mir auf, dass die beiden Musiker mit ihren ad hoc-Improvisationen es verstehen, Brücken zwischen zwei sich häufig bekämpfenden musikalischen Welten zu bauen. Das technische Können der beiden Musiker ist atemberaubend und überzeugend, ihre musikalische Sensibilität wohltuend und verführerisch. Mir ist noch immer nicht klar geworden, wie es möglich ist, so etwas hinzubekommen, ohne vorher geübt oder sich abgesprochen zu haben! Das sage ich als langjähriger Organist und Kirchenmusiker. Scotty Böttcher und Mack Goldsbury sind für mich schon fast ein Wunder.
RAINER IRSLINGER, Stavanger/Norwegen 17.02.07
JAMMING ON ONE PIANO WITH MY PHANTASTIC TEACHER PROF. GÜNTER HÖRIG DURING HIS 80th BIRTHDAY PARTY
VIERHÄNDIGE JAM SESSION MIT MEINEM FANTASTISCHEN LEHRER PROF. GÜNTER HÖRIG BEI DER JUBILÄUMS-PARTY SEINES 80. GEBURTSTAGES
Lieber Scotty! Ich staune immer wieder über den Farbreichtum Deiner Orgelimprovisationen...warst bestimmt inspiriert von den fantasievollen Gemälden... aber ich glaube, die Farben stecken schon immer in Dir...Du beherrschst nur die Kunst, sie in allen möglichen Klangsinfonien rauszulassen... ...ich mag es sehr und verlier mich gern darin... Es grüßt ganz lieb, Dein Cello-Alien.
Dear Scotty, thanks you so much for your youtube clip Coming back into to the world after may rehearsels and this weekends performances. the first thing i saw was your youtube clip. That's really wonderful to see you kind of live in action. the sound must been overwhelming and a treat for the audience. you are great !! Love & hugs from your Chrysant
Lieber Scotty! Ich wünsche Dir einen wunderschönen ersten Advent... ich werde beim Anzünden des ersten Lichts auch an Dich und Karen Sue denken... ...doch vorher spiele ich im Konzert mit und werde es genießen mal wieder auf der Bühne zu "stehen"... Ich habe die CD "Space Pipes" bei Jordi Records nachbestellt... stell Dir vor, sie sind schon alle verkauft!!! :-)))))) Ich hatte meine letzte nämlich schweren Herzens verschenkt... So muss ich mich noch ein wenig in Geduld üben.... Vorraussichtlich am 5. Dezember werde ich Christoph in Dresden treffen...*herzklopf*... Es grüßt ganz lieb, Deine Alien-Schwester Ina.
schön, wie Du da wie in einer Tür sitzt ;) Bassklarinette... ? weiß ich nicht mehr, evtl. Michael Breitenbach. Das Cello ein w.-deutscher kollege, dessen Namen ich nicht mehr parat habe... pardon - war so ein Projekt, lange her. Da hat Gerrit Junke, dr, mitgespielt, deshalb habe ich es für ihn sozusagen eingestellt. Liebe Grüße! msp
Hallo mein lieber Scotty, die Anhangsfunktion scheint zu klappen. Habe mir gerade Deine wunderbare Komposition "Fly Angel Fly" angehört. Sehr anspruchsvoll - Du bist eben ein Könner - einfach erstklassig!! Ganz liebe Grüße und eine gute Nacht, Petra
so es hat geklappt :)!!!!!!!!!!!!!!!!! ich konnte es mit IE öffnen!!!!!!!!! und höre es gerade.
ich muss sagen ich finds beeindruckend. irgendwie passt das alles voll zusammen. ich war ja nie ein fan von jazz, aber electric jazz hat was. doch.... fantastisch. gefällt mir echt gut! was genau spielst du da oben? ist das ein keyboard, was diese spacige melodie macht? aber hat was! ist sau geil! nein ehrlich! also mir gefällts, vorallem weils halt was elektrisches hat und ich bevorzugt elektrische musik höre:)
Brother Scotty! THANK YOU so much your your open mind and ears. It means very much to me to hear all of your wonderful feedback on my music here. means a great deal coming from someone who I admire and respect so much. You are a true artist and musical journeyman. Listening to your music and all the places you go with it, ALWAYS inspires me. It's a great reminder to do what you FEEL within the music. your music is proof to that freedom and conjuring of the spirits that project it.
"Correlative Moons"- is what I call a "monochromatic" piece for all the sounds you are hearing are done with the ARP 2600 synthesizer to analog tape. I used many different analog tape machines on this recording (8-channel reel to reel for recording and final mixing, 2-track reel for sound manipulation and final mix, and 8-track cartridge for filtered sounds and "event" manipulation. The song itself is inspired by the first Astral projection I ever had. I heard so many new sounds in this passage of experience it's hard to express with just acoustic instruments. the ARP has been a vital tool for my art and expression. for it can make the most musical and abstract sounds, yet when "orchestrating" with them to tape, they correlate so naturally.
"Skylines" is an 8-channel analog recording an 2-track mixdown. recorded during a short lived studio I had last year that had an amazing window that looked out to the trees and a bit of sky in the autumn. Falling leaved everywhere. I looked at this the whole time as I recorded and mixed the piece in one straight session. Squeezed in there with all these old keyboards and No computer screens. for 20 years I've had a great fascination of recording this way. You have to commit to a performance, commit to a sound on the ARP or Rhodes. I like recording on a computer too, it's endless and can always be flawless. Working with tape has the same intensity as performing live. Once you get th
Hallo Scotty Ich war grad am überlegen, was ich dir schreiben könnte, ich bin irgendwie ganz geplättet, da ich doch von Musik im Grunde keine richtige Ahnung habe (abgesehen vom Hören und Fühlen)und du ja ein absoluter Profi bist..das ist das erste mal, dass ich mit Orgelmusik "konfrontiert" werde (ausser Kirchenmusik)..und deine ist aber so ganz anders....Wahnsinn.. Im Sommer war ich in Dresden, als das Stadtfest war....tolle Stadt
Hallo lieber Scotty, habe das Video von Deinem Konzert im Altenberger Dom gesehen. KLASSE! und ich bin nicht wenig stolz, dass ich mit Petra dabei sein durfte. Ich wünsche Dir noch viele erfolgreiche Konzerte. Beste Grüße, Iris.
Hallo lieber Scotty, habe mir gerade Dein Video (Mitschnitt aus dem Altenberger Dom) angesehen - einfach FASZINIEREND !!!! Ich arbeite an neuen Songs, plane neue Aufnahmen ( nur Piano und Gesang ). Ganz herzliche Grüße, Petra
Lieber Scotty! Einen lieben alienischen Gruß schicke ich Dir...ich genieße Deine bunte musikalische Herbstpalette... Ich habe Frieders "Tarantella" angefangen zu üben...da komm ich ganz schön ins Schwitzen! Deine Alien-Schwester.